Vorschau Brandis-Bellinzona Spiel 3

Patrick Meyer Seematter Blaser Kaufmann

Vorschau folgt am 16.02.2017 Macht der EHC Brandis heute den Sack zu?

Von Päscu Müller

Mit der GDT Bellinzona hat der EHC Brandis, was das Geografische betrifft, kein einfaches Los für die Viertelfinals erhalten. Nicht nur das: Auch aus sportlicher Sicht erweisen sich die Tessiner als echte Knacknuss. Im Heimspiel wurden die Tessiner aber regelrecht weg gearbeitet, im Tessin klappte dies weniger. Siegreich blieben die Emmentaler trotzdem.

Wie dramatisch Playoff-Serien verlaufen können, belegen diverse Beispiele aus der Vergangenheit. Der SC Bern beispielsweise, wurde nach einer völlig verkorksten letzten Saison und der Qualifikation für die Playoffs auf dem letzten Drücker und Rang acht, gar Schweizer-Meister. Dem EHC Kloten ist dieses Kunststück in den 90-er Jahren ebenfalls gelungen. Umgekehrt geht dies eben auch, dass ein souveräner Qualifikations-Sieger bereits in den Playoff Viertelfinals scheitert. Erfahren mussten dies die ZSC Lions im März 2016. Nach einer sehr erfolgreichen Qualifikation, scheiterten die Zürcher in der Serie gegen eben diesen SC Bern kläglich mit einem 0:4. Eine Parallele zum EHC Brandis ist durchaus gegeben. Die Emmentaler marschierten ebenfalls souverän durch die Qualifikation, doch im Gegensatz zu den Lions damals, steht die Beutler-Truppe alles andere, als vor einem Viertelfinal-Aus. Denn Brandis liegt in dieser Serie mit 2:0 vorne.
Um ein definitives Weiterkommen zu sichern, wäre ein zahlreiches und frenetisches Publikum in Hasle sicherlich hilfreich und willkommen.

Dominant im Heimspiel

Denn optisch gesehen war der EHC Brandis im Heimspiel vom letzten Samstag den Tessinern klar überlegen. Angriff um Angriff wurde auf das Tor von Bellinzona gefahren. Dies dürfte auch dem Publikum gefallen haben. Nach dem ersten Drittel stand es aber durch einen herrlichen Treffer von Marco Meyer erst 1:0. Die Vorentscheidung fiel im Mitteldrittel, bei doppelter und einfacher Überzahl. Binnen 42 Sekunden trafen Marco Blaser und Matthias Seematter zum 3:0. Für Verteidiger Seematter war es der fünfte Saisontreffer. Gegen die GDT Bellinzona traf er bereits zum zweiten Mal. Mit David Malicek traf ein weiterer Verteidiger zum Schlussresultat von 4:0. Die Tessiner traten in der Offensive kaum in Erscheinung. Dennoch wurden die Künste von Brandis-Keeper Michael Kaufmann beansprucht. Trotz teilweiser Unterbeschäftigung, war er falls nötig, stets auf seinem Posten. Durch die rigorose Unterstützung seiner Vorderleute und seine Paraden, erarbeitete sich Michael Kaufmann seinen fünften Shutout der laufenden Saison.

Etwas fahrlässiger im Tessin

Anders verlief die Partie am Dienstag in Bellinzona. Vom dominanten und druckvollen Spiel, wie in Hasle gesehen, war der EHC Brandis im ersten Drittel weit entfernt. Ebenfalls das Powerplay klappte nicht wunschgemäss. Waren es am Samstag in Hasle zwei Treffer aus sechs Strafen, kassierte Brandis im Tessin gar einen Shorthander zum 1:1. Auch sonst lief das Überzahl-Spiel nicht wie gewohnt. Beispielsweise wurde dreimal ein Fünf gegen Drei ausgelassen. Das Spiel im Tessin war nicht sonderlich gehaltvoll, aber ein richtiger Krimi. Doppelte Powerplay-Situation selbst in der nötigen Verlängerung, die aber keine Entscheidung herbeiführte. Mit einer leidenschaftlichen Einstellung und viel Kampfgeist erzwang der EHC Brandis den Sieg dennoch. In der Verlängerung war es Patrick Meyer, der sein Team ins Glück knallte. Dass ein Team, welches im Spiel nicht wirklich überzeugte, dieses trotzdem siegreich gestaltet, zeugt von sehr viel Moral. Heute Donnerstag hat der EHC Brandis die Möglichkeit, die vorzeitige Qualifikation für die Playoff-Halbfinals zu realisieren. Gegen lautstarke Zuschauer hätte das Team bestimmt gar nichts, im Gegenteil. Es würde sie beflügeln.
(pmu)