Vorschau Brandis - Düdingen Bulls

SNägeli 600

Drei Fliegen mit einer Klappe?

Von Päscu Müller

Die Weihnachtszeit und damit allfällige Schlemmereien sind vorbei. Sportlich geht es für den EHC Brandis Schlag auf Schlag weiter. Dabei warten am dritten Tag des Neuen Jahres die Düdingen Bulls. Gegen die Freiburger tauchten die Emmentaler Mitte Oktober unerwartet. Sven Nägeli über die Bulls, seine Rückennummer und Fondue Chinoise.

Es war nicht der Abend des EHC Brandis Mitte Oktober in diesem Düdingen. Bereits bei Spielmitte lagen die Emmentaler mit 0:4 im Hintertreffen. Wer glaubte Brandis drehe dieses Spiel im Schlussdrittel, sah sich getäuscht. Denn Düdingen Bulls traf nach nur zwölf Sekunden zum fünften Mal in den Emmentaler Kasten. Ein Fehlstart ins Spiel plus ein Fehlstart in den Schlussabschnitt, waren definitiv zwei Fehlstarts zu viel. Als Sven Nägeli darauf angesprochen wird, was Brandis an diesem Abend falsch gemacht hat, möchte er die Frage lieber anders gestellt haben: «Du fragst mich besser, was wir gut gemacht haben, ich wäre dann schneller fertig mit antworten». Wo er recht hat, hat er recht. Es ist dieser Schalk bei Sven Nägeli, der immer wieder durchbricht. Dies wird auch deutlich, als er über die Weihnachtsschlemmerei angesprochen wird. Angst vor der Waage hat er dabei nicht. Muss er auch nicht, denn schliesslich trainiert die Beutler-Truppe am 1. und 2. Januar um eben gegen die Bulls aus Düdingen im Saft zu sein. Fondue Chinoise sollte gerade deswegen, dennoch möglich sein.

«Fondue Chinoise natürlich»
Auf eben diese Schlemmereien über die Weihnachtszeit angesprochen, bricht bei Sven Nägeli wieder sein Schalk durch. Konkret angesprochen, wie das bei ihm aussehe, bleibt er schlagfertig: «Ach Fondue Chinois natürlich, mit Pommes Frites und das möglichst drei- bis viermal», antwortet Nägeli grinsend. Damit liefert er einen Steilpass, denn so mancher steht nach den Festtagen frustriert auf die Waage. Davor hat Sven Nägeli keine Bedenken: «Wir wägen uns alle paar Wochen, sicher auch nach den Feiertagen, aber Sorgen muss ich mir da nicht machen, da gibt es Andere» und schaut bewusst zu seinen in der Garderobe anwesenden Teamkollegen, ohne sich ein erneutes Grinsen nicht verkneifen zu können. Keiner fühlt sich offensichtlich betroffen, ein paar Sprüche fallen. «Namen nenne ich da selbstverständlich keinen», schiebt Nägeli nach. Es wird laut losgelacht. Überhaupt ist die offene und positive Art von Brandis’ Nummer 24 sehr ansteckend. Dass Nägeli mit dieser Nummer aufläuft, ist übrigens Zufall: «Als ich in meiner ersten Saison bei Brandis spielen durfte, kam ich erst im Verlauf des Sommers zur 1. Mannschaft. Es war wohl nicht geplant, dass ich beim Saisonstart dabei bin. So hat man mir erst auf den letzten Drücker, dieses Leibchen mit eben dieser Nummer überreicht», gibt er, seit der Saison 2012/13 regelmässig zum Einsatz kommende Stürmer, Auskunft.

«Möchten jedes Spiel gewinnen»
Der Ursprung seiner Rückennummer ist also reiner Zufall. «Bedeutung hat dies keine, erst jetzt vielleicht mit den Jahren nimmt diese Bedeutung zu», erklärt Nägeli. Auch wenn diese Rückennummer für den Brandis-Stürmer erst jetzt an emotionalem Wert zunimmt, getragen hat sie ihn trotzdem. Und wie. Seit der Saison 2012-13, produziert Nägeli mit dieser Nummer nämlich rund einen Punkt pro Spiel. Dieser Wert ist, über die gesamte Dauer gesehen, hoch. In dieser Spielzeit – eine Liga höher – steht Sven Nägeli nach 21 Spielen bei neun Punkten. Vielleicht kommt da ja der eine oder andere Punkt gegen die Düdingen Bulls dazu. An der Einstellung dazu jedenfalls fehlt es nicht: «Wir möchten eh jedes Spiel gewinnen, sonst brauchst du gar nicht zu spielen». Dass dies in dieser ausgeglichenen Liga nicht immer möglich ist, versteht sich von selbst. Gegen Düdingen hat Brandis aber etwas gutzumachen. Ein Fehlstart – oder eben zwei –  wie im Freiburgischen, wäre in diesem Rückspiel kaum erklärbar. Es braucht die volle Leistungsbereitschaft ab der ersten Sekunde, ohne Nachlassen, nur dann ist ein Sieg zu holen. Mit einem Sieg würden quasi zwei Fliegen mit einer Klappe erledigt. Erstens würde sich Brandis in der oberen Tabellenhälfte festsetzen und zweitens hätte man sich für die Niederlage im Oktober revanchiert. Sollte dabei der Mann mit der Rückennummer 24 noch punkten, wären es sogar Drei.

(pmu)