Adelboden-Brandis 2:4

Trainer1

EHC Adelboden – EHC Brandis 2:4 (1:1, 1:1, 0:2)

Gegen aufsässige Adelbodener tut sich Brandis schwer

Von Päscu Müller

Die Oberländer erweisen sich als äusserst hartnäckiger Gegner. Brandis gelingt trotz optischer Überlegenheit die Sieg-Sicherung erst in den letzten vier Minuten des Spiels. Der 4:2-Sieg wurde regelrecht erarbeitet.

Eines vorne weg: Adelboden spielte nicht wie der Zweitletzte. Die Oberländer erwiesen sich als harter Widersacher. Nach zwei Dritteln, teilen sich die beiden Teams einen unentschiedenen Spielstand. Optisch wirkt Brandis zwar spätestens ab Spielmitte deutlich besser, doch Topchancen wurden Zuhauf versiebt. Das Spiel jedenfalls war nach der 2. Pause noch völlig offen und blieb es auch bis vier Minuten vor Schluss. Patricks Meyers Schuss fand endlich den Weg ins Tor zum 3:2. In der letzten Minute wurde auch endlich eine der zahlreichen Überzahl-Situationen genutzt. Verteidiger Lukas Mosimann zeichnete sich dafür verantwortlich. „Dies war definitiv ein Arbeitssieg“, meint er erleichtert. „Adelboden spielt zwar einfach, aber solide, seit sie so spielen punkten sich auch gegen stärkere Gegner“. Die Erleichterung war auch bei ihm spürbar. Das 3:2 durch Patrick Meyer brachte eine Erlösung:“Da habe ich schon durch geschnauft, trotzdem ist ein 3:2 ein gefährlicher Vorsprung, zum Glück konnten wir noch das 4. Tore erzielen, das war die Erlösung“. Lukas Mosimann stellt trotz seines Torerfolges die Mannschafts-Leistung in den Vordergrund. Dass der Sieg schlussendlich regelrecht erzwungen wurde, ist auch ein starkes Zeichen des Teams.

Doppelte Überzahl bleibt ungenutzt

Sehr ausgeglichen startet das Spiel im Berner Oberland zwischen Adelboden und Brandis. Beide Teams müssen sich vorwerfen lassen, Überzahl-Situationen nicht ausgenutzt zu haben. Brandis muss sich dabei etwas mehr rügen, denn sie durften während 2 Minuten gar mit zwei Mann mehr in Richtung Adelbodener Tor fahren. Die Scheibe lief zwar wie am Schnürchen, Chancen wurden erarbeitet, der Torerfolg aber blieb aus. Kaum übersteht Adelboden dieses Powerplay von Brandis, wandert Yannick Kohler für ein Beinstellen in die Kühlbox. Eine mental wichtige Phase – nach überstandenem Boxplay aus Sicht der Oberländer – ebenfalls im Powerplay agieren zu können. Doch auch Adelboden kam kaum zu Abschlüssen. Vor diesen geschilderten Überzahl-Situation lief das Spiel ausgeglichen, nicht nur was die Torschüsse und Spielanteile betrifft, sondern auch punkto Resultat. Beide Teams erzielen einen Treffer. Für Brandis trifft Buri nach einer Kombination über Dähler und Schaad zum 1: 0 in der 5. Minute. Sechs Minuten später dann der Ausgleich durch Gyger zum gerechten 1:1 Pausenstand nach 20 Minuten. Was seitens vom EHC Brandis eben auch fehlte, war körperbetontes Spiel, praktisch kein Check wurde zu Ende gefahren.

Wenig Lohn für viel Arbeit – Topchancen werden ausgelassen

Das Mitteldrittel beginnt, wie der erste Abschnitt aufgehört hat. Doch je länger die Partie läuft, desto mehr übernimmt der EHC Brandis das Spiel. Die Emmentaler reihen Chance an Chance ohne dabei aber den Adelboden-Goalie Friedli zu bezwingen. Der Reihe nach verpassen Schaad (23.Minute), Steiner nach guter Arbeit im Slot (25.Minute) und Buri nach tollem Zuspiel von Dähler (30. Minute). In der 32. Minute ist es Nägeli der endlich die optische Überlegenheit von Brandis in ein Tor umwandeln kann und zur 2:1-Führung trifft. Aber auch Nägeli braucht dazu zwei Anläufe. Bei Adelboden sind gerade einmal zwei Chancen sichtbar: Nach 87 Sekunden verhindert Gasser im Brandis-Tor mit einem Big-Save die Chance von Maurer und in der 34. Minute scheitern die Oberländer am eigenen Unvermögen. Bei der dritten wirklichen Chancen in diesem Drittel düpieren die Adelbodener dann aber trotzdem die Hintermannschaft von Brandis: Erst fahren sie einen 2 gegen 1 Konter, dieser scheint sogar bereinigt. Durch nachsetzen erobern sich die Oberländer die Scheibe zurück und Marcon erzielt etwas überraschend den 2:2 Ausgleich. Die Angriffsbemühungen vom EHC Brandis steigerten sich von Minute zu Minute. Wie verhext wollte der Puck aber den Weg ins Tor nicht finden. Erst Patrick Meyer (56.) und Lukas Mosimann(59.) gelang kurz vor Schluss die Sieg-Sicherung. (pmu)

Telegramm: Adelboden – EHC Brandis 2:4 (1:1, 1:1, 0:2)
Sporthalle Arena, Adelboden. – 151 Zuschauer – Schiedsrichter: Derada; Zimmermann / Romang

Torfolge:
5. Buri (Schaad, Dähler) 1:0, 11. Gyger (Schmid, Sandro Inniger) 1:1, 32. Nägeli (Steiner, Holzer) 1:2, 37. Marcon (Maurer, Tschanz) 2:2, 56. Patrick Meyer (Buri) 2:3, 59. Mosimann (Prinz, Dähler) 2:4 (PP)

Strafen:
Adelboden 11-mal 2 Minuten ; Brandis 7-mal 2 Minuten , 1-mal 10 Minuten (Malicek)

Brandis:
Gasser; Prinz, Malicek; Seematter, Oberli, Reinhard, Schaad, Mosimann, Liechti;
Gurtner, Blaser, Kohler; Nägeli, Holzer, Steiner Adrian; Marco Meyer, Renato Schütz, Sven Inniger., Dähler, Buri, Patrick Meyer.

Adelboden:
Friedli; Armbruster, Brunner; Allenbach, Willen; Gyger, Sandro Inniger; Zryd;
Maurer, Marcon, Tschanz; Burn, Schmid, Gyger; Germann, Roth, Christen; Hürzeler, Furer, Büschler.

Bemerkungen:
Brandis ohne Rüfenacht (rekonvaleszent), Markus Schütz, Hain (verletzt)