Aufholjagd geplant...

Nach der Auferstehung ist jetzt die Aufholjagd geplant

Der 4:3-Sieg in Aarau war für den EHC Brandis so etwas wie eine Auferstehung. «Endlich haben wir einmal gezeigt, dass wir auch während 60 Minuten gutes Eishockey spielen können», zeigte sich Brandis-Stürmer Alexander Lüdi erfreut über das Ende der Negativserie.


Die Ziele vor Saisonbeginn waren hoch, doch nach zehn Runden war man beim EHC Brandis plötzlich weit davon entfernt. Statt um Rang sechs zu spielen, fanden sich die Emmentaler unverhofft in den hinteren Tabellenregionen wieder. Das führte nicht bloss zu einer gewissen Unzufriedenheit im Team, sondern auch zu einigen klärenden Gesprächen. Die Wirkung blieb nicht aus. Gegen Aarau resultierte am Dienstag ein 4:3-Auswärtssieg. Der EHC Brandis feierte damit quasi eine Auferstehung.

Für den 22-jährigen Stürmer Alexander Lüdi bedeutet dieser Erfolg das Startsignal für eine Aufholjagd. Der Kundenmaurer ist überzeugt, dass mehr in dieser Truppe steckt, als sie bislang gezeigt hat. «Wir sind klar unter unserem Wert klassiert. Gegen Aarau haben wir erstmals gezeigt, dass wir durchaus in der Lage sind, während 60 Minuten gutes Eishockey zu spielen», ist der ehemalige Nachwuchsspieler bei Napf, Langenthal und Bern erleichtert.

Man habe in den letzten Tagen viel miteinander diskutiert. Lüdi betont dabei, dass die Stimmung im Team trotz der nicht optimalen Ausbeute in der ersten Qualifikations-Runde nicht gelitten habe. «Wir haben einen Strich unter das gezogen, was bislang war, und wir sind uns einig, dass wir ab sofort alles daran setzen werden, um mit Brandis vorwärts zu kommen.» Diesen Willen hat auch Heinz Krähenbühl, Hauptsponsor und CEO des Emmentaler Erstligisten, in Aarau wohlwollend zur Kenntnis genommen. «Unsere Spieler haben mehr gemacht für den Sieg. Vor allem waren sie endlich einmal bereit, an die Schmerzgrenze zu gehen», stellte er erfreut fest.

Es sei unverkennbar ein anderes Team am Werk gewesen als in einigen Spielen zuvor, lobte Krähenbühl das Engagement der Brandis-Akteure. Gleichzeitig gab er zu verstehen, dass ihn der harzige Saisonstart nicht gross irritiert habe. «Wir haben im Sommer einen Prozess begonnen, der Brandis in andere Bahnen lenken soll. Das wiederum lässt sich nicht von heute auf Morgen bewerkstelligen, sondern wird sich über einige Jahre hinweg ziehen», betont Krähenbühl. Man werde die Strukturen laufend anpassen, den Verein professionalisieren und so sukzessive in vielen Bereichen eine Leistungssteigerung herbeiführen.

Kurzfristig gilt es jedoch, den Schwung aus dem Aarau-Spiel zu nutzen und damit eine Aufholjagd Richtung Playoff-Plätze einzuleiten. Alexander Lüdi ist überzeugt, dass noch nichts verloren ist. «Wichtig ist, dass wir nicht bloss offensiv effizienter werden, sondern auch defensiv gesamthaft mehr leisten», erwähnt er. Man agiere vor dem eigenen Tor viel zu harmlos, hat er erkannt. «Wir müssen die Gegner entschlossener attackieren und die Scheibe viel konsequenter aus der Gefahrenzone befreien.» So gelte es, gegen Zunzgen einen frühen Rückstand zu vermeiden, «damit wir beim Konterspiel unsere Schnelligkeit ausnützen können und nicht bereits in den Startminuten einem oder zwei Toren nachrennen müssen», lautet Lüdis Devise.


Walter Ryser