Vorschau Brandis- Wiki

Prinz Ralph vk

Vorschau folgt am Samstag 12.11.2016 „Schliesslich bin ich auch um das Wohl des Teams besorgt“

Von Päscu Müller

Die Aufgabe eines Kapitäns ist vielfältig. Unter Anderem steht er vor den Medien, wenn es einem Team nicht nach Wunsch läuft. Beim EHC Brandis war dies bisher erst einmal der Fall. Ralf Prinz, seit dieser Saison Neo-Kapitän, erklärt seine Aufgaben. Eine Art Vaterfigur ist ihm dabei nicht abzusprechen.

Das erste Mal von mir zum Interview gebeten, wurde Kapitän Ralf Prinz anlässlich der bisher einzigen Niederlage in der Meisterschaft, gegen Wiki-Münsingen. Brandis verlor am 1. Oktober 2016 in Wichtrach mit 2:3. „Wir haben einen richtigen Chabis gespielt“, gab er damals zu Protokoll. „Wenn es nicht läuft, kann man über den Kampf ins Spiel kommen, wir waren aber nicht bereit, auch dies einzugehen“. Prinz sieht seine Rolle als Kapitän eben auch gerade darin, hin zu stehen, wenn das Team als Verlierer vom Eis geht. „Ich sehe das als Ehre an, mich den Medien zu stellen, wenn wir schlecht gespielt haben. Notfalls muss ich den Kopf hin halten, das gehört bei dieser Rolle dazu“, präzisiert er. „Ehrenvoll, weil es zeigt, dass du geschätzt wirst, sei es im sportlichen oder menschlichen Bereich“. Der Neo-Kapitän Ralf Prinz wird noch deutlicher: „Ja es erfüllt mich mit Stolz Kapitän dieses Teams zu sein“. Dass er im Moment an seinem Bachelor in Soziale Arbeit tüftelt, kommt Ralf Prinz fachlich bei dieser Rolle sicher entgegen.

Bindeglied zwischen Team und Trainer

Absprachen mit den Coaches finden nicht nach Stundenplan statt, sondern geschehen situativ. „Wenn etwas ansteht, wird das besprochen“, erklärt Prinz. „In einem funktionierenden Team werden Diskussionen geführt, was gefällt und was nicht“, sagt er weiter. Beim Gespräch ist deutlich zu spüren, dass es eben nicht nur um Diskussionen geht, wenn der Schuh drückt. „Der Kapitän ist auch dazu da, mal das Wort zu ergreifen, zu motivieren“, erklärt er eine seiner Funktionen. Drückt der Schuh, sieht sich Ralf Prinz als Bindeglied zum Coaching-Staff. „Jeder im Team weiss, dass ich ein offenes Ohr habe“. Seine Aufgabe ist es auch den Puls im Team und die Stimmung zu spüren. „Mit den Einen rede ich häufiger, mit Anderen weniger, dies ist ganz unterschiedlich“, erklärt Ralf Prinz weiter. Ein Kapitän muss eine Leader-Figur sein, im sportlichen, wie im menschlichen Bereich, dies ist nicht von der Hand zu weisen. Ralf Prinz verkörpert diese Figur. Seine Coaches sahen das wohl auch so: „Während dem Trainingslager wurden Einzelgespräche geführt und die Spieler nach ihrer Meinung gefragt“, erklärt Prinz das Prozedere. „Dies war bestimmt kein diktatorischer Entscheid, sondern ein Entscheid, der von Allen getragen wird“.

„Manchmal sind wir wie Kinder“

Ralf Prinz wird im Dezember erstmals Vater. Als Spieler im Team ist er der Einzige.
Auch sein Vorgänger als Kapitän, Assistenz-Trainer Daniel Bieri, ist Vater. Ob er der Papi des Teams sei, verneint Prinz lachend: “Klar, manchmal sind wir alle wie Kinder, eine Vaterrolle ist aber sicherlich übertrieben“. „Es geht in diese Richtung, schliesslich bin ich ums Wohl des Teams besorgt“, präzisiert er seine Rolle.
Gewinnt der EHC Brandis heute gegen Wiki-Münsingen schlägt das Team mit Kapitän Ralf Prinz zwei Fliegen mit einer Klatsche. Erstens würde die Revanche, zur bisher einzigen Niederlage in der Meisterschaft, glücken. Zweitens würde Brandis mit riesigen Schritten einem Saison Teilziel entgegen marschieren: Der Teilnahme an der Super-1.Liga für die Saison 2016/17. Sportlich bedarf es dazu, einer Platzierung auf den ersten vier Rängen. Mit Wiki-Münsingen würde bei einem Sieg, ein Mitkonkurrenten auf Distanz gehalten und dem Kapitän würde ein Gang vor die Medien erspart bleiben.
(pmu)