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Jetzt ist alles bloss noch eine Kopfsache

Der EHC Brandis eilt in der Erstliga-Eishockeymeisterschaft der Gegnerschaft davon. Nach dem knappen 4:3-Sieg im Spitzenkampf gegen Thun ist klar, dass die Emmentaler die Masterround auf dem ersten Platz abschliessen werden. Damit gilt die Beutler-Truppe auch in den bevorstehenden Playoffs als Topfavorit. Dessen ist sich auch Ralph Prinz bewusst, der dazu sagt: «Von jetzt an ist alles bloss noch eine Kopfsache.»

Der EHC Brandis hat in den letzten Wochen seine Muskeln kräftig spielen lassen und den Gegnern klar zu verstehen gegeben, wer in der Zentralschweizer Gruppe das Sagen hat. Die Emmentaler marschieren praktisch ungehindert von Sieg zu Sieg. Was für den interessierten Zuschauer fast schon ein wenig langweilig erscheint, empfindet Brandis-Verteidiger Ralph Prinz aber gar nicht so. «Nein, wieso sollte ich mich langweilen. Genau das ist doch das Spannendste im Leben, sich immer wieder aufzuraffen, um neue Erfolge anzustreben und zu feiern. Es ist doch jedes Mal wieder schön, wenn man für seine geleistete Arbeit belohnt wird», sagt der Zollbrücker, der nach einem Abstecher zum Viertligisten Ursellen auf diese Saison hin bei Brandis ein Comeback in der ersten Liga gab, nachdem er zuvor auch für die Huttwil Falcons (Schweizer Amateurmeister 2011) und Zuchwil in der 1. Liga gespielt hatte.

Zu Beginn nachlässig agiert 

Trotz der langen Siegesserie will der gelernte Metallbauer, der sich momentan in einem Studium zum Sozialarbeiter ausbilden lässt, nichts davon wissen, dass Brandis nahezu perfekt spielt. «Ganz sicher nicht», entgegnet er und verweist dabei auf den Spitzenkampf gegen Thun. «Da haben wir in der Startphase sehr nachlässig agiert und dazu mentale Schwächen gezeigt.» Prinz weist auf die drei Gegentore hin, die man in den ersten 20 Minuten erhalten hat und die zu einem zwischenzeitlichen 2:3-Rückstand geführt haben. Dass man solche Spiele am Ende aber doch noch gewinnt, hat laut dem 25-jährigen Verteidiger viel mit Selbstvertrauen zu tun. «Durch die vielen Siege ist unser Selbstvertrauen gestärkt worden. Dabei haben wir gelernt, unsere Stärken auszuspielen.» Ein Spitzenteam zeichne sich dadurch aus, dass es auch Spiele gewinne, in denen man nicht restlos überzeugt habe, so wie Brandis zuletzt gegen Thun. Gleichzeitig sieht Prinz darin auch die grösste Gefahr für Brandis. «Von jetzt an ist alles bloss noch eine Kopfsache», ist er überzeugt. Man habe bewiesen, dass man über das nötige Potenzial verfüge, um Gruppensieger zu werden. Jetzt müsse man beweisen, dass man dieser Herausforderung auch mental gewachsen sei.

Auf eigene Leistung fokussieren 

Das Rezept, wie man dies bewerkstelligt, kennt Ralph Prinz ebenfalls aus eigener Erfahrung. «In den Playoffs geht es fast ausschliesslich darum, dass man nur noch auf sich selber achtet, sich auf die eigene Leistung fokussiert und so versucht, das Maximum aus seinen Möglichkeiten herauszuholen. Dabei müsse man sich bewusst sein, dass der Gegner eine andere Gangart anschlagen werde, dass um jeden Zentimeter Eis gekämpft, dass provoziert und manchmal auch «dreckig» gespielt werde. «Darauf muss man sich mental einstellen und bereit sein, dieses Spiel anzunehmen und mit entsprechenden Massnahmen zu antworten.» Kompakt stehen und geschlossen agieren sei der Schlüssel zum Erfolg, fügt Prinz hinzu. «Dadurch besitzt der Gegner nur geringe Entfaltungsmöglichkeiten. Wir dagegen verfügen über ein derart grosses Offensivpotenzial, dass wir uns in jedem Spiel genügend Torchancen erarbeiten können, die für den Sieg ausreichen sollten.» Aber vorerst will Prinz noch die restlichen Spiele in der Masterround gewinnen – Langeweile hin oder her, denn dazu hat er seine ganz eigene Meinung: «Ich will noch jedes Spiel gewinnen. Wer die Schlittschuhe bindet und anschliessend nicht gewinnen will, der ist in diesem Team fehl am Platze», macht er klar, dass für ihn Siegen nicht bloss mit Aufwand, sondern in erster Linie mit viel Lust, Freude, Genugtuung und Belohnung zu tun hat. 

 artext GmbH, Walter Ryser