Vorschau Brandis - Wiki Spiel3

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Brandis muss weiter clever spielen

Die Playoff-Halbfinalserie gegen Wiki erweist sich für den Eishockey-Erstligisten EHC Brandis als der erwartet schwere Gang. Nach mehr als 20 Spielen ohne zu verlieren fügten die Aaretaler gleich im ersten Vergleich der Beutler-Truppe wieder einmal eine Niederlage zu (3:4). Doch die Beutler-Truppe reagierte umgehend und landete im zweiten Spiel einen 9:0-Kantersieg. «Wir müssen einfach weiterhin clever spielen», fordert Brandis-Stürmer Adrian Steiner für die Fortsetzung der Serie.

Die Niederlage von Brandis im ersten Playoff-Halbfinalspiel gegen Wiki ist zwar als Überraschung zu werten, gelten doch die Emmentaler nach wie vor als Favorit auf den Gruppensieg in der Zentralschweiz. Für viele Kenner der Szene kam die Niederlage allerdings nicht ganz unerwartet. Wiki gilt einerseits als hartnäckiger Gegner, der gerade in den Playoffs immer wieder seine Stärken auszuspielen weiss. Andererseits war auch allen klar, dass die Serie von Brandis' Ungeschlagenheit nicht endlos weitergehen wird. Das bestätigt auch Brandis-Stürmer Adrian Steiner: «Das war uns bewusst, dass wir irgendwann wieder einmal verlieren werden.» 

Die Niederlage zum Auftakt der Playoff-Halbfinalserie sei sicher kein idealer Zeitpunkt gewesen, bestätigt der 24-jährige Sportwissenschaft-Student. «Wir dürfen uns deswegen aber nicht aus dem Konzept bringen lassen», versucht er Ruhe zu bewahren. Der Rohrbacher ist überzeugt, dass man über genügend Klasse und Potenzial verfügt, um diese Serie zu gewinnen. Keck sagt er: «Wenn wir unser Spiel vollumfänglich durchziehen, dann hat Wiki keine Chance und wir gewinnen die Serie.» Den Beweis für diese Aussage haben die Brandis-Spieler im zweiten Halbfinalspiel angetreten, als sie Wiki auf eigenem Eis nicht den Hauch einer Chance liessen und einen 9:0-Kantersieg landeten. 

Steiner gibt aber auch zu, dass mit den Aaretalern ein äusserst unangenehmer Gegner gegenüberstehe, der ein aggressives Forechecking betreibe. «Deshalb müssen wir versuchen, schnell zu spielen und den Rhythmus hoch zu halten, damit der Gegner viel Energie verbraucht.» Einen grossen Vorteil sieht Adrian Steiner darin, dass man über das breitere und ausgeglichenere Kader verfüge als Wiki. «Wir haben vier Linien, die alle in der Lage sind, ein Spiel zu entscheiden, während Wiki doch ein grösseres Leistungsgefälle in seinem Team aufweist.» Gleichzeitig ist er sich aber auch bewusst, dass man sich noch steigern muss. «Wir haben im ersten Spiel zeitweise viel zu kompliziert gespielt und auch zu wenig Schüsse aufs Tor gebracht. Wir müssen deshalb einfacher agieren und im Abschluss konsequent auftreten.» 

Powerplay als Schlüssel zum Erfolg 

Man müsse Wiki in Verlegenheit bringen und das gelinge mit schnell inszenierten Angriffen, hat Steiner erkannt. «Beim Umschalten von der Defensive in die Offensive muss alles schnell und zielstrebig gehen, damit der Gegner nicht viel Zeit hat, sich zu organisieren und einem steten Druck ausgesetzt ist. Das ist auf Dauer zermürbend.» Ganz wichtig erachtet er in der Fortsetzung der Serie das Powerplay. «Hier müssen wir genauso effizient sein wie in der zweiten Partie (fünf Tore, Anmerkung der Redaktion). Ich bin überzeugt, dass hier der Schlüssel zum Erfolg liegt, denn wenn wir im Powerplay reüssieren, wird Wiki gezwungen, sein Körperspiel anzupassen und damit wird eine ihrer stärksten Waffen wirkungslos», hat sich Adrian Steiner einen cleveren «Schlachtplan» zurechtgelegt. 

Von Druck will Steiner nichts wissen. Von aussen spüre man keine Zielvorgabe, die es unbedingt zu erfüllen gebe. «Aber wir Spieler haben ein klares Ziel vor Augen. Dieses haben wir selber definiert.» Diese Vorgabe empfinde man nicht als Druck, vielmehr als eine interessante Herausforderung, «die wir unbedingt meistern wollen», betont der Brandis-Spieler. Man habe im Verlaufe der bisherigen Saison mehrfach bewiesen, dass man über das nötige Potenzial verfüge, um das gesteckte Ziel zu erreichen. «Wir wissen, dass wir es können, jetzt liegt es an uns, das auch zu beweisen.» 

artext GmbH, Walter Ryser