Vorschau Brandis-Star Forward PO VF1 - EHC Brandis

Vorschau Brandis-Star Forward PO VF1

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Brandis im Viertelfinal gegen Star Forward

 Von Päscu Müller

Nicht nur die ganze Qualifikation der neuen MySports League war eine enge Angelegenheit. Die Playoffs werden es vermutlich auch. So ist kaum eine zuverlässige Prognose möglich. Details werden entscheidend. Ein wichtiges Detail dürfte das Spiel in Über- und Unterzahl sein. Die Serie gegen Star Forward jedenfalls ist offen, wie die anderen Viertelfinals auch.

Nach zweiunddreissig Qualifikationsspielen in der MySports League starten die Playoffs für alle Teams wieder bei null. Alle Teams? Nicht ganz. Für die renommierten Teams aus Basel und Chur gibt es keine Playoffs. Sie dürfen – oder müssen –  in der Abstiegsrunde gegen die Düdingen Bulls und Université Neuchâtel spielen, wobei die Neuenburger bereits jetzt als Absteiger feststehen. Für alle anderen Mannschaften gilt der heutige Samstag als Starschuss in die Endphase der Saison. Die Entscheidung um diese Playoff-Teilnahme war äusserst eng, waren doch nach der letzten Spielrunde, drei Teams punktgleich um Rang acht bis zehn, platziert. Die direkten Begegnungen bei Seewen, Basel und Düdingen hievten die Innerschweizer auf den letzten Drücker ins Playoff. Ebenfalls die Entscheidung um das Heimrecht fiel erst am letzten Spieltag. Da Brandis den EHC Wiki mit 8:3 bodigen konnte und Star Forward gleichzeitig in Dübendorf mit 0:3 tauchte, zogen die Emmentaler in der Tabelle an den Waadtländern wieder vorbei. Überhaupt war die erste Saison der MySports League sehr ausgeglichen. Zwischen Qualifikationssieger Sion und Seewen auf Rang acht, liegen nur sechzehn Punkte. Geht diese Ausgeglichenheit in den Playoffs weiter, sind die vier Halbfinalisten alles andere als klar. Jedenfalls versprechen die vier Playoff-Partien viel Spannung.

Ausgeglichene Punkte-Bilanz gegen Star Foward
Brandis wird sich mit Star Forward auseinandersetzen. Zweimal haben die beiden Teams in dieser Saison bereits gegeneinander gespielt. Beide Teams gewannen ihre Spiele jeweils auswärts. Bitter war die Niederlage des EHC Brandis anfangs Oktober. Trotz einem deutlichen Chancenplus, mussten die Emmentaler mit einem 0:3 vom Eis. Ausschlaggebend war die Effizienz der Waadtländer im Powerplay. Aus vier Möglichkeiten erzielten sie zwei Tore. Brandis dagegen traf aus gefühlten hundert Chancen das Tor an diesem Abend nicht. Forwards Goalie Fragnoli hielt einfach alles und was er nicht hielt wurde von seinen Vorderleuten geblockt. Anders verlief die Begegnung in Morges kurz vor Weihnachten. Führten die Waadtländer zur ersten Pause noch mit 1:0, legten die Emmentaler ab dem zweiten Drittel einen regelrechten Steigerungslauf hin und drehten die Partie in einen 3:1 Sieg. Dennoch ist dabei ein Haar in der Suppe zu finden. Bei sieben Strafen gegen Morges, trifft Brandis nur einmal in den Kasten. Man muss kein Prophet sein um zu orakeln, dass die Special Games in dieser Serie zwischen Brandis und Star Forward einen entscheidenden Charakter haben könnten.

Special Games entscheidend?
Vergleicht man die beiden Spiele etwas genauer, gilt es festzuhalten, dass die Waadtländer zwei ihrer vier Tore im Powerplay erzielt haben. Ihre Quote liegt somit bei fünfzig Prozent. Brandis dagegen nutzte nur eine von insgesamt zehn Überzahlsituationen zu seinen Gunsten aus. Bei fünf gegen fünf Feldspieler reüssierten beide Teams je zweimal. Obwohl dabei ein Tor der Waadtländer kein lupenreines Tor bei Gleichstand war. Es fiel nämlich, als Brandis seinen Torhüter durch einen sechsten Feldspieler ersetzte. Dennoch wäre der kleine Beweis erbracht, dass die Über- bzw. Unterzahlsituationen wohl entscheidenden Charakter haben werden. Nur, so einfach ist es eben nicht. Eishockey findet auf einer rutschigen Unterlage statt (Zitat Klaus Zaugg), zudem ist Mathematik in dieser Sportart eben nur bedingt anwendbar.  Oder taugt höchstens im Nachhinein als Mittel zur Analyse. Eines aber ist sicher. Es wird viel Leidenschaft, viel Kampfkraft und vielleicht auch etwas Glück nötig sein, um diese Serie für sich entscheiden zu können. Wer davon übermässig mehr in die Waagschale wirft, hat bestimmt Vorteile. Ob die dann reichen ist wiederum eine andere Geschichte. Frei nach dem olympischen Gedanken: Lasst uns die Spiele gewinnen eh beginnen.

(pmu)