Zuchwil in Verlegenheit...

«Wir können einen Gegner wie Zuchwil in Verlegenheit bringen»

Nach der ersten Phase der Erstliga-Meisterschaft befindet sich der EHC Brandis rangmässig noch nicht da, wo man gerne platziert sein möchte (unter den besten sechs Teams). Stürmer Ken Zurflüh zeigt sich aber unbeeindruckt. «Ich bin nicht beunruhigt, es wäre falsch, in solchen Situationen zu verzweifeln. Das Team verfügt über viel Potential und kann selbst einen Gegner wie Zuchwil in Verlegenhei bringen.»

Beim EHC Brandis träumt man davon, diese Saison mehr als bloss eine Aussenseiterrolle spielen zu können – erst recht, seit auf diese Saison hin in vielen Bereichen kräftig investiert wurde. Doch davon ist man momentan noch ein gutes Stück entfernt. Zwar deutete die Mannschaft in fast allen Spielen das vorhandene Potential an, aber die Punkteausbeute und Ranglistenposition entsprechen nicht ganz den Vorstellungen von Spielern und Betreuern.

Unbeeindruckt von der momentanen Tabellenlage zeigt sich Stürmer Ken Zurflüh. «Auch wenn es auf den ersten Blick nicht ersichtlich ist, so haben wir uns seit Beginn der Saison doch gesteigert. Unser Spiel ist stabiler und konstanter geworden.» Für den 32-jährigen Langnauer, der über reichlich Erfahrung verfügt (SCL Tigers, Visp, Morges, Wiki) eine gute Basis für die nun folgende, intensive Phase bis Weihnachten. «Gerade die Partie in Unterseen hat gezeigt, dass wir über viel Potential verfügen. Wir haben ein sehr gutes Spiel gemacht und waren bis fünf Minuten vor Schluss sehr nahe am Ausgleich.» Das Endresultat von 1:5 sei nicht bloss deshalb ein brutales Verdikt gewesen, «sondern auch aufgrund der Tatsache, dass wir bis zu diesem Zeitpunkt mehr und bessere Chancen hatten als die Oberländer».

Für den Haustechnikplaner, mit Fachrichtung Heizung, ist dies aber kein Grund zum Verzweifeln, vielmehr rät Ken Zur-flüh, Ruhe und Geduld zu bewahren. Kaltblütigkeit beim Abschluss sei oft eine reine Kopfsache, weiss er aus eigener Erfahrung. «Entscheidend ist, dass man sich bereits im Training einen gewissen Torinstinkt aneignet. Das geht aber nur, wenn man bei jeder Übung und in jedem Spiel unbedingt Tore erzielen will», rät der Brandis-Stürmer seinen Teamkollegen. Optimistisch stimme ihn die gute Mischung im Team und der gute Zusammenhalt. «Wenn es dann einmal anhängt, werden noch einige Spiele für uns laufen», gibt er sich weiterhin zuversichtlich.

Dass er als bestandener Spieler in solchen Momenten besonders gefordert ist, stört ihn dabei keineswegs. «Das ist für mich eine schöne Herausforderung, wenn ich dem Team in schwierigen Momenten helfen kann.» Das möchte er natürlich am liebsten auch morgen gegen Leader Zuchwil Regio tun. Selbst wenn die Ausgangslage für dieses Spiel klar gegen Brandis spricht, glaubt der Langnauer an die Chance für sein Team. «Wenn wir so spielen wie gegen Unterseen, dann sind wir auf dem richtigen Weg. Wichtig wäre natürlich in so einem Spiel, dass wir einmal auf das Glück zählen und vielleicht auch einmal in Führung gehen könnten. Dann wäre es möglich, auch einen Gegner wie Zuchwil in Verlegenheit zu bringen.» Ken Zurflüh macht sich trotzdem nichts vor und weiss, wie schwer die Aufgabe wird. «Wir sind kein Top-Team, und deshalb muss gegen Zuchwil alles optimal zusammenpassen, wenn wir Punkte erobern wollen.»


Walter Ryser