Vorschau Brandis - Bern

Andreas Beutler vrk

Das Spiel der Klubgeschichte: EHC Brandis gegen den SC Bern

Von Päscu Müller

Dem EHC Brandis bescherte die Los-Fee ein richtiges Donner-Los. Kein geringerer, als Schweizermeister SC Bern, wird im Cup herausgefordert. Nicht nur sportlich, ist dieses Los, eine hohe Hürde. Auch administrativ wurde im Vorfeld der Partie ein Kraftakt vollbracht. Als Belohnung hofft Brandis auf eine ausverkaufte Halle.

Was für ein Traumlos für den EHC Brandis. Nach Visp und zweimal Langenthal aus der Swiss League (ehemals NLB), bescherten die Hockeygötter den Emmentalern, keinen geringeren Gegner, als Schweizermeister SC Bern. Sportlich gesehen, ist der amtierende Schweizermeister, wohl die grösste Hürde. Betrachtet man den Cup für die Unterklassigen, auch als Eishockey-Fest, ja dann sind die Voraussetzungen für dieses Fest geschaffen. Für den EHC Brandis ist dies, das Spiel der Klubgeschichte. Um diesem Spiel auch punkto Ambiance gerecht zu werden – allein die Anzahl der Fans des SCB – wurde das Spiel von der Heimstätte Brünnli in Hasle, in die grössere Halle nach Huttwil verlegt. Der Entscheid der Klubführung um Hene Krähenbühl, ist nicht nur nachvollziehbar, er ist auch richtig. Was aber da alles an Absprachen nötig waren, übersteigt das Vorstellungsvermögen eines Aussenstehenden. Um diesem Anlass einen würdigen Rahmen zu verleihen, wurden unzählige Stunden in Sitzungen investiert. Einen solchen Event, schüttelt keiner einfach so aus dem Ärmel. Es soll schliesslich ein Hockey-Fest für Alle werden.

Ein Eishockey-Fest – SCB zum „Anfassen“

Damit dies auch gelingt, sind verschiedene Faktoren, die greifen müssen, notwendig. Über dem Ganzen steht selbstredend die Aura, die der SC Bern versprüht. Zuletzt Schweizermeister 2016 und 2017, zählen die Berner zu den Top-Klubs Europas. Betreffend Zuschauer-Durchschnitt, ist der SCB mit über 16'000 in Europa gar die N°1. Das Stadion ist mit knapp 95% ausgelastet. Wer heuer in der Schweiz den Titel holen will, muss am SC Bern vorbei. Die Meisterschaft wird wohl wieder über die Stadtberner führen. In der Schweiz sind sie das Mass aller Dinge. Und genau dieser SCB, ist Cup-Gegner, des im Vergleich mit diesem Titan, eher beschaulichen EHC Brandis. Allein die zu erwartende Fan-Gemeinde der Bären, wird für ein unvergessliches Ereignis – vor allem auch für das Team des EHC Brandis – sorgen. Die Fans der berühmt-berüchtigten Stehrampe in der Postfinance-Arena, werden für einmal ihren Lieblingen ganz nah sein können. Beste Voraussetzungen für ein gelungenes Eishockey-Fest auf allen Ebenen.
Die Vorfreude auf dieses Spiel, ist nicht nur bei den Fans gross. Auch das Team des EHC Brandis spürte, dass da etwas ganz anderes, als ein „normales“ Spiel vor der Türe steht. Plötzlich standen TV-Equipen im Training, hier ein zusätzliches Interview und da eine Anfrage eines Journalisten der schreibenden Medien. Im Staff der Emmentaler, ist man über dieses Cup-Los sehr glücklich.

Möglichst lange mithalten“ 

Dies gab auch Andreas Beutler, jetziger Headcoach bei Brandis und langjähriger Verteidigungsminister beim SCB, zu Protokoll. „Wir haben und extrem extrem gefreut, dass wir ein solches Los haben dürfen“. Für Beutler ist es nicht nur die schöne Zeit beim SCB, die ihn ins schwärmen bringen: „Es ist eh etwas sehr Spezielles, wenn ein Amateur-Verein wie wir, gegen den Schweizermeister spielen dürfen“. „Einerseits ist das ein schönes Gefühl, andererseits sportlich halt schon sehr herausfordernd“, präzisiert der Brandis-Trainer. Andreas Beutler hat auch einen klaren Plan, wie das ganze gegen den Titanen aus Bern aussehen soll: „Wir möchten uns so gut wie möglich verkaufen und werden alles dafür geben, ein attraktives Spiel zu machen“. „Wir werden alles versuchen, um unserem Gegner das Spiel möglichst lange schwer zu machen“. Der Brandis-Trainer weiss aber genau, wie schwer dieses Unterfangen sein wird: „Wenn man betrachtet, von wo der SCB kommt und von wo wir, dann ist das ein riesiger Unterschied“, hält er fest. Beutlers Ziel ist klar: „Wir müssen dem Gegner möglichst lange die Stirn bieten, sein erstes Tor zu erzielen. Wir müssen ruhig und abgeklärt in dieses Spiel gehen“. Ruhig und abgeklärt ist das Stichwort. Der eine oder andere Brandis-Akteur wird übermässig nervös sein. Schliesslich spielt man nicht alle Tage gegen den Schweizermeister. Auch da werden die Trainer gefordert sein.
(pmu)