Vorschau Brandis - Wiki 1. Spiel

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Ein happiger Brocken für Brandis

Jetzt steht Eishockey-Erstligist EHC Brandis vor einem richtigen Playoff-Härtetest. In der Halbfinalserie gegen Wiki stehen die Emmentaler auf dem Prüfstand. Ist die Beutler-Truppe so gut, wie man aufgrund der bisherigen Resultate vermuten kann? «Wiki ist zweifellos nicht gerade unser Wunschgegner», bestätigt Stürmer Marco Meyer. Der Langenthaler ist aber überzeugt, dass auch diese Hürde zu meistern ist, wenn man sich optimal auf den Gegner einstellt.

Das wird keine Angelegenheit für Eishockey-Feinschmecker. Wenn der EHC Wiki-Münsingen beteiligt ist, wird Eishockeyspielen in der Regel zu einer rustikalen, hemdsärmligen Angelegenheit. Für Schönspieler hat es da kaum Platz. Das weiss man vor der Erstliga-Plyoff-Halbfinalserie auch beim EHC Brandis. «Wiki ist stets ein sehr unangenehmer Gegner », bestätigt Marco Meyer. Der Brandis-Stürmer weiss, dass bei Partien gegen die Aaretaler Kampf, Wille und Einsatz im Vordergrund stehen und nicht schöne Spielzüge. Einstecken, austeilen, entgegenhalten und zurückschlagen lautet das Motto im Duell mit Wiki. «Die Mannschaft ist bekannt dafür, dass sie hart und aufsässig spielt und kompromisslos kämpft», ist sich Marco Meyer bewusst, was auf ihn und seine Teamkollegen zukommt. 

Einstellung ist entscheidend 

Das wird kein Spaziergang für die Beutler-Truppe, die mittlerweile über 20 Siege aneinandergereiht hat. Für den gelernten Kaufmann, der momentan die Berufsmatur absolviert, kommt es beim Duell gegen Wiki in erster Linie auf die Einstellung an. «Wenn man sich gut auf diesen Gegner einstellt, ist auch Wiki zu schlagen», zeigt er sich vor dem ersten Spiel heute Abend in der Eishalle Brünnli in Hasle-Rüegsau zuversichtlich. Aber es brauche eine Topleistung, weiss der Brandis- Stürmer. «Auch wir müssen hart spielen, aber vor allem die Scheibe schnell laufen lassen, immer wieder den Abschluss suchen und Druck auf das gegnerische Tor ausüben.» Dadurch gebe man dem Gegner keine Möglichkeit, das Brandis- Spiel zu zerstören und den Spielfluss zu hemmen. 

Meyer will nichts davon wissen, dass nun der Druck auf Brandis steige. «Wir sollten nicht zu viel darüber nachdenken, sondern einfach frisch von der Leber weg spielen.» Vielmehr müsse jeder bereit sein, noch etwas mehr zu geben als bisher. Trotz des 3:0-Viertelfinalsieges über Burgdorf glaubt Marco Meyer, dass Brandis noch über Steigerungspotenzial verfügt. «Wir haben gegen Ende der Qualifikation angedeutet, was in diesem Team steckt. In der Viertelfinalserie gegen Burgdorf haben wir unser Pontenzial aber noch nicht restlos ausgeschöpft», blickt der Bandis-Akteur zurück, der dem heutigen Startspiel grosse Bedeutung beimisst. «Wir müssen uns von Anfang Respekt verschaffen und dem Gegner zeigen, dass er vor einer ganz schweren Aufgabe steht.» 

Reifeprüfung steht bevor 

Dass man nach über 20 Siegen Gefahr läuft, ein klein wenig überheblich zu werden, verneint Meyer nicht. «Diese Gefahr ist nach einer solchen Serie immer vorhanden, aber gerade in den Playoffs darf uns das einfach nicht passieren», warnt er seine Teamkollegen. Er sei überzeugt, dass man über genügend Routine im Team verfüge, damit man diesem Stolperstein geschickt ausweichen könne. «Davon werden auch die jungen Spieler profitieren und sich nicht dazu verleiten lassen, die Zügel schleifen zu lassen.» Man dürfe sich aber auch nicht zu sehr auf das erste Spiel versteifen und sich vielleicht sogar verkrampfen. «Natürlich ist ein guter Start wichtig und verschafft Sicherheit und Selbstvertrauen, aber wir haben insgesamt fünf Möglichkeiten, diese Serie für uns zu entscheiden», versucht Marco Meyer Gelassenheit zu verbreiten. 

Er ist weiterhin überzeugt, dass mit diesem Team alles möglich ist. «Wir haben zweifellos das Potenzial, um mit dieser Truppe Schweizer Amateurmeister zu werden. Jetzt geht es darum, zu beweisen, dass wir das auch auf dem Eis bewerkstelligen können», ist sich Marco Meyer bewusst, dass für den EHC Brandis das Einlaufen beendet ist und jetzt die Reifeprüfungen bevorstehen. 

artext GmbH, Walter Ryser