Enttäuschung wegstecken

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Brandis-Spieler müssen Enttäuschung rasch wegstecken

Der EHC Brandis kämpft auch diese Saison in der unteren Masterround der Erstliga-Eishockeymeisterschaft um die Playoff-Teilnahme. Dieses Verdikt steht bereits vor dem letzten Qualifikations-Heimspiel gegen Leader Zuchwil fest. Die Enttäuschung sei sehr gross, erwähnt Stürmer Marcel Soltermann. Trotzdem ist er weiterhin überzeugt, dass Brandis noch zu einem Höhenflug fähig ist.

Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Beim EHC Brandis ist diese aber bereits vor dem letzten Spiel der Qualifikation definitiv gestorben. Die Emmentaler haben die direkte Playoff-Qualifikation erneut verpasst und schafften den Sprung in die obere Masterround der besten fünf Teams nicht. Die jüngste 3:5-Niederlage in Basel besiegelte endgültig, was sich bereits in den Spielen zuvor angekündigt hatte. «Die Enttäuschung ist ziemlich gross, weil wir alle wissen, dass es möglich gewesen wäre, unter den besten fünf Teams klassiert zu sein», gibt ein frustrierter Marcel Soltermann zu verstehen.

Die Gründe für das Scheitern findet der junge Brandis-Verteidiger (Jahrgang 1992) schnell: «Wir haben einige Spiele verloren, die wir nie und nimmer hätten verlieren dürfen», blickt er mit berechtigtem Ärger auf die Qualifikation zurück und erwähnt die beiden Partien gegen Lyss, als man beide Male besser unterwegs war als die Seeländer, aber dennoch punktelos blieb. Aber auch die verhängnisvolle Heimniederlage gegen Schlusslicht Belp, zu Beginn der Saison, stellt im Rückblick ein erhebliches Handicap dar. Man habe es oft zu gut machen wollen, sucht Informatiker Soltermann nach Gründen für das kollektive Versagen. Auch habe man teilweise zu verspielt agiert. «Dadurch haben wir uns immer wieder in dumme Situationen manövriert.»

Trotz der Enttäuschung dauert die Saison noch lange und ist Brandis weiterhin gefordert. Weil die Liga extrem ausgeglichen ist, müssen die Emmentaler aufpassen, dass sie nach dem Verpassen der oberen Masterround nicht in ein psychisches Loch fallen und damit plötzlich noch die Playoff- Teilnahme gefährden. Diese Gefahr hat auch Marcel Soltermann erkannt: «Wir müssen jetzt sofort den Kopf frei kriegen, locker bleiben und wieder Vollgas geben.» Mit Zuchwil wartet zum Abschluss der Qualifikation gleich noch ein happiger Brocken. Die Solothurner sind Leader. Eine Niederlage gegen Zuchwil wäre zwar kein «Beinbruch», aber gleichzeitig würde die Situation für Brandis im Hinblick auf die Playoffs doch recht ungemütlich.

«Ich bin nach wie vor überzeugt, dass wir über ein gutes Team verfügen, das vorne mitspielen kann», versucht Soltermann die Teamkollegen aufzumuntern. Jetzt müsse man zurück zum einfachen Eishockey, fordert der Burgdorfer. «Es gilt, die einfachen Sachen richtig zu machen», sagt er und fordert, dass man die Scheibe noch viel mehr auf das gegnerische Tor bringen müsse. Für Marcel Soltermann ist klar, dass die neue Zielsetzung Rang sechs lauten muss. «Damit hätten wir zweifellos eine gute Ausgangslage für die Playoffs, würden wir doch in diesem Fall den beiden Spitzenteams vorerst aus dem Weg gehen. Soltermann glaubt weiter daran, dass eine erstmalige Playoff-Halbfinalteilnahme möglich ist. Doch dafür muss Brandis sein vorhandenes Potenzial endlich über eine längere Zeitspanne hinweg abrufen und voll einsetzen können.

Walter Ryser, artext GmbH