EHC Brandis – EHC Basel 5:4

Trainer1

Nachlässige Schlussminuten im Mitteldrittel gefährden beinahe den Sieg

EHC Brandis – EHC Basel KLH 5:4 (2:1, 2:2, 1:1)

Von Päscu Müller

Toller Auftakt in ein rasantes Spiel beider Teams mit einer frühen und klaren Führung von Brandis. Die letzten Minuten im Mitteldrittel bringt Basel wider erwarten ins Spiel zurück. Diese Inkonsequenz hätte durchaus ins Auge gehen können. Mit Glück bringt der EHC Brandis den Sieg dennoch ins Trockene.

Eigentlich müsste Brandis das Spiel nach 33 Minuten in trockenen Tüchern haben. Die verpasste Überzahl zu diesem Zeitpunkt und dem dadurch verpassten 5:1, eine darauffolgende nachlässige Phase, brachte Basel mit 4:3 wieder zurück ins Spiel. Auch Seematters 5:3 mit dem ersten Schuss im Schlussdrittel wurde nur 25 Sekunden später durch Basels Wüthrich mit dem 5:4 beantwortet. Ab da war das Spiel ein offener Schlagabtausch. Brandis hielt dem hohen Druck von Basel bis zum Ende entgegen. Das Beste an diesem Spiel sind die 3 Punkte. „Das ist absolut so“, gab ein sichtlich enervierter Marco Blaser zu Protokoll. „Dies hätte auch anders ausgehen können“. „Wir müssen uns bewusst sein, was es braucht und zwar gegen jeden Gegner. Offenbar sind wir nicht in der Lage 60 Minuten unser Spiel durchzuziehen“. Diese angesprochenen Phasen hatte Brandis bisher in jedem Spiel, bis jetzt ist das immer gut gegangen, auch heute. Doch heute waren die Hasler am Rande einer Niederlage. „Ja kann sein, dass wir teilweise das Spiel auf die leichte Schulter nehmen wenn wir mit 2-3 Toren führen, es darf aber nicht sein, dass wir da im Kopf nicht mehr bereit sind“, wird er deutlich. Bei einem stärkeren Gegner wird der EHC Brandis nicht wie heute mit einem blauen Auge davon kommen. Der Ausgleichstreffer fiel nicht mehr. „Unser Dilemma ist, dass wir bis jetzt kaum ein Spiel 60 Minuten durchgezogen haben, genau daran müssen wir arbeiten“.

Drei Tore in den ersten 3 Minuten innerhalb von 68 Sekunden
Rasanter Auftakt in dieses Spiel. Von Abtasten war rein gar nichts zu spüren. Innerhalb der ersten 3 Minuten fielen 3 Tore und diese fielen schnell. Bereits nach 1:43 wurde Patric Buri im Slot von Basel schlicht vergessen, er markiert das 1:0 für Brandis eiskalt. Nur 39 Sekunden später steht Marco Blaser goldrichtig und schiebt zum 2:0 ein. Diese frühe – und vielleicht etwas einfach Führung war wahrscheinlich etwas gefährlich. Zu locker meinte Brandis ginge es in diesem Stil weiter. Dem war bei weitem nicht so. Denn auch Basel/KLH bezwang mit der zweiten Chancen Brandis-Keeper Gasser zum ersten Mal. Nach 2:51 war durch diesen Anschlusstreffer der Basler das Spiel bereits wieder offen. Der weitere Verlauf des ersten Drittels bot kein Spektakel mehr. Beide Teams spielten weniger Hauruck-Hockey. Die Grundwerte – sauberes und einfaches Spiel, sicher im Sinn der beiden Trainer – wurde wieder hochgehalten. Zudem hatten beide Teams im Powerplay ihre Chancen, die aber nicht genutzt wurden. Für Brandis beispielsweise stocherten Patrick Meyer und Sven Inniger gemeinsam im Slot ohne den Puck rein würgen zu können. Das Spiel wurde definitiv ausgeglichener.

Inkonsequente Phase in den letzten Minuten des Mitteldrittels
Auch der Start ins Mitteldrittel verlief positiv. Der Rest dann gar nicht mehr, aber alles der Reihe nach. Wieder waren ab der Match-Uhr knapp 30 Sekunden abgezählt, als Marco Meyer zum 3:1 trifft. Vier Minuten später erhöht Bruder Patrick Meyer gar auf 4:1 für die Emmentaler. Dies veranlasste Basels Coach Waldmeier, seine Truppe zu einem Time-out zusammen zu rufen. Auch nach dieser Coaching-Phase hatte Brandis das Spiel eigentlich im Griff. In Überzahl bot sich die Gelegenheit das Spiel zu entscheiden. Das Powerplay wurde aber nicht mit der nötigen Konsequenz gespielt, ein Schuss von Verteidiger Mosimann war die einzige einigermassen zählbare Chance. Diese Nachlässigkeit hat sich Brandis selbst zu zuschreiben. Etwas mehr als 2 Minuten vor Drittels-Ende kehrt Basel in dieses Spiel zurück. Erst trifft Müller zum 4:2 und 8 Sekunden vor der Sirene Pfennich zum Anschuss-Treffer und 4:3 nach 40 Minuten. In der 44. Minuten haut Seematter wuchtig ins Basler Tor, es war aber wiederum nicht die Entscheidung in diesem Spiel. Dennur 25 Sekunden später ist der EHC Basel mit dem 5:4 erneut im Spiel. Das Schlussdrittel brachte einen offenen Schlagabtausch. Bis kurz vor Schluss stand das Spiel auf Messers Schneide. Auch ein 6. Feldspieler seitens Basels änderte am Resultat nichts mehr.

(pmu)

Telegramm: EHC Brandis – EHC Basel KLH 5:4 (2:1, 2:2, 1:1)
Sporthalle Brünnli, Hasle b.B. – 207 Zuschauer – Schiedsrichter: Stegmann; Bumann / Romang
Torfolge: 2. Buri (Dähler) 1:0, 3. Blaser (Gurtner) 2:0,  3. Tuffet (Rohrbach) 2:1, 21. Marco Meyer (Schütz, Inniger) 3:1, 25. Patrick Meyer (Schaad) 4:1, 38. Müller (Guantario) 4:2, 40. Pfennich 4:3, 44. Seematter (Holzer, Nägeli) 5:3, 45. Wüthrich (Spreyermann, Schnellmann) 5:4

Strafen: Brandis 2-mal 2 Minuten, Basel 5-mal 2 Minuten

Brandis: Gasser; Seematter, Oberli, Reinhard, Schaad, Mosimann, Liechti; Prinz, Malicek; Meyer Marco, Schütz Renato, Inniger; Nägeli, Holzer, Steiner Adrian; Dähler, Buri, Meyer Patrick; Gurtner, Blaser, Kohler;  

Basel KLH: Wildhaber; Maurer, Fluri; Gfeller, Lenz; Bichsel, Asal; Schnellmann, Cederbaum;
Fritz, Wüthrich, Müller; Spreyermann, Tuffet, Guantario; Mombelli, Pfennich, Rohrbach; Zink.

Bemerkungen:
Brandis ohne Rüfenacht (rekonvaleszent), Schütz Markus, Hain (verletzt)
Basel ohne Gusset, Morand, Voegelin, Cola,  Cueni