Kasper setzt sich hohe Ziele

Nach einem durchzogenen Start (zwei Punkte aus zwei Spielen) bietet sich dem EHC Brandis im 1.-Liga-Heimspiel gegen Thun die Chance, mit einem Sieg in die vordere Tabellenhälfte vorzustossen. «Ich habe erstmals seit ich beim EHC Brandis spiele, das Gefühl, dass wir diese Saison in die Playoff-Halbfinals vorstossen könnten», sagt Curdin Kasper. Der 21-jährige Verteidiger setzt sich gern hohe Ziele, «denn dafür lohnt es sich auch etwas zu investieren.»

Der Start zur Erstliga-Saison fiel für den EHC Brandis durchzogen aus. Nach der 1:4-Startniederlage zu Hause gegen Aarau folgte der 3:2-Sieg nach Verlängerung bei Zunzgen. Damit ergibt sich eine einfache Ausgangslage für das zweite Heimspiel: Gegen Thun winkt die Chance, mit einem Sieg in die vordere Tabellenhälfte vorzustossen – dort wo sich die Emmentaler diese Saison aufhalten möchten.

Curdin Kapser ist einer, der davon überzeugt ist, dass dieses Vorhaben realisierbar ist. «Auf diese Saison hin hat es in unserem Klub viele Veränderungen gegeben, was ich persönlich als positiv empfinde», gibt er zu verstehen, dass er mit einem guten Gefühl in die neue Spielzeit stieg. «Es ist deutlich spürbar, dass ein frischer Wind durch den Verein weht.» Für den gebürtigen Bündner, der auf abenteuerlichen Wegen via den HC Prättigau, Davos, die Pikes Oberthurgau und die Elite-Junioren des HC Fribourg-Gottéron zu Brandis stiess, ein klares Zeichen auch an die Spieler, dass man neue Wege einschlagen und mit dem Verein vorwärts kommen will.

Dass damit aber auch die Erwartungen an die Mannschaft gestiegen sind, stört den jungen Verteidiger, der sich in der Ausbildung zum Informatiker befindet, überhaupt nicht. Im Gegenteil: «Druck ist nicht unbedingt negativ, er kann auch beflügelnd wirken. All die Veränderungen im Verein signalisieren uns doch, dass wir nun richtig Gas geben können und das ist überaus motivierend», gibt er zu verstehen. Zum ersten Mal seit er vor drei Jahren zu Brandis gekommen sei, habe er das Gefühl, dass man sich nach oben orientieren könne. «Das Erreichen der Playoff-Halbfinals scheint möglich», sagt Kasper keck. Mit dieser Aussage wolle er sich nicht aus dem Fenster lehnen, betont er. «Ich liebe es, hohe Ziele anzupeilen, denn nur dafür lohnt es sich, hart und zielstrebig zu arbeiten. Solche Ziele verhindern, dass man zu schnell zufrieden ist.»

Trotzdem bleibt der Brandis-Verteidiger realisitisch. Er weiss, dass ihm und seinen Teamkollegen noch ein weiter Weg bevorsteht und dass die ersten beiden Spiele Schwachpunkte offenbahrten. «Wir hatten offensiv unsere Schwierigkeiten. Deshalb müssen wir darauf achten, dass wir defensiv keine Fehler machen», hat er erkannt. Für ihn ist klar, dass man im Angriff effizienter werden muss. «Gegen Zunzgen haben wir eindeutig zu viele Möglichkeiten ausgelassen.» Laut Kasper sei das eine Folge davon, dass die Mannschaft verjüngt worden sei und eine gewisse Routine und Abgeklärtheit fehle. Kasper ist aber überzeugt, dass dieses Manko von Spiel zu Spiel kleiner wird.

Erste Korrekturen wolle man im Spiel gegen Thun anbringen, verspricht er. «Wir haben im Training besprochen, dass wir einfach mit mehr Zug aufs gegnerische Tor fahren müssen und dabei auch konsequenter den Weg direkt vor das Tor suchen müssen. Gleichzeitig gilt es dann noch, konsequent den Abschluss zu vollziehen.» Das Rezept ist also bekannt, die Zutaten müssen die Spieler liefern – entstehen könnte so ein bekömmliches Playoff-Menü, das der ganzen Brandis-Familie bestimmt gut schmecken würde.

Walter Ryser