Brandis-Burgdorf 3:2

Brandis Burgdorf2

EHC Brandis – EHC Burgdorf 3:2 (1:2, 1:0, 1:0)

Temporeiches und spannendes Derby – ein Feuerwerk von Brandis

Von Päscu Müller

Dieses Emmentaler-Derby beinhaltete alles, was Eishockey so faszinierend macht. Tempo, Emotionen, Körperspiel und Chancen vor allem für Brandis. Einzig die Chancenauswertung seitens Brandis muss bemängelt werden. Auch das Powerplay kann nicht befriedigen.

Was Brandis vor allem ab dem Mitteldrittel an Chancen versiebte, ist unglaublich. Nichts desto Trotz war das ein richtiges Klasse-Spiel. Brandis gelingt die Führung erst in der 43. Minute, diese war aber mehr als verdient. Was zuvor aber an Tor-Chancen kreiert wurde, müsste eigentlich reichen um zwei oder drei Spiele zu gewinnen. Das Spiel hätte Brandis bereits im Mittelabschnitt entscheiden müssen. Dadurch blieb das emotional und kämpferisch geführte Emmentaler-Derby bis zum Schluss spannend. „Dieses Derby hatte alles, Emotionen, Körperspiel und knapp war's auch noch“, analysierte Doppeltorschütze Janick Holzer nach dem Spiel. Dass Brandis das Spiel im Mitteldrittel hätte entscheiden müssen, sieht auch Holzer so: “Da müssten wir 3 Tore vorlegen, dann könnten wir es im letzten Drittel ruhiger angehen“. Derby-Siege sind speziell: „Die Freude ist fast doppelt“, schiebt Holzer mit dickem Grinsen nach. Dieser geht auf Grund der vielen Chancen auch völlig in Ordnung.

Dampf von beiden Teams ab Spielbeginn

Die ersten Minuten dieses Emmentaler Eishockey-Derbys halten was sie versprechen, nämlich temporeiches und flüssiges Spiel, beide Teams schenken sich keinen Zentimeter Eis. Eine schöne Kombination über Steiner und Nägeli, vollendet Holzer nach knapp drei Minuten zum 1:0 für Brandis. Diese Führung hielt aber nicht lange, Burgdorf nutzte eine kurze Unaufmerksamkeit in der Verteidigung von Brandis zum 1:1 durch Gugelmann. Kurz vor Drittelsmitte wird Markus Schütz in die Kühlbox verbannt, er muss aber nur 18 Sekunden Platz nehmen, da Burgdorf mit dem ersten Angriff in dieser Überzahl bereits reüssiert. Tanner trifft ab der blauen Linie zum 2:1 für Burgdorf. Auch Brandis durfte – sogar zweimal – in Überzahl agieren. An die Effizienz von Burgdorf aber kamen sie nicht heran. Bei beiden Powerplays stand man zwar dort, wo man stehen muss, nämlich hoch im Slot, an Kaltblütigkeit wurde aber einiges vermisst. So wurde beispielsweise Gurtners Abschluss noch in Extremis vor Keeper Delb weggewischt, oder Dählers Ablenker flog über das Tor. Das Spiel blieb spannend und vor allem sehr temporeich. Burgdorf konnte die knappe Führung in die Pause retten.

Rhythmus blieb hoch – Emotionen kamen dazu

Nur gerade 68 Sekunden braucht Brandis um das Spiel wieder auszugleichen und wie: Sven Nägeli fährt los, zieht in der offensiven Zone nach links, nimmt den Burgdorfer Verteidiger mit, verzögert lange und bedient, den in der Mitte mitgelaufenen Holzer, der eiskalt aus rund sieben Meter verwertet. 
Danach spielte – mit der einen Ausnahme in Unterzahl – nur noch Brandis. Innert sieben oder acht Minuten wurden allein aufs Tor 12 Schüsse abgegeben, die neben das Tor dürfte noch einmal so viele gewesen sein. Was da an hochkarätigen Chancen vergeben wurde, ist unglaublich. Alleine zwischen der 7. und 13. Minute müsste der EHC Brandis mindesten drei Tore erzielen. Dieser Spielfluss wurde durch eine weitere Unterzahl-Situation durch unkorrekten Spielerwechsel gebremst. Gegen Ende des Mittelabschnittes wurde das Spiel zunehmend emotional, gar etwas ruppig. Für ein Derby geht das völlig in Ordnung. Das Schlussdrittel startet mit einem Powerplay von Brandis,welches wieder nicht ausgenutzt werden kann. Kurz darauf trifft bei 5:5 Spielern auf dem Eis Gurtner mit einem statten Schuss ab der blauen Linien zur erstmaligen Führung von Brandis. Den bis anhin sehr gut pfeifenden Refs entglitt in der Schlussphase das Spiel, erst wurde Malicek für einen korrekten Check bestraft, der Burgorfer, der Steiner niederstreckte, kam dagegen ungeschoren davon. Die Entscheidungen danach rochen dann stark nach Kompensation. Die Strafen die beide Teams dann in den letzten paar Minuten kassierten, waren dann mehrheitlich wieder korrekt, Tore fielen dabei keine. Selbst die letzte Minute mit 6 gegen 4 Feldspieler überstand Brandis. (pmu)

Telegramm: EHC Brandis – EHC Burgdorf 3:2 (1:2, 1:0, 1:0)

Brünnli, Hasle. – 262 Zuschauer – Schiedsrichter: Leimgruber; Schlegel / Lambert

Torfolge:
3. Holzer (Nägeli, Steiner) 1:0, 5. Gugelmann (Sommer) 1:1, 10. Tanner (Dünser) 1:2 (PP), 21. Holzer (Nägeli, Steiner) 2:2, 43. Gurtner (Seematter) 3:2,

Strafen:
Brandis 10-mal 2 Minuten ; Burgdorf 9-mal 2 Minuten

Brandis:
Gasser; Malicek, Mosimann; Prinz, Liechti; Seematter, Oberli; Markus Schütz; Dähler, Buri, Gurtner; Patrcik Meyer, Blaser, Kohler; Inniger, Renato Schütz, Marco Meyer; Nägeli, Holzer, Adrian Steiner.

Burgdorf:
Silvan Delb; Christian Moser, Lars Delb; Leuenberger, Mächler; Sandro Steiner, Dünser; Bandiera, Hirsbrunner, Tanner; Gugelmann, Stephan Moser, Sommer; Manco, Mühlemann, Soltermann; Knutti, Brunner, Züttel; Pfister

Bemerkungen:
Brandis: Ohne Hain, Reinhard, Schaad (beide verletzt) Rüfenacht (rekonvaleszent)
Burgdorf: komplett