Brandis- Thun 1:4

Brandis Thun2

EHC Brandis – EHC Thun 1:4 (1:1, 0:2, 0:1)

Schwaches Thun besiegt noch schwächeres Brandis

Von Päscu Müller

Das war jetzt rein gar nichts. Unerklärlich schwach präsentierte sich der EHC Brandis gegen ebenfalls schwache Thuner. Dass da die beiden Finalisten der letzten Saison am Werk waren, ist kaum zu glauben. Was ist nur mit Brandis los?

Eigentlich hätte nach dem überheblichen Spiel vom letzten Freitag in Unterseen, gegen Thun eine Reaktion erwartet werden können. Es blieb beim „Eigentlich“. Diesmal war das Spiel nicht überheblich, nein es war schlicht schwach. Dass auch die Thuner eher schwach spielten, verneint Brandis-Coach Beutler: „Thun hat aus seinen Möglichkeiten, mit nur drei Blöcken, sein Maximum herausgeholt, die haben das clever gespielt“.
Auf den EHC Brandis angesprochen meinte Andreas Beutler: „Wir waren nicht bereit die Zweikämpfe anzunehmen, die Präzision habe ich gänzlich vermisst“. „Der Gegner hat sicher mehr für den Sieg gemacht, als wir, das ist der Grund an unserer Niederlage“, sagte er. Die ersten zehn Minuten waren bei Brandis noch die Besten. Danach passte nicht mehr viel zusammen. Das Team verkrampfte sich zusehends, kam praktisch immer einen Schritt zu spät. „Der Gegner hat dieses Spiel verdient gewonnen“, sagt Beutler abschliessend.

Schwaches Startdrittel beider Teams

Vom Hocker riss das Startdrittel die 209 Zuschauer nicht. Zwar startete Brandis engagiert und willig, prüfte Thuns Keeper Küenzi bereits nach 17 und 24 Sekunden. Nach knapp zwei Minuten durfte das erste Powerplay gefahren werden. Es blieb ohne nennenswerten Abschluss. Thun war noch harmloser. Ihren ersten wirklichen Angriff lancieren sie nach mehr als fünf Minuten, ohne dass Gasser eingreifen musste. Steiners Pfostenschuss nach exakt 12:32 war die nächste erwähnenswerte Chance. Sonst blieb das Spiel beider Teams schwach. Die zweite ausgesprochene Strafe des Spiels – Thuns Martin Keller wanderte in die Kühlbox – brachte endlich das erste Tor für den EHC Brandis. Patrick Meyers Pass quer durch den Slot findet Blaser, der zum 1:0 trifft. Kaum zwei Minuten später war dieses Resultat bereits wieder Makulatur. Bei der ersten Überzahlsituation seitens von Thun, gleicht Studerus mit einem Slapshot nach 10:43 zum 1:1 aus. Auf prickelnde Torszenen warteten die Zuschauer in den restlichen Minuten des 1. Drittels vergebens.

Brandis unterbietet den schwachen Start

Wer glaubte das Spiel steigere sich qualitativ, sah sich arg getäuscht. Das Mitteldrittel war noch schwächer, als das Erste. Dürftige fünf Schüsse gab Brandis in diesem Drittel auf Thuns Tor ab. Als ein negativer Höhepunkt entpuppte sich das vierte Powerplay von Brandis. Es war schlicht nicht existent. Ein Zweiter folgte knapp vor Spielmitte. Alle sechs Brandis-Spieler mit einem Fehler in irgend einer Form beteiligt, wurden von Joch zum 1:2 düpiert. Es passte zu dieser Situation, dass Gasser wegen Reklamierens auch noch mit einer 2-Minuten-Strafe belegt wurde. Dem war noch nicht genug. Knapp viereinhalb Minuten vor der Sirene, finden sich Patrick Meyer und David Malicek gleichzeitig auf der Strafbank wieder. Nur gerade zehn Sekunden brauchten die Thuner, um diese doppelte Unterzahl auszunutzen. Hebeisen trifft zum 1:3.
Ein doch – wenn auch bescheidene – Druckphase zeigt der EHCB zu Beginn des Schlussdrittels. In dieser zweiminütigen Phase wurden gleich viele Schüsse gegen das Thuner-Tor gebracht, wie während des gesamten Mitteldrittels. Danach passte im Spiel von Brandis, wie mehrheitlich an diesem Abend, wieder rein gar nichts zusammen. Die Passungenauigkeit war schlicht eine Katastrophe und dies während dem gesamten Spiel. Das 1:4 durch Thuns Rossel im Powerplay passt genau in diesen Eindruck. Die Scheibe hätte längst weg gespielt werden können. Bedenklich stimmt, dass Brandis jetzt zwei Spiele hintereinander so aufgetreten ist.
(pmu)

Telegramm: EHC Brandis – EHC Thun 1:4 (1:1 0:2, 0:1)

Brünnli, Hasle. – 209 Zuschauer – Schiedsrichter: Aegerter; Baumgartner / Dumauthioz

Torfolge:
9. Blaser (Patrick Meyer, Inniger) 1:0 (PP), 11. Studerus (Lüthi) 1:1 (PP), 29. Joch 1:2, 36. Hebeisen (Bärtschi) 1:3 (2PP), 57. Rossel (Keller, Studerus) 1:4 (PP)

Strafen:
Brandis 11-mal 2 Minuten ; Thun 8-mal 2 Minuten

Brandis:
Gasser; Seematter, Oberli; Malicek, Mosimann; Markus Schütz, Schaad; Prinz, Liechti;
Nägeli, Buri, Adrian Steiner; Patrick Meyer, Blaser, Inniger; Dähler, Holzer, Marco Meyer; Yanick Kohler, Renato Schütz, Gurtner

Thun:
Küenzi; Studerus, Martin Keller; Hebeisen, Stefan Keller; Pascal Kohler, Weber; Lüthi, Rossel, Boss; Bärtschi, Stettler, Neff; Joch, Eicher, Nicolas Steiner.

Bemerkungen:
Brandis: Ohne Hain, Reinhard (alle verletzt) Rüfenacht (rekonvaleszent)
Thun: Schlapbach, Remondin, Zürcher, Allemann, Bartlome, Bigler, Zürcher, Kachramonow.