Vorschau Brandis - Seewen

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Seewens effiziente erste Linie

Von Päscu Müller

Bei ihrer Saisoneröffnung wurde der heutige Gegner Seewen vom EHC Brandis mit 6:2 weggeputzt. Sie befanden sich wohl noch im Cup-Blues (spielten gegen HC Lugano). Danach siegten die Innerschweizer beispielsweise gegen Favorit Sion. Brandis-Keeper Lukas Gasser ist vor allem von der ersten Linie der Seewener beindruckt. Goalie Gasser spricht auch über seine veränderte Rolle im Team.

Für den EHC Seewen war das Spiel gegen Brandis vom 23. September, der Auftakt in die neue MySports League. Ihre Begegnung eine Woche zuvor, wurde aufgrund der vorläufigen Suspendierung von Université Neuchâtel, verschoben. Gegen den EHC Brandis steckten die Innerschweizer zudem wohl noch im Cup-Blues – sie spielten drei Tage zuvor gegen den HC Lugano – und wurden im ersten Drittel regelrecht überfahren. Nach zwanzig Minuten führten die Emmentaler am Lauerzersee bereits mit 4:0. Drei Tore fielen dabei binnen zwei Minuten. Seither hat sich Seewen toll gefangen und beispielsweise in Basel zweimal gewonnen. Dazu bezwang der EHC Seewen gar Titelfavorit Sion-4-Vallées und am Samstag wurde Thun mit 9:2 regelrecht weggefegt. Claudio Zurkirchen – er ist der Bruder von Lausannes Goalie Sandro – glänzte in Sion mit drei Toren. Ein anderer Seewener ist nicht minder gefährlich, denn Rolf Portmann war gegen Sion dreifacher Passgeber. Ihm gelangen am Samstag in Thun drei Tore. Diese zwei Seewener sind also richtig in Fahrt. Brandis-Keeper Lukas Gasser, spricht nicht nur über die zwei Goalgetter und das erste Spiel in Seewen, er spricht auch über seine veränderte Rolle im Team. Dabei macht er einen Vergleich mit der Formel 1.

«Mit unseren vier Linien durchziehen»
Die Pucks liefenfür die Emmentaler, das Spiel war entgegen den anderen Spielen in der MySports League, schnell entschieden. Dass danach der EHC Brandis einen Gang runter schaltete, ist ihnen nicht zu verübeln. Ärgerlich sind die zwei erhaltenen Gegentreffer im Boxplay gleichwohl. Lukas Gasser spricht von durchziehen: «Wenn wir mit unseren vier Linien in der Breite durchziehen, habe ich das Gefühl, dass Seewen ein Gegner ist, den wir schlagen müssen», sagt Gasser aus. Um einen Atemzug später, seine Aussage zu präzisieren: «Das Spiel aber beginnt bei null, die werden sicher denken, Brandis hat uns das letzte Mal die Schläuche runtergelassen und deswegen werden die, ihre Haut so teuer wie möglich verkaufen wollen». Dem Brandis-Keeper Gasser, sind die zwei Gegentreffer im Schlussdrittel ebenfalls noch präsent: «Die haben da gemerkt, dass gegen uns etwas drin liegt, wenn wir nicht voll bei der Sache sind wir es schwierig. Wir haben schliesslich das letzte Drittel in Seewen verloren», mahnt er kritisch. Es wird somit wahrscheinlich wieder ein Spiel, indem alle beim EHC Brandis gefordert sein werden.

«Letzte Saison war dies gerade umgekehrt»
Insbesondere auch die Torhüter, welche bis anhin ihren Job sehr gut erledigt haben. Die Rolle bei Lukas Gasser hat sich dabei aber geändert. War er letzte Saison neben Michael Kaufmann klar der jüngere der beiden Keeper, ist er in dieser Spielzeit plötzlich der Ältere. «Klar, für mich hat sich die Rolle geändert und ich versuche diese Rolle des Älteren auch einzunehmen, dazu bin ich auch länger im Team», erklärt Gasser. «Ich versuche Sven Witschi möglichst zu helfen, so dass er sich hier gut einlebt. Diese Rolle war letzte Saison gerade umgekehrt». Lukas Gasser vergleicht den Konkurrenzkampf – wenn es denn überhaupt ein Kampf ist – mit der Königsklasse des Motorrennsports: «In der Formel 1 fahren auch zwei Fahrer im und für dasselbe Team, unter dem Strich muss aber jeder auch für sich schauen». Damit in der Formel 1 die Teamwertung erfolgreich gestaltet werden kann, braucht es zwei starke Fahrer. Dies kann durchaus auch auf das Eishockey adaptiert werden. Zudem spornen sich zwei starke Goalies wahrscheinlich zu noch stärkeren Leistungen an, als wenn sich einer im Liegestuhl zurücklehnen kann. Schliesslich obliegt es aber den Teamchefs die Stallorder zu definieren, um das Beste fürs Team herauszuholen. Der EHC Brandis begibt sich nach dieser heutigen Partie auf Tour de Suisse und trifft erst am 2. Dezember wieder in der Heimstätte Brünnli an.Gegner wird erneut der EHC Seewen sein. 

(pmu)