Vorschau EHC Brandis - SC Lyss

Kohler Yanick l 1

Brandis demonstriert Stärke

Das neue Jahr hätte für den EHC Brandis nicht besser beginnen können. Gleich im ersten Spiel der Masterround demonstrierten die Emmentaler auf eindrückliche Weise ihre Stärke und fertigten im Spitzenkampf Verfolger Thun gnadenlos ab. Mit dem 9:3-Sieg hat die Beutler-Truppe den Tarif durchgegeben. Doch Stürmer Yanick Kohler warnt vor Überheblichkeit: «Wir müssen uns weiter verbessern und die Masterround dazu nutzen, uns in eine optimale Playoff- Verfassung zu bringen.»

Nicht einmal Brandis-Spieler Yanick Kohler hätte erwartet, dass der Start ins neue Jahr so leicht ausfallen würde. Er sei überrascht gewesen, wie wenig Widerstand Thun geleistet habe, betont der 26-jährige Autolackierer, der auf diese Saison hin von seinem Stammverein Burgdorf zu Brandis stiess. Aus den Partien in der Qualifikation habe man sich auf einen hartumkämpften Spitzenkampf gegen einen starken Gegner eingestellt gehabt. Was die erste Partie in der Masterround für Brandis dagegen brachte, war ein besseres Warmlaufen. Bereits nach dem ersten Drittel war eine Vorentscheidung gefallen, führten die Gäste vor 400 Zuschauern bereits 4:1. Am Ende resultierte ein 9:3-Kantersieg. «Dabei hatte ich sogar das Gefühl, dass wir keine optimale Leistung abgeliefert haben», blickt Kohler selbstkritisch auf das Spiel zurück.

So habe man beispielsweise in der Abwehr einige Male sehr fehlerhaft agiert. «Dafür sind wir in der Offensive an diesem Abend unglaublich abgeklärt und effizient aufgetreten.» Man habe einfach und schnörkellos gespielt und ungewohnt viele Scheiben aufs Tor gebracht, von denen einige nach Abprallern den Weg ins Netz gefunden haben. Brandis hat damit Stärke demonstriert und seine Gegner gleich zum Auftakt des neuen Jahres geschockt. Trotz des gelungenen Auftakts zur Masterround sieht der Brandis-Akteur aber nicht den geringsten Anlass, abzuheben oder überheblich zu werden. «Diese Partie dürfen wir auf keinen Fall überbewerten. Thun kann ganz klar mehr.» Deshalb erachtet er das heutige Heimspiel gegen Lyss als echten Prüfstein. «Es wird sich zeigen, ob wir auch gegen die agilen Seeländer in der Lage sind, dominant aufzutreten und wir uns damit definitiv auf dem richtigen Weg befinden.»

Über die Festtage gut gearbeitet 

Aber die Partie in Thun habe dennoch wichtige Erkenntnisse geliefert, fügt der Stürmer hinzu. «Wir haben gesehen, wie man in der Masterround auftreten muss, damit man Erfolg haben kann. Mit schnellem Umschalten von der Defensive in die Offensive stellt man den Gegner vor Probleme.» Zudem sei es wichtig, der eigenen Linie treu zu bleiben und sich von gewissen Ereignissen nicht zu stark beeinflussen zu lassen. Zumindest für die Moral der Mannschaft sei der klare Erfolg über Thun sehr wertvoll gewesen. «Wir hatten doch eine lange Pause, die auch immer für eine gewisse Unsicherheit sorgt. Nun haben wir aber gesehen, dass wir während den Festtagen gut gearbeitet haben.»

Für Yanick Kohler ist gleichzeitig aber auch klar, dass damit die Arbeit noch lange nicht erledigt ist, obwohl man mittlerweile mit einem Polster an der Tabellenspitze steht (vier Punkte Vorsprung auf Thun). Gerade mental stellen solche Konstellationen eine Herausforderung dar, ist es doch nicht immer einfach, bei dieser Ausgangslage die Konzentration und die Energie hoch zu halten. «Deshalb sollten wir gar nicht viele Gedanken an die Tabelle verschwenden, sondern uns darauf fokussieren, die Spiele selbstkritisch zu betrachten. Wir sollten versuchen, Details zu verbessern und uns weiter zu steigern.» Vielmehr sieht Kohler in der aktuellen Lage einen Vorteil: «Wir können in Ruhe und ohne jeglichen Druck trainieren und das Maximum aus unseren Möglichkeiten herausholen, so dass wir beim Start zu den Playoffs in der Lage sind, unser gesamtes Potenzial auszuschöpfen.»

 artext GmbH, Walter Ryser