Playoff 3.Spiel EHC Brandis - EHC Burgdorf

 

Naegeli Sven l 1

Nicht aus dem Konzept bringen lassen

Der Start in die Erstliga-Eishockey-Playoffs ist dem EHC Brandis geglückt. Der 6:2-Startsieg gegen Nachbar und Rivale Burgdorf hat die bisherigen Stärkeverhältnisse bestätigt. Dennoch zeigte sich der 24-jährige Stürmer Sven Nägeli nach dem ersten Kräftemessen mit den Burgdorfern nicht restlos zufrieden. «Wir müssen die Emotionen noch besser in den Griff bekommen », fordert er von den Brandis-Akteuren eine kontrolliertere Spielweise.

Der Start in die Playoff-Viertelfinals verlief für den EHC Brandis erwartungsgemäss. Die Serie gegen Nachbar Burgdorf versprach im Vorfeld viel Spannung und setzte Favorit Brandis scheinbar zusätzlich unter Druck. Aber nur scheinbar, wie Brandis-Stürmer Sven Nägeli bestätigt: «Wir haben in dieser Serie alles selber in der Hand. Wir müssen nicht auf Fehler des Gegners hoffen, wie das vielleicht noch in früheren Jahren der Fall war. Solange wir nicht leichtfertig agieren, verfügen wir über die nötige Klasse, um in jedem Spiel dieser Serie den Ton angeben zu können», gibt sich Nägeli weiterhin sehr selbstbewusst. Nach dem 4:3-Sieg nach Penaltyschiessen im zweiten Spiel winkt der Beutler-Truppe im heutigen Heimspiel bereits die Chance, vorzeitig die Halbfinalqualifikation zu realisieren. 

Kompliment an den Gegner 

Trotzdem stellt Sven Nägeli die erste Begegnung nicht restlos zufrieden. Das Resultat täusche ein wenig über den Spielverlauf und die effektiven Leistungen hinweg, erwähnt der 24-jährige Sven Nägeli. «Wir müssen uns noch besser auf uns, unsere Stärken und unsere Leistung fokussieren», fordert er. Man habe sich im ersten Spiel noch zu sehr von den Emotionen leiten lassen. Prompt habe Burgdorf dies ausgenutzt und zwei Powerplay-Tore erzielt. Für Nägeli ist indes aber auch klar, dass der Gegner versucht, mit hartem Spiel und Provokationen Brandis aus dem Konzept zu bringen. «Wenn wir uns im Griff haben, dann werden wir auch keine dummen Strafen kassieren», weiss der Brandis-Stürmer. Damit biete man dem Gegner auch weniger Angriffsfläche. Den entscheidenden Vorteil im ersten Spiel habe man im Abschluss gehabt, blickt Sven Nägeli zurück. «Wir waren in diesem Spiel effizienter als auch schon.» Denn von der Schussstatistik her betrachtet, sei man nicht so klar überlegen gewesen. Im Gegenteil, der Brandis-Akteur macht Gegner Burgdorf sogar Komplimente: «Burgdorf hat ein sehr gutes Spiel abgeliefert, hart gespielt, bis zuletzt gekämpft und mit viel Leidenschaft agiert.» Man habe gespürt, dass die Burgdorfer an eine Überraschung geglaubt haben.

Erstmals mit Sieg gestartet 

Diese blieb jedoch aus und so kam es in der Eishalle Brünnli in Hasle-Rüegsau zu einer Premiere: Erstmals startete Brandis mit einem Sieg zu einer Playoff-Viertelfinalserie. Vor einem Jahr beispielsweise gegen Basel lagen die Emmentaler im Viertelfinale 0:2 hinten, bevor man die Serie noch wenden konnte. Damit dürfte zweifellos ein gewisser Druck von den Brandis-Spielern gewichen sein. Eine Feststellung, mit der Sven Nägeli nichts anfangen kann. «Ich mag das Wort Druck nicht, das ist mir viel zu negativ. Vielmehr bestreite ich die Playoffs mit einer gewissen Erwartungshaltung, aber vor allem mit grosser Freude», bemerkt er. 

Auch will er nichts davon wissen, dass man die nächsten Aufgaben etwas gelassener angehen kann. «Das geht in den Playoffs überhaupt nicht», sagt er und weist darauf hin, dass vor jedem neuen Spiel beide Teams wieder die gleichen Chancen haben. «Egal, welcher Spielstand herrscht, der Gegner wird immer alles unternehmen, um diesen zu korrigieren oder zu verbessern», weiss er aus Erfahrung. In den Playoffs könne es sehr schnell gehen. Bereits ein kurzes Nachlassen könne ein Team unverhofft in Rücklage bringen. Und das möchte Sven Nägeli mit Brandis in dieser Viertelfinal-Serie nun weiss Gott nicht erleben. 

artext GmbH, Walter Ryser