Vorschau Brandis-Bellinzona Spiel 1

Hain Seematter Buri Sportchef Baumgartner

Vorschau folgt am 11.02.2017 In den Playoffs gibt es keine einfachen Gegner

Von Päscu Müller

Mit der GDT Bellinzona trifft der EHC Brandis auf einen Gegner, der in dieser Saison nichts mehr zu verlieren hat. Das Saisonziel – Aufstieg in die Swiss Regio League – haben die Tessiner klar verpasst. Gerade deshalb dürften die Bellezner sehr schwer einzuschätzen sein. Einfach wird diese Viertel-Final-Serie nicht.

Auch für den, souverän durch die Qualifikation spielenden, EHC Brandis, beginnt die Meisterschaft heute mit den Playoff Viertelfinals gegen die GDT Bellinzona, neu. Die errungenen Punkte sind zwar schön anzusehen, bringen aber für die Ko-Phase rein gar nichts. Gerade diese Tatsache macht die Meisterschaft in der Sportart Eishockey – im Gegensatz zum Fussball – so dramatisch. Oder anders ausgedrückt: Kann diese Sportart äusserst dramatisch werden. Zwischen dem Leader und dem achtplatzierten Bellinzona, liegen 28 Punkte, 35 mehr geschossene Tore und 37 Tore, die Brandis weniger erhalten hat. Eigentlich eine klare Sache. Eigentlich eben nicht! Zieht man die drei Saisonspiele zu Rate – zweimal durfte Brandis gegen Bellinzona im Brünnli antreten, einmal führte die Reise ins Tessin – wird die Begegnung schon dramatischer. Orakelt man auch über den Formstand, vor allem der GDT Bellinzona – das Saisonziel Aufstieg in die Swiss Regio League wurde klar verpasst – könnte dieser Viertelfinal durchaus ein heisser Ritt, ja sogar ein Krimi werden. Da lautet nämlich das Verdikt nach Punkten 7:2, zweimal setzte sich Brandis aber erst in der Verlängerung durch.

„Die haben rein gar nichts zu verlieren“

Auch Brandis-Sportchef Christian Baumgartner will nicht orakeln. „Wenn wir weiterkommen wollen, müssen wir gegen jeden Gegner bestehen“, meint er bestimmt. Dass die GDT Bellinzona ein schwer einzuschätzender Gegner sein wird, bestätigt Baumgartner: „Die haben ihr Saisonziel, den Aufstieg in die Swiss Regio League klar verpasst, keine Ahnung, wie die mental drauf sind“, fügt er bei. Angeschlagene Teams sind wahrscheinlich doppelt gefährlich. „Bellinzona kann sich mit den Playoffs die verkorkste Saison retten“ und „in den Playoffs ist kein Gegner einfach“, sagt er über die GDT Bellinzona aus. Dass der EHC Brandis in der Favoritenrolle steht, sieht auch Sportchef Christian Baumgartner so: „Egal welchen Gegner wir haben, wir werden die Favoriten sein und müssen uns in jedem Spiel bestätigen“, setzt er die Messlatte hoch. Dass diese Serie schwierig werden könnte, zeigt ein Blick auf die drei Spiele, gegen eben dieses Bellinzona.

Drei Spiele – Drei Matchwinner

Gleich zum Saisonstart gastierten die Tessiner im Brünnli. Die ersten zwanzig Minuten hatte Brandis damals verschlafen und handelte sich einen 1:3-Rückstand ein. Mit einer tollen Teamleistung wurde das Spiel noch in einen 6:3-Sieg gedreht. Als Matchwinner kann unter anderem Sandro Hain bezeichnet werden. Er steuerte mit zwei Toren und einem Assist, drei Punkte in diesem Startspiel bei. Beim Spiel am 5. November in Bellinzona, war Hain nicht dabei. Er brach sich im Spiel zuvor das Schlüsselbein. Es war ein Anderer, der sich als Matchwinner bezeichnen durfte. Erst rettete Sven Nägeli mit seinem 4:4 die Brandis-Truppe in die Verlängerung, ehe Matthias Seematter mit dem Game-Winner 43 Sekunden vor dem Penalty-Schiessen, die Emmentaler zum Sieg ballerte. Ebenfalls die dritte Begegnung der Saison, fand erst in der Verlängerung einen Sieger. Patric Buri benötigte für den entscheidenden Treffer gerade einmal 16 Sekunden. In der Qualifikation siegte der EHC Brandis gegen Bellinzona also dreimal. Ob jetzt eng oder nicht, spielt jetzt weniger eine Rolle, denn in den Playoffs zählen nur die Siege.

Die anderen Viertel-Finals:
EHC Thun (2) – SC Lyss (7)
EHC Wiki-Münsingen (3) – EHC Burgdorf (6)
EHC Zuchwil-Regio (4) – EHC Basel/KLH (5)

(pmu)