Gute Gewohnheiten...

«Wir müssen uns gute Gewohnheiten aneignen»

Mit einem Trainerwechsel hat man beim EHC Brandis vor zwei Wochen versucht, einen Umschwung herbeizuführen. Mit Roger Misteli steht nun ein Profi-Trainer an der Bande, der über eine langjährige Erfahrung als Headcoach verfügt. Der 46-jährige Walliser möchte bis zu den Playoffs vor allem eines erreichen: «Es ist wichtig, dass es uns gelingt, gute Gewohnheiten anzueignen.»

Dass man beim EHC Brandis tatenlos zugeschaut hätte, das kann man den Verantwortlichen diese Saison bestimmt nicht vorwerfen. Im Gegenteil, die Führungscrew hat bislang alles unternommen, damit die angepeilten Ziele erreicht werden. So hat man sich vor zwei Wochen sogar dazu entschlossen, einen Trainerwechsel zu vollziehen. Für den glücklosen Daniel Meier sprang Roger Misteli ein.

Der neue Mann an der Brandis-Bande ist ein erfahrener Eishockey-Fachmann. Seit 18 Jahren ist der gebürtige Solothurner als Eishockey-Profitrainer tätig, verfügt über das Nationalliga-Trainerdiplom, stand als Headcoach bei den Erstligisten Sion und Saas Grund an der Bande und war vier Jahre Assistent von Bruno Aegerter beim NLB-Klub Visp. Bei den Wallisern ist er auch heute noch in einem 50-Prozent-Pensum als stellvertretender Nachwuchschef tätig. Misteli, der als Spieler in der NLB (Olten, Basel) und der 1. Liga (Zuchwil, Luzern) tätig war, wohnt in Raron und absolviert nun ein Monsterprogramm.

«Die Schweiz ist klein, und wenn man die Chance bekommt, ein Aktiv-Team zu betreuen, dann ist das stets eine interessante Herausforderung, die man annehmen sollte», gibt er zu verstehen, dass er den Reisestress zwischen dem Wallis und dem Emmental gerne auf sich nimmt. Aber auch die langjährige Verbundenheit mit Brandis-CEO Heinz Krähenbühl habe ihn ins Emmental gelockt. «Er hat mich davon überzeugt, diese Aufgabe zu übernehmen, und ich war deshalb bereit, dem Klub in dieser Lage zu helfen», betont Mis-teli, der beim ersten Augenschein vor Ort angenehm überrascht war. «Ich habe eine sehr gute Infrastruktur sowie ein gut funktionierendes Betreuer-Team vorgefunden.»

Aber auch die Mannschaft habe ihn positiv überrascht, gibt Misteli weiter zu verstehen. «Brandis liegt nicht auf der Intensivstation. Ich habe ein williges Team angetroffen, das mit grosser Leidenschaft agiert.» Gleichzeitig habe er aber auch erkannt, dass es bei der Detailpflege noch hapere.  Deshalb wolle er nun noch den einen oder andern Nagel einschlagen, «damit die Mannschaft noch eine Spur stabiler wird.» Es gelte in erster Linie, die individuellen Fehler zu reduzieren. Diese dürfe man sich in der jetzigen Situation nicht mehr leisten. «Es geht einfach darum, dass wir uns gute Gewohnheiten aneignen.»

Dabei will sich Misteli in den verbleibenden Spielen nicht vorwiegend auf das Erreichen des sechsten Ranges, dem eigentlichen Brandis-Ziel, konzentrieren. «In erster Linie wollen wir jetzt eine gute Ausgangslage für die Playoffs schaffen», betont der neue Brandis-Trainer. Und er ist überzeugt, dass dafür in diesem Team eine gute Basis vorhanden ist. Roger Misteli traut seiner Truppe noch einiges zu. «Mit diesem Team ist alles möglich», sagt er und weckt dadurch bereits die Vorfreude auf die Playoffs.  

Walter Ryser