CUP - Qualifikation Brandis-Lyss

Brandis Lyss1

Cup Qualifikation: EHC Brandis – SC Lyss 4:0 (2:0, 1:0, 1:0)

Nächste Cuphürde geschafft: Jetzt wartet ein Grosser

Von Päscu Müller

Der EHC Brandis agierte regelrecht dominant. Der SC Lyss hatte nie wirklich eine Chance. Zu bemängeln ist die Chancenauswertung. Aus den zahlreichen Chancen wurden schlicht zu wenig Tore erzielt. Mit diesem weiteren Cupsieg erarbeiteten sich die Emmentaler ein attraktives Los für die Hauptrunde im September.

Am Sieger gab es bereits nach den ersten Minuten des Spiels kaum einen Zweifel. Der EHC Brandis agierte über praktisch die gesamte Spieldauer – das letzte Drittel etwas weniger – sehr dominant. Bei diesen herausgearbeiteten Chancen hätten mehr als vier Tore für die Emmentaler fallen müssen. Keeper Michael Kaufmann feierte einen Shutout. Bei den wenigen, aber gefährlichen Chancen der Lysser war er stets auf seinem Posten. Eine nicht einfache Aufgabe, wie er nach dem Spiel aussagte: „Als Goalie habe ich es lieber, wenn ich anfangs des Spiels Schüsse erhalte“. „So wie das heute gelaufen ist, ist es nicht einfach im Kopf bereit und konzentriert zu bleiben“, meint er weiter. Als Routiner hat Kaufmann auch seine Methoden um sich warm zu halten: „Ich fahre während den Unterbrüchen viel umher, auch wenn es nur ein kurzer Ausflug in die eine der Ecken ist“. Selbst für den Kopf hat Kaufmann seine Rituale: „Ich rede mit mir selber, so bleibe ich fokussiert. Dies ist dem Emmentaler Keeper heute exzellent gelungen,bis zum Ende der Partie hielt er seinen Kasten rein. Für den Shotout ist in der Regel ein Kasten Bier fällig: „Da habe ich mit meinem Vater einen Deal, dafür ist er zuständig“, erklärt Kaufmann mit einem Grinsen im Gesicht abschliessend.

Lieber spät als gar nicht

Für beide Teams stand viel auf dem Spiel, winkt dem Sieger doch ein grosses Los aus der NLA oder NLB. Dementsprechend wurde nicht lange gefackelt. Die erste Chance bot sich Brandis mit Adrian Steiner, sein Schuss wurde aber knapp über die Latte gelenkt. Gebremst wurde dieser anfängliche Spielfluss durch das Versagen der Matchuhr. Minutenlang musste das Spiel unterbrochen werden. Die nächste Chance gehörte dann Lyss, Kaufmann im Tor musste seinen Schoner mächtig ausfahren, um das Tor zu verhindern. Ab Mitte des ersten Drittels versuchte Brandis das Spiel an sich zu reissen. Es blieb mehrheitlich beim Versuch. Prickelnde Torszenen bekamen die 175 Zuschauer im Brünnli kaum zu sehen. Marco Meyer prüfte Lyss-Keeper Liechti, doch auf Meyers Schuss war zu wenig Druck. Erst mit dem 16. Schuss auf das Lysser Tor, fand die Scheibe endlich den Weg ins Netz. Patric Buri traf unhaltbar nach feinem Zuspiel von Sven Nägeli zum 1:0. Knapp eine Minute vor der Sirene, fasste sich Adrian Steiner ein Herz und schlenzte den Puck aus spitzem Winkel in die Maschen. Die 2:0 Führung nach 20 Minuten war hoch verdient. Die Tore fielen zwar spät, aber sie fielen.

Viele Chancen, wenig Tore – Kaufmann behält seinen Kasten rein

Der EHC Brandis startete ähnlich druckvoll ins zweite Drittel, wie sie das Erste abgeschlossen hatten. Doch die erste wirkliche Chance gehörte Lyss. Kaufmann, zuvor kaum beschäftigt, zeigte sich hellwach und verhinderte mit einem Big-Save den Anschlusstreffer. Nach dem Motto steter Tropfen höhlt den Stein, wurde der dritte Treffer von Brandis erzielt. Renato Schütz stocherte so lange im Slot nach, bis der Puck endlich die Linie überquerte. Danach war der EHC Brandis in der Zone von Lyss omnipräsent. Kaum einmal konnten sich die Seeländer aus dem eigenen Drittel befreien. Eine Welle nach der anderen rollte Richtung Lysser Tor, mit dem einzigen Manko, dass kein weiterer Treffer fiel. Bei 22 Schüssen fällt in der Regel mehr als nur ein Tor. Leider zog Bandis das Spiel einmal mehr nicht über die volle Distanz durch. Im letzten Drittel wurden den Seeländern zu viele Freiheiten gewährt. Lyss verzeichnete in der ersten Hälfte des Schlussdrittels mehr Schüsse, als zuvor in zwei Dritteln zusammen. Erst sieben Minuten vor Schluss fiel endlich wieder ein Tor für den EHC Brandis. Es war Marco Meyer, der herrlich zum 4:0 ins Netz traf. Dreissig Sekunden vor dem Ende der Partie scheiterte Sandro Hain noch mit einem Penalty. Überschattet wurde das Ende der Partie durch eine offenbar schwerere Verletzung des Lyssers Jonas Schmid. Er musste mit der Bahre vom Eis geführt werden.
Die Cupsaison endet für den EHC Brandis somit erfolgreich. Jetzt wartet ein Team aus der NLA oder NLB für die Hauptrunde im Cup 2017. Gespielt wird diese im September. Warum nicht gegen die SCL Tigers oder den SC Bern. (pmu)

Telegramm: EHC Brandis – SC Lyss 4:0 (2:0, 1:0, 1:0)
Sporthalle Brünnli, Hasle b.B. – 175 Zuschauer – Schiedsrichter: Derada; Lambert / Baumgartner

Torfolge:
17. Buri (Nägeli) 1:0, 19. Steiner (Hain) 2:0, 28. Schütz (Prinz, P.Meyer) 3:0, 53. Marco Meyer (Gurtner) 4:0

Strafen:
Brandis 2-mal 2 Minuten ; Lyss 3-mal 2 Minuten

Brandis:
Kaufmann; Mosimann, Malicek; Reinhard, Schaad; Seematter, Oberli; Thomas Liechti, Prinz;
Renato Schütz, Blaser, Patrick Meyer; Steiner, Buri, Nägeli; Gurtner, Hain, Marco Meyer; Inniger, Kohler.

SC Lyss:
Kevin Liechti; Röthlisberger, Lüthi; Bieri, Beer; Leu, Robert; Blatter, Dick, Von Dach; Schlup, Krebs, Siegenthaler; Gerber, Schmid, Weber; Hojac, Rieder, Mattioni; Joss.

Bemerkungen:
Brandis ohne Rüfenacht, Markus Schütz (rekonvaleszent), Holzer, Dähler (beide krank)
Lyss ohne Gegenschatz, Wälti, Balsiger