Brandis-Wiki 4:6

Malicek David vk

EHC Brandis – Wiki-Münsingen 4:6 (0:5, 2:1, 2:0)

Spitzenkampf nach knapp vier Minuten bereits entschieden

Von Päscu Müller

Kaum zu glauben, aber wahr: Nach wenigen Minuten war dieser Spitzenkampf keiner mehr. Ein wesentlicher Unterschied lag in den Special Games. Wiki traf da dreimal, Brandis dagegen musste sich gar einen Shorthander gefallen lassen. Ein Startdrittel zum Vergessen, am Besten möglichst rasch. Ein kleiner Trost bleibt in der Moral und den gewonnenen Drittel zwei und drei.

Es ist unnötig über allfällige Sündenböcke oder dergleichen zu diskutieren. Der EHC Brandis verlor dieses Spiel als Team. Was bis anhin wunderbar funktionierte, passte für einmal gar nicht. Entscheidend ist, welche Lehren das Team als Ganzes aus diesem verkorksten Spiel – vor allem den ersten vier Minuten – zieht. Wenigstens die Reaktion auf dieses Debakel war positiv. „Das war schon pickelhart“, meinte David Malicek zur Startphase. „Als Team haben wir dann aber trotzdem Moral gezeigt“, analysiert der Doppeltorschütze den weiteren Verlauf des Spiels. „Die Coaches haben uns gesagt, dass wir aus solchen Spielen lernen können, nicht wenn du 8:1 gewinnst und dir alles gelingt“, erklärt Malicek weiter. Genau da gilt es die richtigen Schlüsse zu ziehen. Brandis misslang in den ersten Minuten beinahe alles, Wiki-Münsingen gelang alles. Dieses Teilziel hat Brandis auch erreicht, Drittel zwei und drei entschied man zu seinen Gunsten. Auf seine vielen Strafen in diesem Spiel angesprochen, sagte David Malicek:“Ich bin ein Spieler, der mit solchen Emotionen lebt, mein Feuer muss brennen“. Das Feuer des EHC Brandis kochte heute auf kleinem Feuer, trotz einem veritablen Fehlstart erlosch dieses Feuer aber nicht.

Special Games zu Beginn entscheidend

Brandis wurde bereits in den Startminuten regelrecht vorgeführt. Ausschlaggebend dazu waren kleinlich gepfiffene, oder dumme Strafen. Beim ersten Tor Wikis sassen zwei Brandis Spieler in der Kühlbox, beim 0:2 noch einer und beim 0:3 war eine Strafe angezeigt. Gespielt waren bis zu diesem Zeitpunkt erst knapp 4 Minuten. Wer glaubte das sei es im 1. Drittel gewesen, sah sich getäuscht. Denn selbst bei doppelter Überzahl gelang dem EHC Brandis nichts. Noch schlimmer, sie kassierten bei noch einfacher Überzahl gar einen Shorthander. Dem nicht genug, Wiki-Münsingen setzte noch einen drauf und führte bis zur 1. Pause mit 5:0! Selbst die Coaching Massnahmen – nach dem 3:0 wurde Kaufmann durch Gasser ersetzt und vor der doppelten Überzahl ein Time-Out beansprucht – brachten keine Wende. Ein katastrophales erstes Drittel mit drei Toren in Unterzahl, eines gar in Überzahl und das 5:0 nach 16:37 mit fünf gegen fünf Feldspieler sprechen eine deutliche Sprache.

Steigerung in der Spielweise

Moralisch ist ein solcher Spielverlauf nicht zu unterschätzen. Deshalb interessiert vor allem die Reaktion des EHC Brandis auf das völlig missratene erste Drittel. Diese Reaktion darf als durchaus gelungen bezeichnet werden. Bis zur 7. Minute beispielsweise, wurde auf das eigene Tor kein Schuss zugelassen. Zudem gewann Janick Holzer acht von elf Face-offs. Nicht nur diese kleinen, aber positiven Randnotizen verdienen eine Erwähnung, auch die Spielweise hat sich geändert. Brandis versuchte wenigstens das Spiel in die Hände zu nehmen. Binnen 110 Sekunden fielen ab der 28. Minute dann die nächsten Treffer: Zuerst gelang Malicek durch einen satten Schuss das 1:5, welches Pianta – erneut im Powerplay zum 1:6 korrigierte. Auf dies hatte Patrick Meyer eine Antwort, er erzielte postwendend das 2:6. Das Mitteldrittel entschied also Brandis zu seinen Gunsten. Ein schwacher Trost, aber es ist einer. Auch das Boxplay – Malicek durfte sich vier Minuten abkühlen – anfangs des Schlussdrittels stand für einmal gut. Zur Erinnerung, fünf der sechs Wiki-Treffer bis zu diesem Zeitpunkt fielen in Überzahl. Der Rest des Spieles kann unter spielen und spielen lassen zusammen gefasst werden. Mit dem 3:6 durch Malicek und dem 4:6 durch Renato Schütz, entscheidet Brandis auch den Schlussabschnitt wenigstens zu seinen Gunsten. (pmu)

Telegramm: EHC Brandis – Wiki-Münsingen 4:6 (0:5, 2:1, 2:0)

Sporthalle Brünnli, Hasle BE. – 233 Zuschauer – Schiedsrichter: Fausel; Bumann / Bachelut

Torfolge:
3. Baltisberger (Studer) 0:1 (2PP), 4. Beutler 0:2 (PP), 4. Dällenbach (Dubach) 0:3 (Strafe angezeigt) 14. Beutler (Reber) 0:4 (SH), 17. Kevin Marolf 0:5, 28. Malicek (Patrick Meyer, Inniger) 1:5, 29. Pianta (Reber, Bruni) 1:6 (PP), 30. Patrick Meyer (Blaser) 2:6, 55. Malicek (Prinz, Blaser) 3:6, 59. Renato Schütz (Patrick Meyer) 4:6 (Brandis ohne Torhüter)

Strafen:
Brandis 7-mal 2 Minuten ; Wiki-Münsingen 9-mal 2 Minuten

Brandis:
Kaufmann (ab 4. Gasser); Prinz, Liechti; Markus Schütz, Schaad; Seematter, Oberli; Malicek, Mosimann; Inniger, Renato Schütz, Marco Meyer; Nägeli, Holzer, Dähler; Patrick Meyer, Buri, Kohler; Gurtner, Blaser.

Wiki-Münsingen: Lenze; Kormann, Kevin Marolf; Bruni, Steiner; Dällenbach, Gerber; Pianta; Studer, Baumgartner, Baltisberger; Beutler, Cyril Kormann, Reber; Hofstetter, Dubach, Gerber; Waber.

Bemerkungen:
Brandis ohne Hain, Reinhard (verletzt) , Steiner (angeschlagen), Rüfenacht (rekonvaleszent)
Wiki- ohne Läderach, Pauli