Vorschau EHCB - EHC Zuchwil

Mosimann Lukas l 1

Rang stimmt, Leistung noch nicht

Der EHC Brandis liegt nach 13 Spielen in der Erstliga-Eishockeymeisterschaft auf dem zweiten Tabellenrang. Damit hat das Team von Trainer Andreas Beutler zweifellos eine Vorgabe erfüllt. Aber zufrieden ist man damit bei den Emmentalern nicht, wie Verteidiger Lukas Mosimann bestätigt: «Rangmässig sind wir sicher auf Kurs, aber wir haben zu viele Punkte abgegeben.»

Brandis-Verteidiger Lukas Mosimann betrachtet den bisherigen Saisonverlauf kritisch, obwohl sein Team momentan auf dem zweiten Tabellenplatz klassiert ist und damit in jener Tabellenregion vertreten ist, wo man die Emmentaler schon vor der Saison vermutet hat. «Rangmässig befinden wir uns sicher auf einem guten Kurs», kann der 27-jährige Transport-Mitarbeiter mit dem nackten Ergebnis nach 13 Spielen leben. Weniger begeistert zeigt er sich jedoch, wenn man ihn auf die bisherigen Leistungen anspricht. Mosimann zeigt sich selbstkritisch, flüchtet sich nicht in Ausreden und gibt zu verstehen, dass man in denbisherigen Partien zu viele Punkte abgegeben habe.

 Spielen ohne zu denken

«Man erwartet von uns zu recht mehr», sagt er. «Wir machen uns oftmals das Leben selber unnötig schwer», hat er erkannt. Letztes Jahr, als Brandis praktisch die ganze Qualifikation dominiert hat, sei man als Aussenseiter gestartet und habe dadurch frisch von der Leber weg gespielt. Dieses Jahr sei die Ausgangslage vor der Saison ganz anders gewesen, habe Brandis als klarer Favorit gegolten. «Es ist uns nicht mehr gelungen, so frei aufzuspielen wie noch letztes Jahr», muss Mosimann mittlerweile zur Kenntnis nehmen. Er gibt zu, dass man sich selber unter Druck setze. «Wir sollten vermehrt einfach spielen und gewisse Gedanken zur Seite schieben», sagt er.

Gleichzeitig ist er aber auch überzeugt, dass man bislang einen wichtigen Lernprozess absolviert hat. Gerade die letzte Partie gegen Wiki sei ein gutes Beispiel dafür. Nach einem guten Start führten die Emmentaler in Wichtrach 2:0, bevor man einen Durchhänger hatte und 2:3 in Rücklage geriet. Doch Brandis biss sich durch, wendete die Partie und erkämpfte sich einen wichtigen 4:3-Auswärtssieg. «Das war enorm wichtig für unser Selbstvertrauen», weiss Lukas Mosimann. Man habe gesehen, dass man mit einer Willensleistung eine Partie wenden könne.

Alles eine Frage der Einstellung 

Der Verteidiger, der die sechste Saison bei den Emmentalern bestreitet, glaubt auch, dass die Partie gegen Wiki gezeigt habe, woran es bislang gemangelt hat. «Unsere Leistungen haben viel mit der persönlichen Einstellung eines jeden Einzelnen zu tun. Die Gegner treten ganz anders gegen uns an als noch vor einem Jahr. Deshalb sind wir gezwungen, unser ganzes Potenzial abzurufen und das geht nur, wenn jeder von uns mit der nötigen Einstellung bei der Sache ist.»

Jeder sei selber dafür verantwortlich, dass er auf dem höchstmöglichen Level agieren könne. «Wenn uns das aber nicht gelingt, dann wird es fast in jedem Spiel eng», weiss Mosimann. Ein weiteres Problem sei auch die fehlende Konstanz innerhalb einer Partie. Immer wieder verzeichne man ärgerliche Durchhänger. Es sei wichtig, dass man sich in den nächsten Wochen auch in diesem Bereich verbessere. «Wenn wir konstant auf hohem Level agieren, dann ist mit dieser Truppe alles möglich, dann können wir bis in den April hinein Eishockey spielen», macht er sich und seinen Teamkollegen Mut. Für den Brandis-Verteidiger sind deshalb die kommenden Spiele wichtige Playoff- Tests. «Wir müssen uns bereits im morgigen Heimspiel gegen Zuchwil darauf konzentrieren, defensiv sauber zu agieren und während 60 Minuten richtig und konsequent zu spielen.»

 artext GmbH, Walter Ryser