Vorschau Brandis - Thun 3. Spiel

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PLAYOFF-FINAL WIRD ZUR REINEN KOPFSACHE

Wie bereits im Halbfinal hat Eishockey-Erstligist Brandis auch den Start in den Playoff-Final gegen Thun verschlafen und die erste Partie mit 3:5 verloren. «Bei uns hat das Playoff-Feuer gefehlt», zeigt sich Brandis-Verteidiger Matthias Seematter enttäuscht von der eigenen Leistung. Unruhig wird der Elektro-Monteur auch nach der zweiten 3:5-Niederlage aber nicht, im Gegenteil, er ist von der Stärke des Teams weiter überzeugt. «Wir werden auch diese Serie gewinnen», sagt er keck.

Brandis tut sich scheinbar schwer mit Playoff-Startspielen. «Ich weiss nicht, aber vielleicht brauchen wir einfach einen gewissen Druck», antwortet Matthias Seematter auf die Frage, weshalb man das erste Finalspiel gegen Thun verloren hat (3:5), wie schon zuvor die Auftaktpartie im Halbfinale gegen Wiki. Er habe schon in den ersten Minuten gespürt, dass etwas nicht stimme, sagt Seematter. «Bei uns fehlte irgendwie das Playoff- Feuer», stellt er mit Ernüchterung fest. Thun habe mit mehr Biss und Willen agiert.

Brandis mit vielen Vorteilen 

Vielleicht sei man nach dem Halbfinalsieg gegen Wiki eine Spur zu genügsam gewesen, vermutet der Brandis- Verteidiger. «Es kann schon sein, dass sich eine gewisse Sättigung bei uns eingeschlichen hat, zeigt er sich selbstkritisch. Gleichzeitig ist er sich aber auch bewusst, dass es genau diese Haltung nicht leiden mag. «Thun ist ein ebenbürtiger Gegner, der solche Nachlässigkeiten auszunutzen weiss.» Doch Seematter sieht trotz des verunglückten Starts in die Finalserie keinen Grund nervös zu werden. Er ist überzeugt, dass Brandis, ähnlich wie gegen Wiki, zu einer deutlichen Reaktion fähig sein wird. 

«Ich bin sicher, dass wir in den nächsten Spielen ganz anders auftreten werden.» Das ist auch nötig, denn ein weiterer Ausrutscher bedeutet das Saisonende. Dabei sieht er viele Vorteile auf Seiten der Emmentaler. Vor allem die Breite des Kaders spreche ganz klar für Brandis. «Thun verfügt nur über ein schmales Kader. Die Belastung für die Spieler ist deshalb wesentlich grösser als bei uns. Wenn es uns gelingt, eine hohe Kadenz anzuschlagen, gerät Thun unter Druck und dürfte den Spielern mit der Zeit buchstäblich der Schnauf ausgehen.» Das sei bereits bei Wiki der Fall gewesen. Die Aaretaler seien auf Dauer nicht in der Lage gewesen, Tempo und Intensität mitzugehen und seien regelrecht eingebrochen. Das breitere und individuell stärker besetzte Kader eröffne Brandis in vielerlei Hinsicht (spielerisch, läuferisch, taktisch) mehr Möglichkeiten als Thun dies habe, ist Matthias Seematter überzeugt, dass dieser Umstand am Ende ausschlaggebend sein wird. 

Ziel um jeden Preis erreichen 

Die Spielweise in den letzten Partien gegen Wiki sei der Massstab, der auch gegen Thun gelte. «Im ersten Spiel haben wir aber die Oberländer gewähren lassen», weiss Seematter. Das sei fatal, «denn dieser Sieg hat den Thunern zweifellos Aufwind verschafft». Ein Gegner, der sich eine Chance ausrechnen könne sei immer gefährlich und könne oft, trotz schweren Beinen, über sich hinauswachsen. Das gelte es zu verhindern. Bereits im letzten Drittel des ersten Spiels habe man angedeutet, dass man anders auftreten könne. Da habe Thun nicht mehr viel entgegensetzen können. Seematter stützt sich nicht zuletzt auch auf den Ehrgeiz der Brandis-Spieler, die ein klares Ziel verfolgen würden. «Seit Beginn der Saison haben wir eine Mission, ein Ziel, das wir uns gesetzt haben. Dieses Ziel verfolgen wir mit allen Kräften, das wollen wir um jeden Preis erreichen.» Von jetzt an sei die Serie bloss noch eine reine Kopfsache, ist er überzeugt.

Deshalb ist für den Brandis-Akteur auch klar, dass man die Fortsetzung der Serie selbstbewusst in Angriff nehmen wird. «Wir glauben alle daran, diese Serie für uns entscheiden zu können», sagt er. Aber man dürfe Thun nicht mehr so viele Gelegenheiten offerieren wie in den ersten beiden Spielen, «denn die Oberländer haben einige gute Spieler in ihrem Team, die gezeigt haben, dass sie in der Lage sind, unsere Fehler schonungslos auszunutzen.» 

artext GmbH, Walter Ryser