Vorschau EHCB-EHC Basel KHL

Hain Sandro b 1

Brandis-Team ist noch keine Einheit

Der EHC Brandis tut sich schwer mit der Favoritenrolle. Die beiden Spitzenkämpfe gegen Lyss (2:3) und Thun (4:5) gingen verloren. Die Emmentaler sind nach acht Spielen in der Erstliga-Eishockeymeisterschaft bloss auf Rang vier klassiert. Für Stürmer Sandro Hain fiel der Saisonstart nicht befriedigend aus, gleichzeitig sieht er aber auch keine Veranlassung, zu diesem frühen Zeitpunkt in Panik zu verfallen.

Der EHC Brandis zählt zweifellos zu den Favoriten in der Zentralschweizer Gruppe. Bislang ist es dem Team von Trainer Andreas Beutler aber noch zu wenig oft gelungen, dieser Rolle auch gerecht zu werden. Zuletzt konnten sich die Emmentaler in den beiden Spitzenkämpfen gegen Lyss und Thun nicht durchsetzen. Die beiden knappen Niederlagen sind es kaum, die zum Nachdenken anregen, vielmehr die Art wie beispielsweise die Niederlage gegen Thun zustande kam, muss den Akteuren zu denken geben.
«Wir haben gegen Thun den Start komplett verschlafen und liessen die Oberländer gewähren», bestätigt Stürmer Sandro Hain. Nach einer halben Stunde lagen die Emmentaler vor heimischem Publikum bereits entscheiden mit 0:5 zurück. «Die zweiten 30 Minuten dominierten wir dann klar und Thun hatte praktisch keine Chance mehr», fügt der 22-jährige Hochbauzeichner aus Langnau hinzu. Doch die Aufholjagd kam zu spät und trug keinen Zähler mehr ein.
Trainingsleistung besser als Matchleistung 
Immerhin habe man in dieser Phase gesehen, dass man mit dem Leader problemlos mithalten könne, stellte Hain fest, gab aber zu, dass es ein schwacher Trost sei, wenn man nicht von Anfang an bei der Sache sei. Gerade die beiden letzten Spiele haben gemäss dem Brandis-Stürmer gezeigt, dass man zwar über viele gute Einzelspieler verfüge, «aber als Team haben wir uns noch nicht optimal gefunden.»

Hain hat zudem festgestellt, dass man momentan besser trainiere als spiele. «Wir können die guten Trainingsleistungen nicht immer ins Spiel übertragen.» Dass der grosse Erwartungsdruck, der auf dieser Equipe lastet, dies verhindere, glaubt er dagegen nicht. «Nein, damit können wir umgehen, jeder von uns weiss ganz genau, was er zu tun hat.» Sandro Hain betrachtet die momentane Phase vielmehr als wichtigen Lernprozess. «Es ist eine wichtige Erfahrung, die wir jetzt machen, die für den späteren Verlauf der Meisterschaft sehr wertvoll sein kann.»

Als Block kompakter agieren 
Der Stürmer, der die fünfte Saison bei den Emmentalern spielt, hält nichts davon, bereits jetzt in Panik zu verfallen. Er gibt aber zu, dass es von grosser Bedeutung für die Playoffs sein kann, wenn man auch in der Qualifikation möglichst weit vorne klassiert ist. So gesehen sind die Emmentaler nach den beiden letzten Niederlagen vor dem Heimspiel Samstag Abend gegen Basel bereits in Zugzwang. «Ja, es lässt sich nicht wegdiskutieren, dass wir heute unbedingt drei Punkte holen müssen, damit wir den Anschluss an die Spitzengruppe aufrecht halten können», weiss auch Hain, dass man sich keinen weiteren Ausrutscher leisten kann. Denn in einer Woche wartet das Derby gegen Burgdorf und der Ausgang dieser Partie ist stets offen. Die Ausgangslage für Brandis vor dem Heimspiel gegen Basel ist deshalb sehrdelikat.
Für Sandro Hain ist deshalb klar, dass man gegen Basel dort anknüpfen muss, wo man gegen Thun aufgehört hat. Er weiss auch, was man bewerkstelligen muss, damit auch die Resultate wieder besser werden. «Wir müssen uns auf dem Eis noch viel mehr umeinander kümmern und aufeinander schauen, damit wir als gesamten Block viel kompakter agieren.» Die Erkenntnisse, wie die Wende zu bewerkstelligen ist, sind vorhanden, jetzt gilt es noch, diese umzusetzen und zu zeigen, dass Brandis nicht nur auf dem Papier, sondern auch auf dem Eis in der Lage ist, eine dominante Führungsrolle einzunehmen.

artext GmbH, Walter Ryser