Druck ist spürbar...

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Druck ist spürbar, aber den haben wir uns selber auferlegt

Der EHC Brandis steht bereits unter Druck. Unnötig, wie Stürmer Christian Joss betont: «Ja, nach dem schwachen Saisonstart ist ein gewisser Druck spürbar, aber daran sind wir selber schuld.» Von Schuldzuweisungen will der 25-jährige Rüegsauschacher allerdings gar nichts wissen: «Das wäre komplett falsch, jeder muss jetzt zuerst bei sich schauen und seine Aufgabe zu hundert Prozent erfüllen.

Der schwache Saisonstart hat beim EHC Brandis nicht nur Sorgenfalten verursacht, sondern auch einiges in Bewegung gesetzt. Die Spieler gehen mit der Situation sehr selbstkritisch um, ohne dabei in Panik zu verfallen. «Die Niederlage gegen Belp hat mir gehörig auf den Magen geschlagen», gibt Christian Joss zu verstehen, dass ihm der unerwartete Ausrutscher gar nicht geschmeckt habe. In den bisherigen Spielen habe man viel zu viele Geschenke verteilt. «Wir haben unglaublich viele individuelle Fehler produziert und im Angriff zu kompliziert agiert anstatt einmal resolut den Abschluss zu suchen», bemerkt der gelernte Metzger, der bereits die zehnte Saison bei Brandis spielt.

Damit habe man sich in eine ungemütliche Situation manövriert. Christian Joss streitet nicht ab, dass man nun bereits zu einem frühen Zeitpunkt in der Saison unter Druck stehe. «Das lässt sich nicht wegdiskutieren. Ein gewisser Druck ist sicher spürbar, aber den haben wir uns selber auferlegt.» Wichtig sei in solchen Momenten, nicht in Panik zu verfallen. Deshalb ist der Stürmer auch überzeugt, dass Schuldzuweisungen fehl am Platz wären. «An unserer Situation sind alle mitschuldig. Deshalb muss jetzt erst einmal jeder bei sich selber schauen und seine Aufgabe zu hundert Prozent erfüllen.»

Gleichzeitig ist der Emmentaler überzeugt, dass man den Weg aus dieser Misere finden werde. «Seit ich bei Brandis spiele, hatten wir noch nie ein so starkes und ausgeglichenes Team über vier Linien hinweg», sieht er in der aktuellen Mannschaft viel Potenzial. Er glaubt, dass mit dieser Truppe sehr viel möglich ist und ein Platz in der oberen Masterround absolut realistisch ist. Allerdings müsse man nun rasch Änderungen vornehmen. Korrekturen sieht er nicht in erster Linie im Trainingsalltag. Im Gegenteil: «Im Training ist die Intensität sehr hoch und alle sind mit grossem Eifer und viel Spass dabei. Aber es muss uns gelingen, die guten Trainingsleistungen ins Spiel zu übertragen.»

Handlungsbedarf sieht Christian Joss während den Spielen. Man müsse wieder ganz einfach spielen und die kleinen Dinge richtig machen. «Wenn es dir läuft, kann man hin und wieder Sachen ausprobieren oder auch einmal etwas mehr Risiko nehmen. Aber für uns ist das momentan nicht das richtige Rezept.» Deshalb müsse man darauf achten, den kommenden Gegnern anders entgegenzutreten, ihnen nicht bereits zu Beginn ins offene Messer rennen. «Es ist wichtig, dass wir eine gewisse Balance zwischen dosiertem Angriff und einem sicheren Defensivspiel finden.»

Walter Ryser, artext GmbH