Vorschau Brandis - Wiki 5. Spiel

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Jetzt ist Brandis unter Druck

Im Erstliga-Eishockey-Playoff-Halbfinal zwischen Brandis und Wiki kommt es heute Abend zum alles entscheidenden fünften Spiel. Damit ist das Team von Trainer Andreas Beutler erstmals diese Saison wirklich unter Druck. Denn eine Niederlage würde das Ausscheiden bedeuten und damit die hochgesteckten Ziele des grossen Gruppenfavoriten auf einen Schlag zerstören. Verteidiger Stefan Oberli bestätigt, dass man vor diesem Spiel angespannt ist. «Aber wir versuchen diese heikle Situation auszublenden», sagt der 25-jährige Landschaftsgärtner.

Der Playoff-Halbfinal Brandis – Wiki ist ein richtiges Playoff- Lehrstück. Denn, wer hätte nach den beiden klaren 9:0- und 5:0-Siegen sowie der 2:1-Führung in der Serie gedacht, dass es doch noch zu einem fünften und alles entscheidenden Spiel kommt. Doch Wiki ist noch einmal aufgestanden, hat die vierte Partie völlig überraschend gewonnen (5:3) und setzt damit den grossen Favoriten Brandis gehörig unter Druck. Gerade die letzte Partie verdeutlicht eindrücklich, wie Playoffs funktionieren. Kantersiege können innert weniger Tage zu Makulatur werden und der scheinbar angeschlagene Gegner hat plötzlich sogar wieder die besseren Karten in den Händen. Die Partie habe auch eindrücklich gezeigt, dass Wiki ein richtiges Playoff-Team sei, betont Brandis-Verteidiger Stefan Oberli. Diesbezüglich verfügten die Aaretaler zweifellos über etwas mehr Erfahrung als Brandis, was der fünften Partie zusätzliche Brisanz verleiht. Das Momentum liegt nämlich ganz klar bei Wiki, das völlig unbelastet antreten kann, und man darf deshalb gespannt sein, wie Brandis mit dieser delikaten Situation umgehen wird.

Powerplay funktionierte nicht 

Bei Brandis sind sich die Spieler der brisanten Ausgangslage durchaus bewusst. Während Stefan Oberli davon spricht, dass man versuchen werde, die heikle Situation auszublenden, ist sein Verteidigerkollege Markus Schütz der Meinung, dass sich der Druck nicht erhöht hat. «Mit unserem Team standen wir seit Beginn der Saison unter einem gewissen Druck. Daran hat sich nichts geändert, wir sind immer noch der Favorit, der hohe Ziele anpeilt», sagt er dazu. Er versuche in dieser fünften Partie auch etwas Positives zu sehen. «Ich bin froh und freue mich darauf, dass wir die Möglichkeit haben, vor eigenem Publikum den Finaleinzug zu realisieren», bemerkt der 24-jährige Brandis-Spieler.

Dennoch hätte kaum jemand erwartet, dass diese Begegnung noch eine fünfte, alles entscheidende Fortsetzung erfährt. Weshalb das so ist, kann sich auch Stefan Oberli nicht so recht erklären. «Es ist wirklich schwierig zu sagen, woran es lag, dass wir diese vierte Partie nicht gewinnen konnten, denn eigentlich waren wir über weite Strecken das bessere Team, das sich auch mehr Chancen erarbeiten konnte.» Im Gegensatz zu den beiden vorangegangenen Spielen habe allerdings das Powerplay nicht mehr einwandfrei funktioniert. Dadurch sei die Partie bis zum Schluss völlig offen gewesen. Oberli glaubt nicht, dass man zu siegessicher in dieses Spiel gestiegen ist. «Jeder von uns wusste, worum es geht und was es gegen Wiki braucht, um zu gewinnen.» Markus Schütz dagegen gibt zu, dass in gewissen Situationen wohl der letzte Wille gefehlt habe, noch einen Schritt mehr zu tun, weil man vielleicht glaubte, dass es dann irgendwie schon noch gehe.

Nicht zurück, sondern vorwärts schauen 

Wer erfolgreich Playoffs spielen will, darf nicht zu lange retour schauen, das weiss auch Stefan Oberli, der sagt, dass man nach dem Spiel gewisse Dinge angesprochen habe, aber in erster Linie jetzt vorwärts blicken müsse. «Wir müssen in diesem letzten Spiel wieder viel mehr laufen und vor allem auch die kleinen Dinge wieder richtig gut machen.» Gleichzeitig warnt er davor, jetzt alles ändern zu wollen. «Das wäre komplett falsch und würde das Team nur verunsichern. Eigentlich müssen wir gar nicht viel ändern, denn wir verfügen über die Qualität, diese Serie entscheiden zu können. Wir müssen bloss wieder konsequent und zielstrebig unser Spiel durchziehen.» 

artext GmbH, Walter Ryser