Es wird eng...

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Für den EHC Brandis wird es langsam eng

Immer das gleiche Spiel, immer der gleiche Ausgang. Der EHC Brandis dreht sich im Kreis. Nach der Niederlage zum Auftakt der Quali-Masterround in Unterseen (2:5) wird es für den Emmentaler Eishockey-Erstligisten langsam eng im Kampf um die Playoff-Plätze. CEO Heinz Krähenbühl ist nicht erfreut über die unerwartet prekäre Situation, verströmt aber trotzdem weiter Zuversicht: «Die Spieler kämpfen, erarbeiten sich viele Chancen. Noch können wir diese Saison einem guten Ende zuführen».  

Die Niederlage in Unterseen war bereits die sechste in Folge für den EHC Brandis, der sich damit in eine höchst ungemütliche Lage manövrierte. Die mit viel Kredit gestartete Truppe bleibt momentan vieles schuldig. Unzufrieden mit der Situation sind nicht nur Spieler und Trainer, sondern auch Brandis-CEO Heinz Krähenbühl, wie er gegenüber dem «Unter Emmentaler» betonte. «Ich wäre wohl am falschen Ort, wenn ich mich über die momentane Niederlagen-Serie nicht ärgern würde», gibt er zu verstehen.

Es sei nicht einfach, die Gründe für das kollektive Scheitern zu finden, bemerkt er weiter und erwähnt, dass man sich in jedem Spiel unzählige Chancen erarbeite. «Wir haben einfach keinen kaltblütigen Skorer in unseren Reihen. Deshalb benötigen wir viel zu viele Möglichkeiten, bis wir endlich einmal treffen.» Auch Stürmer Daniel Bieri tut sich schwer, das Versagen zu erklären. «Es gibt mir schwer zu denken, dass wir in vielen Partien besser agieren als der Gegner und am Ende gleichwohl ohne Punkte dastehen.»

So etwas habe er in seiner langen Karriere noch nie erlebt, fügt er hinzu. Er sei tatsächlich ein wenig rat-, aber keinesfalls hoffnungslos, sagt er. Ähnlich sieht das auch Heinz Krähenbühl, der dem Team Kampfgeist und Wille attestiert. Noch habe man alles selber in der Hand, zeigt er sich weiter zuversichtlich. Er fordert die Spieler auf, nun auch unangenehme Aufgaben wahrzunehmen. «Es gibt zu wenige in diesem Team, die bereit sind, dahin zu gehen, wo es weh tut», stellt er fest. Ein Trainerwechsel kommt für ihn aber nicht in Frage. «Wir können nicht immer nach der einfachsten Lösung streben. Wir würden unsere Glaubwürdigkeit aufs Spiel setzen», macht er klar, dass in dieser Situation die gesamte Mannschaft in der Verantwortung steht.

Krähenbühl ist überzeugt, dass sich die Mannschaft aus der ungemütlichen Lage befreien kann und verweist auf die beiden Erfolge gegen Nachbar und Spitzenteam Burgdorf. «Das waren keine Zufallssiege. Gegen die Teams an der Tabellenspitze haben wir stets auf Augenhöhe agiert.» Gleicher Meinung ist auch Daniel Bieri, der jedoch festhält, dass man es kaum einmal geschafft habe, das vorhandene Potential konstant abzurufen. «Vor allem nach Gegentoren fallen wir zu oft komplett auseinander.» In diesen Momenten fehle es an Selbstsicherheit. Er erinnert sich an die Zeit bei den Huttwil Falcons, als man von Sieg zu Sieg eilte: «Wenn es uns einmal nicht wunschgemäss lief, kam nie Verunsicherung auf, weil alle felsenfest überzeugt waren, dass wir die Wende noch schaffen werden.» Für Bieri ist aber klar, dass alles Lamentieren nichts nützt. «Jetzt sind in erster Linie die Führungsspieler gefordert, sie müssen voran gehen, dem Team helfen und Impulse setzen.»

Walter Ryser, artext GmbH