Vorschau Brandis - Zuchwil

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Vorschau EHC Brandis - EHC Zuchwil

Brandis hat noch Steigerungspotenzial

Der EHC Brandis nähert sich der Playoff-Form. Die Emmentaler führen die Tabelle in der Masterround nicht bloss souverän an, sie haben sich am Mittwoch auch zum dritten Mal nacheinander für die erste Hauptrunde im Schweizer Cup qualifiziert. Beim 5:4-Sieg nach Penaltyschiessen hat sich die Beutler-Truppe hartnäckig gezeigt und Winnermentalität bewiesen.

Noch anfangs Saison machte es den Eindruck, als könnten die Brandis-Akteure den inneren «Schweinehund» nichtüberwinden. Zu oft liessen sich die Emmentaler aus dem Konzept bringen und verloren damit Partien und wichtige Punkte. Das hat sich mittlerweile grundlegend geändert, wie die Cup-Partie am letzten Mittwoch zeigte. In einem attraktiven und spannenden Cupfight, mit einem Auf und Ab rangen die Emmentaler Lyss am Ende im Penaltyschiessen nieder und qualifizierten sich erneut für die erste Hauptrunde im Schweizer Cup 2016/17. Brandis kann also durchaus leiden und sich «durchbeissen», wichtige Voraussetzungen, um in den Playoffs bestehen zu können.

Selbstvertrauen gestiegen 

«Wir haben uns zweifellos gesteigert seit Saisonbeginn», stellt auch Brandis-Stürmer Patrick Meyer erleichtert fest. In der Tat, zuletzt reihte die Beutler-Truppe 13 Siege aneinander. Die letzte Niederlage stammt vom 28. Oktober gegen Thun (4:5-Niederlage zu Hause). Obwohl man aufgrund der letzten Resultate das Gefühl bekommt, dass sich der Tabellenführer bereits in Playoff-Form befindet, winkt Patrick Meyer ab. Der 24-jährige Kaufmann ist nämlich der Meinung, dass man noch Steigerungspotenzial besitzt. Wichtig sei jedoch, dass man durch die jüngsten Erfolge das Selbstvertrauen habe steigern können. Das sei sicher ein Vorteil in den bevorstehenden Playoffs, wenn man die Gewissheit habe, jeden Gegner besiegen zu können. Gerade in der Offensive verfüge man über ein grosses Potenzial, dafür sieht Meyer noch Steigerungsmöglichkeiten, was das defensive Verhalten der gesamten Mannschaft anbelangt. «Wir müssen defensiv noch eine Spur stabiler werden», sagt Meyer. Gleichzeitig warnt der Stürmer davor, überheblich zu werden. Das könnte fatale Folgen haben. Er erinnert daran, dass es nicht das erste Mal wäre, wenn ein Gruppensieger in den Playoffs in der ersten Runde am Achtplatzierten scheitern würde. «Auch wenn man die Qualifikation dominiert hat, Playoffs sind etwas ganz anderes und hier können Teams aus den hinteren Tabellenregionen plötzlich über sich hinauswachsen, weil sie keinerlei Druck verspüren und gar nichts zu verlieren haben», betont Meyer. Deshalb ist er froh, dass man in den restlichen Spielen der Masterround auf starke Gegner trifft, die einem fordern würden. «Es kann nicht unser Ziel sein, einfach die Masterround zu Ende zu spielen und auf die Playoffs zu warten. Vielmehr muss es unser eigener Anspruch sein, den ersten Platz zu verteidigen, um aus einer optimalen Position in die Playoffs starten zu können.»

Rückkehr in die NLB lockt 

Dazu sind natürlich auch weitere Tore von Patrick Meyer erforderlich. Der Langenthaler lacht und zeigt sich zufrieden mit dem persönlichen Saisonverlauf. Als speziell habe er empfunden, mit seinem Bruder Marco in einer Linie spielen zu können. Gleichzeitig ist Patrick Meyer durch seine Leistungen auch dem NLB-Klub Olten aufgefallen, der ihn einige Male ausgelehnt hat und andeutete, dass er Interesse an einem Engagement für nächste Saison hat. Das sei für ihn aber noch weit weg, bemerkt Patrick Meyer und gibt zu verstehen, dass er mittlerweile vollberuflich tätig sei und sich deshalb gut überlegen müsse, noch einmal in den professionellen Eishockeysport zurückzukehren. Meyer könnte sich eine längerfristige Zukunft auch beim EHC Brandis vorstellen. «Aus diesem Grunde sind meine Gedanken momentan voll und ganz bei Brandis, denn ich verfolge aktuell nur ein einziges Ziel: Ich will einfach den Amateurmeisterpokal erobern.»

artext GmbH, Walter Ryser