Vorschau EHCB - EHC Belp

Gurtner Michael b 1

Brandis hat noch Steigerungspotenzial

Eishockey-Erstligist EHC Brandis hat die erste heikle Situation in dieser Saison souverän gemeistert. Nach den beiden Niederlagen in den Spitzenspielen gegen Lyss und Thun kehrten die Emmentaler zum Siegen zurück und gewannen gegen Basel 5:1. «Das war ganz wichtig, dass wir eine Reaktion zeigen konnten», zeigt sich auch Stürmer Michael Gurtner erleichtert. Gleichzeitig glaubt der 22-jährige Kaufmann aber auch, dass Brandis noch über reichlich Steigerungspotenzial verfügt.

Im Sport kann es sehr schnell gehen. War Brandis nach den zwei Niederlagen gegen Lyss und Thun angezählt, holten die Emmentaler gegen Basel zum Gegen- und Befreiungsschlag aus. Das Vorhaben gelang, mehr noch, wie Stürmer Michael Gurtner bestätigt: «Das war zweifellos ein guter Auftritt. Wir haben von Anfang an das Spiel gemacht, so wie wir uns das vorgenommen haben.» Der in Emmenmatt wohnhafte Brandis-Akteur zeigte sich nach dem klaren 5:1-Sieg erleichtert. Er sprach davon, dass es für die ganze Mannschaft wichtig gewesen sei, dass man eine positive Reaktion habe zeigen können.

Gegner sind besser eingestellt 

«Das war zweifellos ein Schritt in die richtige Richtung», fügte er hinzu. Erstmals in dieser Saison sei es gelungen, über weite Strecken konstant zu agieren. Exakt in diesem Bereich habe man bislang Defizite gehabt, blickt der Stürmer zurück. Für Gurtner ist diese Entwicklung aber irgendwie auch logisch. «Letztes Jahr dominierten wir die Qualifikation. Das hat man von Brandis aber nicht erwartet und uns auch nicht zugetraut. Dieses Jahr sind wir auf Gegner getroffen, die sich viel besser auf uns eingestellt hatten.» Damit habe man sich in einigen Spielen schwer getan. Gurtner führt deshalb die Niederlagen nicht auf fehlendes Können zurück, für ihn liegen die Ursachen, für die zum Teil ungenügenden Leistungen, im mentalen Bereich. «Das war eine reine Kopfsache», sagt er dazu und erwähnt, dass man teilweise nur 30 Minuten Eishockey gespielt habe. «Das genügt auch in dieser Liga nicht mehr.» Zwar achte man darauf, dass bereits im Training der Rhythmus hoch sei, «aber im Spiel haben wir das nicht immer wunschgemäss umsetzen können.»

Nicht dem Gegner anpassen 

Für Michael Gurtner, der die zweite Saison bei Brandis spielt (zuvor Basel und SCL Young Tigers), ist deshalb klar, dass Brandis noch über Steigerungspotenzial verfügt und zwar in allen Bereichen. Es müsse bis zum Ende der Qualifikation das Ziel sein, sich kontinuierlich zu steigern und immer konstantere Leistungen zu erbringen. Dabei müsse man auch bereit sein, gegen einen Gegner wie das überforderte Schlusslicht Belp mit der nötigen Einstellung und Konsequenz aufzutreten. «Gerade dieses Spiel beinhaltet ein grosses Gefahrenpotenzial», mahnt Gurtner, der weiss, dass man in einem solchen Spiel nur verlieren kann. Man müsse aufpassen, dass man sich nicht dem Spiel des Gegners anpasse und in einen mittelmässigen Trott verfalle. Selbst bei einem klaren Sieg könne man so am Ende als Verlierer dastehen, vermutet er: «Denn die Gefahr ist gross, dass man diesen Trott und den tiefen Rhythmus mit ins nächste Spiel nimmt und dort erneut eine böse Überraschung erlebt.» Der Sieg gegen Belp würde sich rückblickend als schwerer Rückschlag herausstellen. 

Deshalb wünscht er sich, dass es von Anfang an gelingt, ein hohes Tempo anzuschlagen und dieses aufrecht zu erhalten. Rücksicht auf den bemitleidenswerten Gegner, der bislang nicht annähernd Erstliga-Niveau erreichte, könne man dabei nicht nehmen. «Wenn wir unsere hochgesteckten Ziele erreichen wollen, müssen wir bereit sein, gegen jeden Gegner von Anfang an konsequent, schnell und mit viel Power aufzutreten.» Man darf gespannt sein, ob Brandis diese Vorgaben auch tatsächlich umsetzen kann.

artext GmbH, Walter Ryser