Vorschau EHCB-EHC Thun

Holzer Janick b 1

Zufriedenheit als grösste Gefahr

Der EHC Brandis hat sich nach harzigem Start kontinuierlich gesteigert und zur Tabellenspitze vorgearbeitet. Hier gehöre man auch hin, gibt sich Stürmer Janick Holzer selbstbewusst. Gleichzeitig weiss er aber auch, dass genau in dieser Aussage die grösste Gefahr für den Emmentaler Erstliga-Eishockeyklub lauert: «Es darf keine Zufriedenheit aufkommen. Bis zu den Playoffs gilt es Rhythmus und Konzentration hoch zu halten.»

Der EHC Brandis zählt in der laufenden Erstliga-Eishockeymeisterschaft zu den Favoriten. Die Emmentaler sind ein ernsthafter Anwärter auf den Gruppensieg in der Zentralschweiz. Dem Team von Trainer Andreas Beutler trauen viele sogar zu, Amateur-Schweizermeister zu werden. Keine einfache Ausgangslage für die Emmentaler, die eigentlich fast nur verlieren können. Stürmer Janick Holzer bestätigt, dass es eine spezielle Saison für Brandis ist: «Jeder, der in diesem Team spielt, hat gewisse Ambitionen. Am Ende wollen wir ganz zuoberst stehen.»

Grosses Gefahrenpotenzial 

Diese Ausgangslage sorgt einerseits für eine gewisse Erwartungshaltung im Umfeld des Vereins, andererseits beinhaltet sie auch ein gehöriges Gefahrenpotenzial. Der Erwartungshaltung sei man sich durchaus bewusst, bestätigt Holzer, der sich davon aber nicht beeindrucken lässt. «In unserem Kader haben wir viele Spieler, die mit der auferlegten Favoritenrolle umgehen können», sagt der 26-jährige Betriebswirtschafts-Student, der die dritte Saison bei Brandis spielt.

Viel gefährlicher erachtet er die andere Seite dieser Ausgangslage. Salopp formuliert könnte man nämlich sagen, dass Brandis bis Ende Januar bloss ein ausgedehntes Einlaufen bestreitet und erst mit Beginn der Playoffs in die Saison starten wird. «Für uns geht es darum, Konzentration und Rhythmus während der gesamten Qualifikation hoch zu halten.» Das sei aufgrund des grossen Leistungsgefälles in der Gruppe nicht ganz einfach, hat der Stürmer erkannt. «Zwar zeugt es von einer gewissen Klasse im Team, wenn man schlecht spielt und dennoch gewinnt, gleichzeitig sind solche Siege aber auch ein Hinweis darauf, dass man sich nicht auf der Höhe des möglichen Leistungsvermögens befindet.»

Noch viel Entwicklungspotenzial 

Deshalb habe man den harzigen Saisonstart genau analysiert und diverse Gespräche geführt, erwähnt Janick Holzer. «Wir haben festgestellt, dass wir in diesem Trott nicht weiterfahren können und dürfen. Wenn wir Erfolg haben wollen, dann zählt nur der Teamgedanke», weist der in Bern wohnhafte Brandis-Spieler darauf hin, dass man Einstellung und Verhalten ändern musste. Das Ergebnis liess sich sehen: Gegen die Argovia Stars (12:1) und gegen Adelboden (7:2) hat Brandis eine beeindruckende «Duftmarke» gesetzt. «Vor allem gegen die Aargauer haben wir zwei sehr gute Drittel hingelegt», ist Holzer zufrieden.

Mit diesen Siegen hat sich Brandis an die Tabellenspitze vorgearbeitet. Für Holzer ist damit aber bloss ein Zwischenziel erreicht. Im Team stecke noch viel Entwicklungspotenzial, macht er klar, dass deswegen kein Grund zur Zufriedenheit bestehe. «Unser Defensivverhalten muss eindeutig besser werden, aber auch die Laufbereitschaft gilt es über 60 Minuten aufrecht zu halten.» Gesamthaft müsse man noch konstanter auftreten. Die Mannschaft verfüge über ein immenses Potenzial. Die Qualifikation müsse in erster Linie dazu dienen, dieses Potenzial zu wecken und zu optimieren, «damit wir mit Beginn der Playoffs in der Lage sind, dieses vollumfänglich abzurufen.» Damit wären wir wieder bei der Ausgangslage, die Janick Holzer als äusserst interessant empfindet, weil man einerseits gespannt darauf wartet, ob es Brandis gelingt, dieses Potenzial zu entfalten und andererseits sehen möchte, wie weit es das Team damit bringen wird.

artext GmbH, Walter Ryser