Vorschau Brandis-Star Forward PO VF3

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Brandis und Star Forward im Zahlenvergleich

Von Päscu Müller

Zahlen dienen der Analyse und fördern manchmal Erstaunliches an den Tag.  Wie in den Direktbegegnungen zwischen dem EHC Brandis und Star Forward HC. Denn die Westschweizer spielen gegen Brandis nicht nach ihrer Norm. Will Brandis in den Halbfinal, muss es Star Forward in diese Norm zwingen, wie dies am Dienstag in Morges gelungen ist. Dazu braucht es auch Glück.

Vier Spiele – zwei in der Qualifikation und zwei in den Playoffs – haben Brandis und Star Forward in dieser Saison ausgetragen. Dabei glich kaum ein Spiel dem Anderen und dennoch ist eine leichte Tendenz feststellbar, die durch Zahlen interpretiert werden kann. Indikatoren dazu sind das Spiel fünf gegen fünf Feldspieler und die sogenannten Special Games, das Spiel in Über- beziehungsweise Unterzahl. Es ist zwar eine Floskel, aber Zahlen lügen selten. Ackert man sich ein bisschen durch das Zahlenmaterial, stellt man Erstaunliches fest. Hauptsächlich – jedenfalls ist dies zu hoffen – findet das Spiel ja bei fünf gegen fünf Gegenspieler statt. Entschieden wird eine Partie aber oft in Special Games. Welches Team spielt besser in der Box? Welches Team hat im Powerplay auch etwas Glück und kann reüssieren, damit gar den Sieg erringen. Als Referenzen dazu dienen Zahlen beider Teams, aus der zweiunddreissig Spiele umfassenden Qualifikation und den Direktbegegnungen. Im Spiel bei Gleichstand der Feldspieler belegte der EHC Brandis in der Rangliste Platz zwei, Star Forward dagegen nur Rang elf. Diese Tendenz wiederspiegelt sich auch in den Direktbegegnungen.

Star Forward haut die Zahlen auf den Kopf
Während der Qualifikation erzielte Brandis zweiundsiebzig Prozent seiner Tore bei Gleichstand der Feldspieler, Star Forward dagegen nur sechsundsechzig Prozent. Vergleicht man nun diese Werte allein mit den Direktbegegnungen, halten die Waadtländer ihre Quote, Brandis dagegen steigert sie auf fünfundachtzig Prozent. Und trotzdem ist Star Forward ein ebenbürtiger Gegner, ergo muss der Grund für diese Ausgeglichenheit woanders liegen. Naheliegend ist, die Powerplay-, beziehungsweise Bopxplay-Quote zur Analyse herbei zu ziehen. Im Boxplay belegten beide Teams die ersten beiden Plätze, der Unterschied liegt im Promillebereich – 85,33 zu 85,41 Prozent –  und ist zu vernachlässigen. Der Unterschied in der Powerplay-Quote dagegen, ist alles andere als zu vernachlässigen. Star Forward hatte in der Qualifikation das schlechteste Powerplay der Liga, natürlich nur was die Zahlen betrifft. Knapp zwölf Prozent sind nicht wirklich stark. Die Emmentaler dagegen belegen mit knapp zwanzig Prozent Rang vier. Ergo müsste doch der EHC Brandis in den Direktbegegnungen die Nase vorne haben. Hat er aber nicht, denn genau in den Direktbegegnungen, stellt Star Forward die Statistik auf den Kopf.  

Im Powerplay braucht es auch Glück
Die Waadtländer spielen nämlich ausgerechnet gegen den EHC Brandis ausgezeichnet in Überzahl und verdreifachen beinahe ihre Quote auf dreiunddreissig Prozent. Die Emmentaler dagegen tun sich im Powerplay gegen Star Forward schwer. Ihre Quote sank auf fünfzehn Prozent. Warum? «Der Gegner spielt in der Box sehr aggressiv und macht uns da das Leben schwer», meint dazu Brandis Headcoach Andreas Beutler. «Es braucht dabei auch immer etwas Glück, dass man das eine oder andere Tor erzielt», führt Beutler weiter aus. Ein Glück, das dem EHC Brandis in der Qualifikation und im ersten Spiel der Playoffs gegen Star Forward leider verwehrt blieb. Der Schlüssel zum Erfolg beim zweiten Spiel des Viertelfinals in Morges, lag dann erneut im Power- bzw. Boxplay. Diesmal aber auf Seiten des EHC Brandis, denn einen ihrer drei Treffer wurden in Überzahl erspielt. Zudem erhielten die Emmentaler bei sieben Strafen keinen einzigen Gegentreffer. Star Forward konnte da ergo wieder in die eigentliche Norm gedrückt werden.  Wieso, dass das so ist, ist wieder eine andere Geschichte und wohl kaum schlüssig erklärbar. Will aber der EHC Brandis in die Halbfinals einziehen, braucht es eben auch ein bisschen Glück, wie Trainer Andreas Beutler erklärte. Glück, welches man sich auch erarbeiten kann. Mit zahlreichen und lauten Fans im Rücken, dürfte dieses Erarbeiten wahrscheinlich auch etwas leichter fallen oder zumindest eine Motivationsspritze dazu sein.

(pmu)