Vorschau Brandis-Unterseen

Oberli Stefan vk

Vorschau folgt am Samstag 21.01.2017 Eishockey-Spieler mit Gitter am Helm: Bei den Senioren eine Rarität

Von Päscu Müller

Bei den Junioren ist das Gitter am Helm vorgeschrieben. Damit werden eingesetzte Junioren, bei den Aktiven optisch sofort erkannt. Es gibt nur wenige, ältere Eishockey-Spieler, die mit einem Gitter spielen. Verteidiger Stefan Oberli ist Einer davon, er erklärt warum.

Der 26-jährige Verteidiger des EHC Brandis aus Eggiwil, ist ein stiller Schaffer. Auffallend ist aber seine Ausrüstung. Als einziger Spieler des 1.Liga-Teams, spielt er mit einem Gitter an seinem Helm. Bei den Junioren ist dieses laut Reglement vorgeschrieben. Werden Junioren bei den Senioren eingesetzt, werden sie durch das Gitter am Helm, sofort als Junioren erkannt. Dabei können sie durchaus unterschätzt werden, etwas abschätzig werden sie daher als „Gitterler“ bezeichnet. Stefan Oberli ist ein Gitterler. Er hat sein Gitter am Helm, nach seiner Juniorenzeit bei Brandis, nie gegen ein Plexiglas ausgetauscht. Damit ist Oberli als Aktiver Eishockey-Spieler eine Rarität. In der NLA, spielen beispielsweise Pascal Berger (SCL Tigers) und Sébastien Reuille (HC Lugano) mit einem Gitter. Die Erklärung, warum Stefan Oberli mit einem Gitter spielt, ist einfach.

Kein Bedürfnis

Oberli hat nie mit einem Plexiglas oder gar dem Plexiglas-Vollschutz gespielt. „Ich hatte schlicht nie das Bedürfnis ein Plexi zu montieren“, erklärt er gewohnt ruhig. „Das hat den Vorteil, dass ich nicht gross Acht geben muss, was mir an den Kopf fliegt“, fügt er schmunzelnd bei. Mittlerweile kennt man Oberli in den 1. Liga-Stadien, deshalb greift bei ihm der Vorteil des Unterschätzens kaum. Oberli spielt seit der Saison 2012/13 regelmässig für den EHC Brandis in der 1. Liga und bringt es bisher auf 120 Spiele. Er wirkt nicht nur auf seine Gegenüber völlig ruhig, er ist es auch auf dem Eis. In der laufenden Saison, wurde er als Verteidiger, nur zweimal auf die Strafbank verbannt. „Ich bin nicht der Typ, der gross Keilereien anzettelt, davon halte ich mich fern“. Dazu ist er definitiv nicht der Typ. Seine Rolle sieht er anders: „Mein Ziel ist es, die defensiven Aufgaben der Trainer zu erfüllen“, spricht er kurz und bündig. Diese Aufgaben gilt es auch im Spiel gegen den SC Unterseen-Interlaken tadellos zu erledigen.

Gegen Unterseen-Interlaken Punkte liegen gelassen

Im Heimspiel vom 12. Oktober, hatte Brandis mit dem SCUI keine Mühe. Sie schickten die Oberländer mit einer 8:1-Packung nach Hause. Ganz anders, sah dies in Interlaken aus. Dort zeigten sich die Mätteler äusserst bissig. Im Penaltyschiessen ergatterte sich der SCUI verdientermassen den zweiten Punkt.
Stefan Oberli kennt ein mögliches Rezept, um vom SCUI nicht wieder in Bedrängnis gebracht zu werden: „Wir müssen die kleinen Sachen richtig machen, dazu spielt Unterseen körperbetontes Eishockey. Da müssen wir entgegenhalten“. Es werden genau diese kleinen Sachen sein, die der EHC Brandis gegen die Oberländer besser machen muss. Dazu gehört sicherlich auch ein bedingungsloser Einsatzwille. Spielerisch müsste die Brünnli-Truppe dem SCUI überlegen sein. Aber ohne Kampf, geht in diesem Sport wenig und wer nicht kämpft, hat bereits verloren. Ein Teil in diesem Puzzle, wird Stefan Oberli sein. Bei Brandis ist er auf dem Eis leicht zu erkennen. Es ist der Mann, mit dem Gitter, statt einem Plexiglas-Schutz vor dem Gesicht. (pmu)