Vorschau Brandis - Seewen 02.12.2017

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Halbzeit in der MySports League: Der Sportchef zieht Bilanz

Von Päscu Müller

In der neu geschaffenen MySports League, ist bereits die Hälfte der Qualifikation gespielt. Dass diese Liga sehr ausgeglichen werden würde, war zu vermuten. Zwischen Rang eins und zehn, liegen nur zwölf Punkte Differenz. Einzig Düdingen und Neuchâtel scheinen etwas distanziert. Brandis-Sportchef Christian Baumgartner zieht Bilanz.

Mindestens siebzehn Spiele haben alle Teams der MySports League absolviert. Die Ausgeglichenheit dieser Liga ist frappant. Zwischen dem Leader Sion mit 36 Punkten und dem zehntplatzierten EHC Basel mit 24 Punkten, liegen nur 12 Punkte Differenz. Einzig Düdingen und Neuchâtel wurden etwas distanziert. Gerade gegen diese beiden Teams, musste der EHC Brandis bittere Niederlagen einstecken. Diese Tatsache spricht wiederum für die Ausgeglichenheit in dieser Liga. Kann ein Team – aus welchen Gründen auch immer – seine volle Leistungsbereitschaft nicht abrufen, gibt es kaum Punkte. Selbst Leader Sion-Nendaz musste drei Niederlagen in Serie einstecken. Brandis passierte dies vier Mal in Folge, hat sich aber mit Auswärts-Siegen in Sion und Wichtrach – immerhin zu diesem Zeitpunkt Erster und Zweiter – wieder rehabilitiert. Die Emmentaler haben bisher gegen jedes Team mindestens einen Sieg eingefahren. Ausnahmen sind, wie oben erwähnt, die beiden letztplatzierten Düdingen Bulls und Université Neuchâtel. Zuletzt siegte Brandis in Bülach mit 2:1. Nicht nur aus sportlicher Sicht ist die MySports League eine echte Herausforderung, auch der Aufwand für jeden Einzelnen, ist wesentlich grösser. Brandis Sportchef Christian Baumgartner zieht nach Halbzeit Bilanz.

«Alles ist viel professioneller geworden»

Es ist wohl für viele Klubs ein Abenteuer, diese MySports League. Zuschauermässig ist kaum eine Steigerung feststellbar und die Reisen an die Auswärtsspiele sind weit. Das Entscheidende aber ist: «Die Spieler werden gefordert, sportlich ist das kein Vergleich zu letzter Saison», sagt Brandis Sportchef Christian Baumgartner. «Es ist schön dürfen wir in dieser Liga dabei sein, wenn man bedenkt, dass der EHC Brandis vor ein paar Jahren noch am unteren Ende der 1. Liga dümpelte». Es ist nicht nur der sportliche Aspekt, der Baumgartner begeistert: «Alles ist viel professioneller geworden und so wahnsinnig weit weg von der NLB (Swiss League) sind wir nicht mehr». Der Eishockey-Kenner Christian Baumgartner geht sogar einen Schritt weiter: «Gegen ein schlechtes NLB-Team ohne Ausländer, haben wir, wenn wir top spielen, eine Chance, davon bin ich überzeugt». Trotz der sportlichen Ausgeglichenheit in dieser Liga, sieht Baumgartner auch Unterschiede: «Die Klubs um Zürich, Basel, Chur und Sion, sind sogar noch einen Schritt weiter, die haben beispielsweise eine Geschäftsstelle, die meistens besetzt ist». Auch da versucht der EHC Brandis Schritt zu halten und hat mit Stürmer und Student Sven Nägeli, diese Geschäftsstelle wenigstens temporär besetzt.  

«Habe noch keinen Spieler klagen gehört»

Dass der EHC Brandis in dieser ausgeglichenen Liga sportlich mithalten kann, ist keine Selbstverständlichkeit, es ist erfreulich. Aus den letzten beiden Saisons – die letzte mit dem Meistertitel in der Zentralgruppe – waren sich die Emmentaler Siege gewohnt. Die Niederlagen-Serie gegen Seewen, Neuchâtel, Dübendorf und Basel war dem zu Folge etwas Neues: «Wir sind da etwas in ein Loch gefallen, dazu hatten wir etwas Verletzungs-Pech», meint Sportchef Baumgartner zu dieser Phase. Die Reaktion auf diese negative Serie – oder eben dieses Loch –  ist den Emmentalern mit Siegen in Sion und gegen Wiki-Münsingen und zuletzt in Bülach, gelungen. In Chur waren die Emmentaler eher wieder im Loch, gegen Bülach spielbestimmend und knapp siegreich. Deshalb spielt Brandis als Drittplatzierter wieder vorne mit. Der Abstand zu Rang neun ist mit sechs Punkten aber nicht komfortabel. «Wir könnten in der Rangliste auch weiter vorne sein, aber auch weiter hinten. Die Teams sind alle so nahe beieinander, das macht diese Liga ja auch so spannend», resümiert Christian Baumgartner. Die MySports League ist eben nicht nur sportlich interessant. Sie ist auch, was die Reiserei betrifft, einem Profi-Team sehr nahe. «Diese Leistung, auch in der Planung der Spieler, muss man zu würdigen wissen. Den Aufwand, auch zeitlich, den die Spieler leisten ist enorm». Wenn man bedenkt, dass ein Spiel beispielsweise in Chur, einen zeitlichen Aufwand von ca. dreizehn Stunden bedeutet, muss man Baumgartner zustimmen. «Ich bin stolz auf das Team, denn darüber habe ich noch keinen Spieler klagen gehört».
Nach der Reiserei im November, darf der EHC Brandis endlich wieder einmal zuhause spielen. Das letzte Mal war dies am 25. Oktober der Fall. Der Gegner damals ist derselbe wie heute und heisst EHC Seewen. Es waren die Innerschweizer, die die Niederlagen-Serie der Emmentaler quasi einleiteten. Grund genug, sich mit einem Sieg tüchtig zu revanchieren.

(pmu)