Thun - Brandis 1:6

Trainer1

Brandis überzeugt mit Effizienz – Grundstein zum 6:1-Sieg wurde im Mitteldrittel gelegt.

Von Päscu Müller

Entscheidend in diesem Spiel, war eine unglaubliche Effizienz seitens des EHC Brandis im Mitteldrittel und der veränderten Spielweise. Mit acht Schüssen erzielen sie vier Tore, zudem wurde dem Gegner die Räume zunehmend enger gemacht. Von dieser veränderten Spielweise erholen sich läuferisch starke Thuner nicht mehr.

Mit einem 1:1 nach den ersten 20 Minuten war Brandis noch gut bedient. Der Start war zu verhalten. Thun überzeugte läuferisch. Was dann aber im Mitteldrittel ablief, sieht man nicht alle Tage. Thun macht das Spiel und Brandis schiesst die Tore und dies keineswegs unverdient. Die Hartnäckigkeit vor dem Tore und die Effizienz war bei den Emmentalern herausragend. Nicht nur das, auch wurden den Thuner plötzlich wesentlich weniger Raum gelassen. „Wir versuchten mehr Druck zu erzeugen, die hat Thun den Raum genommen, sie konnten so weniger in unsere Zone hineinfahren“, erklärt Doppeltorschütze Sven Nägeli die veränderte Spielweise. „Die Trainer haben uns in der Pause darauf aufmerksam gemacht, die Umsetzung ist uns gelungen“, erklärt er weiter. „Dies muss aber zu fünft geschehen, wenn da nur einer nicht mitmacht, ergeben sich Lücken“. Den schnellen und konter-starken Thuner wurden diese Lücken nicht mehr geboten.
Über die starke Effizienz seitens vom EHC Brandis meint Nägeli: „Klar ist das gut, vielleicht haben wir einfach auch mehr dafür gemacht. So lange das so ist, sind wir zufrieden und arbeite weiter so.“ Von dieser Spielweise der Emmentaler im 2. Drittel erholten sich die Thuner nicht mehr. Schlussendlich geht auch die Höhe des Sieges völlig in Ordnung.

Läuferisch starke Thuner

Vor allem ein läuferisch starker Beginn der Thuner bringt Brandis in Schwierigkeiten. Doch nach 92 Sekunden muss Neff nach einem Beinstellen die Strafbank aufsuchen. Brandis nutzt diese Überzahl zur Führung. Seematter spielt die Scheibe ab der blauen Linie in den Slot, wo Nägeli zum 1:0 für Brandis ablenkt. Diese Führung der Emmentaler hatte nicht lange Bestand. Thun hielt bei 5 gegen 5 Feldspielern den Druck, wie zu Beginn des Spiels, hoch und trifft durch Steiner nach acht Minuten zum verdienten Ausgleich. Die Überlegenheit seitens von Thun, lässt sich auch statistisch belegen: Im 1. Drittel betrug die das Schussverhältnis 12:7. Trotz dieser Überhand gelang Thun kein weiterer Treffer. Die beste Chance hatte dazu Neff, er sah aber seinen Solovorstoss durch Brandis-Keeper Gasser gestoppt. Auch ein Powerplay von Thun am Ende des Drittel blieb ungenutzt. Mit dem 1:1 zur 1. Drittelspause war Brandis gut bedient.

Thun spielt – Brandis macht die Tore

Auch zu Beginn des Mittelabschnitts durfte Thun in Überzahl agieren. Wie bei der ersten Strafe nutzte Thun diese Möglichkeit nicht. Kaum waren die Emmentaler wieder komplett, gelingt Brandis mit einen Konter die 2:1-Führung. Patrick Meyer und Buri fahren Richtungen Thuner Tor und Buri verwertet das Zuspiel gekonnt. Ausschlaggebend für dieses Tor war der auslösende Pass von Blaser. Effizienter gestaltete sich das Powerplay von Brandis. Bei 2 Überzahlsituation erzielen sie 2 Tore. Für das 3:1 zeichnete sich Reinhard – wie immer ab der blauen Linie – verantwortlich. Mangelnde Effizienz kann man Brandis nicht vorwerfen, im Gegenteil. Mit dem nächsten Angriff erhöht Blaser das Resultat auf 4:1. Bereits mit dem nächsten Schuss – ein Knaller von Nägeli ins linke hohe Ecke – zieht Brandis gar auf 5:1 davon. Die Überhärte, die Thun danach ins Spiel bringt ist unnötig. Nach der Aktion von Thuns Lüthi war die Partie für Brandis Hain zu Ende. Er brach sich dabei das Schlüsselbein. Die daraus folgende Überzahl nutzte der EHC Brandis für einmal nicht. Mit 8 Schüssen erzielt Brandis in diesem Abschnitt 4 Tore. Diese hervorragende Effizienz entschied das Spiel. Spielerisch kann Thun kaum ein Vorwurf gemacht werden. Brandis spielte übers Ganze gesehen eine clevere und effiziente Partie.

(pmu)

Telegramm: EHC Thun – EHC Brandis 1:6 (1:1 0:4, 0:1)

KEB Grabengut, Thun. – 407 Zuschauer – Schiedsrichter: Derada; König / Wittwer

Torfolge:
3. Nägeli (Seematter) 0:1 (PP), 8. Steiner Nicolas (Boss, Lorenz) 1:1, 25. Buri (Meyer P., Blaser) 1:2, 28. Reinhard (Kohler) 1:3 (PP), 30. Blaser (Buri) 1:4, 35. Nägeli (Steiner A.) 1:5, 49. Dähler (Holzer) 1:6

Strafen:
Thun 7-mal 2 Min, 1-mal 5 Min, 1-mat 10 Min (+SD, Lüthi) ; Brandis 6-mal 2 Minuten, 1-mal 10 Min

Thun:
Steiner Gregory; Steiner Nicolas, Studerus; Lüthi, Keller Stefan; Weber, Kohler Pascal; Hebeisen, Keller Martin; Lorenz, Rossel, Boss; Neff, Bartlome, Lüthi; Bärtschi, Allemann, Schlapbach; Joch, Zürcher, Kachramanov.

Brandis:
Gasser; Reinhard, Schaad; Mosimann, Liechti; Seematter, Oberli; Gurtner, Hain, Blaser; Meyer Marco, Schütz Renato, Inniger; Nägeli, Holzer, Steiner Adrian; Dähler, Buri, Meyer Patrick; Kohler.

Bemerkungen:

Thun: Ohne Bigler, Eicher, Kaufmann, Reymondin (alle verletzt)
Brandis: Ohne Malicek (gesperrt), Rüfenacht (rekonvaleszent), Schütz Markus, Prinz (verletzt).