Vorschau Brandis-Zuchwil Spiel 1

Mannschaft gross vk

Vorschau folgt am 25.02.2017 Die vier erstplatzierten der Qualifikation sind im Halbfinal unter sich

Von Päscu Müller

So einfach, wie dies tönt, waren die Viertelfinals aber nicht. Zuchwil-Regio – Halbfinal-Gegner des EHC Brandis – qualifizierte sich erst mit einem 1:0-Sieg gegen Basel in Spiel fünf, für die Runde der letzten Vier. Es war zugleich der erste Heimsieg in dieser Serie.

Die Zuchwiler bewiesen die These, dass in den Playoffs nur Siege zählen, am Knappsten. Im Viertelfinal gegen den EHC Basel/KLH realisierten sie in Spiel fünf mit einem Minisieg den Halbfinal. Ob jetzt knapp oder nicht, spielt in den Playoffs schlussendlich keine Rolle. Es zählt allein der Sieg. Etwas speziell war die Serie dennoch. In Spiel eins bis vier, setzte sich immer das Auswärts-Team durch. Erst im letzten und entscheidenden Spiel fünf, gelang dem Heimteam mit dem 1:0 der Durchbruch. Die Solothurner liessen sich dafür gar 57 Minuten Zeit. Dramaturgie pur, die nur in den Playoffs aufgeführt werden kann. Deshalb dürfte ein positiver Auftakt in diese Serie – mit einem Heimsieg – für den EHC Brandis nicht unbedeutend sein. Obwohl die Solothurner in der Qualifikation dreimal geschlagen wurden, wird auch diese Playoff-Serie alles andere, als ein Selbstläufer.
So klar der EHC Zuchwil-Regio in der Qualifikation gebodigt wurde, so klar wird, dass die Playoffs bei Null beginnen. Kein Team wird sich auf den Lorbeeren ausruhen können, ein Qualifikations-Sieger, wie der EHC Brandis, schon gar nicht. Sie werden bis zum bitteren Ende stets die Gejagten bleiben.

Klare Siege in der Qualifikation nützen nichts

In den Schoss gefallen, sind die Siege in der Qualifikation gegen Zuchwil, dem EHC Brandis nicht. Beim 4:1 Ende Oktober beispielsweise, wurde als Team kompakt gearbeitet und auch das Glück etwas beansprucht, wie Patric Buri damals aussagte: „Sicher war die 2:0-Führung auch etwas glücklich, dennoch war das für uns natürlich wichtig“. - „Offensiv haben wir nicht schlecht gearbeitet, das stimmt. In der Defensive hatten wir teilweise Aussetzer, die müssen wir unbedingt abschalten“, meinte Buri damals weiter. Defensiv hat Zuchwil im entscheidenden Viertelfinal-Spiel beim 1:0 offenbar hervorragend gearbeitet, was es für Brandis nicht einfacher machen wird. Auch beim zweiten Aufeinandertreffen der beiden Equipen in dieser Saison, sieht das Resultat schöner aus, als es scheint. Beim 6:2 im Dezember, war die Powerplay-Quote von 50% spielentscheidend. Eine Quote gegen zwanzig Prozent, gilt bereits als sehr gut. Es war aber nicht nur das Powerplay, welches ausschlaggebend war. Marco Blaser sah noch andere Gründe: „Jede Linie hat sich Chancen erarbeitet, das ist unsere Stärke und diese müssen wir konsequent ausspielen“.

Starkes Kollektiv über vier Linien

Genau darin lag auch der Erfolg im dritten Spiel gegen die Solothurner. Das starke Kollektiv funktionierte selbst bei nur drei Mann auf dem Eis. Gleich drei doppelte Überzahl-Situation wusste der EHC Zuchwil-Regio nicht zu nutzen. Zu gut stand die Brandis Box, zudem hütete ein bärenstarker Lukas Gasser das Emmentaler Tor. „Die Box stand sicherlich gut, trotzdem kam da Zuchwil zu etlichen Abschlüssen, da hat uns Gasser im Spiel gehalten“, meinte Janick Holzer damals nach dem Spiel.
Starkes Boxplay, starkes Kollektiv über vier Linien, starkes Powerplay, alles klar also? Nein, eben nicht!
Denn Playoffs haben eigene Gesetze und Playoffs beginnen komplett bei Null. Für jeden Sieg, muss erneut hart gearbeitet werden. Im Boxplay, im Powerplay, im Kollektiv, überall. Wer dazu nicht bereit ist, ist schneller aus der Serie raus, als ihm lieb ist. Da nützt auch ein überlegener Qualifikationssieg rein gar nichts. (pmu)