Vorschau Brandis-Zuchwil Spiel 3

zuchwil brandis5

Vorschau folgt am 02.03.2017 Auch sogenannte Favoriten müssen sich neu durchsetzen

Von Päscu Müller

Ist ein Qualifikations-Sieg etwas wert? Wohl kaum, er zeigt höchstens eine Tendenz, denn auch ein sogenannter Favorit, muss sich neu durchsetzen. In der Regel sollten dafür – je nach Liga – eine Serie von fünf bis sieben Spielen genügen müssen. Aber eben nur in der Regel . Ein Erklärungsversuch.

Wie die ZSC Lions, als souveräner Qualifikations-Sieger am nachmaligen Meister SC Bern bereits in den Viertelfinals gescheitert sind, wurde mehrfach bereits geschrieben. In dieser Saison werden die Playoffs bestimmt wieder dramatische Geschichten schreiben. Egal in welcher Liga. In der NLA starten die Playoff-Viertelfinals erst am 4. März. In der NLB sind sie bereits voll im Gange. In der 1. Liga Gruppe Ost, hat es mit dem EHC Chur Capricorns bereits einen sogenannten Favoriten im Viertelfinal erwischt. Die Bündner – Zweitplatzierte nach der Qualifikation – wurden vom EHC Wetzikon frühzeitig in die Ferien geschickt. Eben dieses Wetzikon sorgt auch im Halbfinal für Furore. Sie gewinnen Spiel eins gegen den souveränen Qualifikations-Sieger Dübendorf deutlich mit 5:2. Dübendorf hat mittlerweile die Serie ausgeglichen. In der Gruppe Zentral und West, sind die vier erstplatzierten im Halbfinal unter sich. Doch auch da laufen die Resultate im Halbfinal nicht nach Regel. Denn der EHC Brandis verlor sein Heimspiel im Halbfinal – wie Dübendorf – ebenfalls. Wie die Zürcher, zeigten aber auch die Emmentaler in Spiel zwei eine Reaktion.

Wenn nichts passt, passt nichts

Beim Spiel am letzten Samstag hatte nicht viel zusammen gepasst. Eigentlich gar nichts. So bizarr wie es klingen mag, es ist besser in einem Spiel passt rein gar nichts, als dass sich Unzulänglichkeiten über die ganze Serie streuen. Insbesondere die Powerplay-Quote war schwach. Elf kleine – gegen Zuchwil ausgesprochene – Strafen, konnten nicht ausgenutzt werden. Selbst drei doppelte Überzahl-Situationen führten nicht zum gewünschten Erfolg. Zuchwil dagegen, zeigte sich im Powerplay äusserst effizient. Die Tore eins bis drei fielen alle bei einem Mann mehr auf dem Eis. Der Treffer zum 0:4 war ein Shorthander ins leere Tor. Dieser Treffer ist ohne grosse Relevanz. Brandis riskierte in dieser Phase alles und verlor auch da. Spannend war dieses Spiel alle Mal. Es war aber nicht nur das Box- bzw. Powerplay. Während der ganzen Saison wurden zusammen gezählt, nie so viele Ausrutscher und Bauchlandungen produziert, wie an diesem einen Abend. Gefehlt hat aber auch Leidenschaft und Kampfgeist. Das entscheidende in einer Playoff-Serie ist, wie ein Team auf einen solch missglückten Match reagiert. Noch wurde ja erst ein Spiel einer best-of-five Serie vergeigt.  

Aus best-of-five wird best-of-three

Die Möglichkeit zur Korrektur bot sich dem EHC Brandis am Dienstag in Zuchwil. Dabei traten die Emmentaler ganz anders auf, als am letzten Samstag. Mit deutlich breiterer Brust, mehr Engagement und vor allem Leidenschaft, fielen bereits im ersten Drittel vier Tore. Vor allem im ersten Drittel zeigten die Emmentaler eine eindrückliche Reaktion. „Wir haben in Zuchwil gesehen, was es braucht, nämlich Leidenschaft und Kampfgeist“, sagte Marco Blaser unmittelbar nach dem Spiel in Zuchwil. „Heute ist jeder für den anderen gelaufen, das ist entscheidend – wenn wir so spielen kommt es gut“, ergänzte Blaser. Genau auf diesen Tugenden, muss der EHC Brandis in Spiel drei, bauen. „Wir dürfen keine Spur nachlassen, heute haben wir gesehen was es braucht“, doppelte er nach. Über Spiel eins, wollte sich Blaser nicht wirklich unterhalten: „Spiel eins ist abgehakt, wir nehmen jetzt Spiel für Spiel, das einzige was zählt, ist der Donnerstag“. Wenn das Team mit dieser Einstellung, wie sie Marco Blaser beschrieben hat, in Spiel drei zu Hause im Brünnli geht, dann kommt es tatsächlich gut. (pmu)