Burgdorf – Brandis 1:2

Burgdorf Brandis3

EHC Burgdorf – EHC Brandis   1:2 (0:1, 1:1, 0:0)

Spannendes Emmentaler-Derby geht etwas glücklich an Brandis

Von Päscu Müller

Optisch war dies ein animiertes Emmentaler-Derby. Ganz zufrieden dürfte beide Teams nicht gewesen sein. Burgorf, weil es die zahlreichen Chancen nicht nutzte und Brandis, weil sie zu viel zuliessen. Im Mittelpunkt standen häufig die beiden Keeper Delb (Burgdorf) und Kaufmann (Brandis).

Brandis geht zum dritten Mal als Sieger aus diesem Derby hervor. Zweimal waren die Resultate knapp, einmal siegte Brandis in Burgdorf deutlich. Das dritte und letzte Derby, hätte durchaus auch auf Seiten der Burgdorfer fallen können. Mit 37 zu 28 Schüssen gelingt Brandis beinahe ein so genannter Stolen-Win. Dass das Derby sehr eng war, sah auch der Torschütze zum 0:1 Patrick Meyer so: „Michael Kaufmann hielt uns im Spiel, der Ausgang war sehr eng“. Trotz seinem Treffer, war Meyer auch mit sich selber nicht ganz zufrieden: „Ich hatte zwei Top-Chancen, wenn ich die reinhaue, sieht es vermutlich klarer aus“, haderte er. Im Hinblick auf die Playoffs, hat Brandis sicherlich noch Luft nach oben. Eingeleitet wurde die Partie mit einem herrlichen heraus gespielten Treffer zum 0:1. „Renato hat die Scheibe nicht richtig getroffen, via Bande geht der Puck hinter dem Tor durch, diese Gelegenheit konnte ich nutzen und haute die Scheibe rein“, erklärt Meyer strahlend. Mit einem nicht nicht minder schönen Shorthander durch Michael Ruch, brachte sich Burgdorf wieder ins Spiel zurück, nachdem Nägeli zuvor sein Team mit 2:0 in Front schoss. Trotz einem Sturmlauf in den letzten Sekunden gelang den Burgdorfern der Ausgleich nicht mehr. Brandis darf durchaus als glücklicher Sieger bezeichnet werden. Weniger glücklich verlief die Partie, für den auf dem Matchblatt aufgeführten Marco Blaser. Er erhielt während dem Einspielen einen Puck ins Gesicht und musste zur Untersuchung ins Spital.

Russischer Zauber zum 1:0 für Brandis

Von Abtast-Phase keine Spur, beide Teams starten mit Volldampf in dieses dritte Derby der Saison. Nach nur dreissig Sekunden beispielsweise gewinnt Buri ein Laufduell, die Scheibe kann er aber nicht mehr ums Tor drehen. Die nächste Chance gehört nach knapp zwei Minuten Burgdorf, doch Kaufmann ist hellwach und pariert. In der 5. Minute wird Burgdorfs Tanner nach einem Haken bestraft. Das Powerplay von Brandis ist rasch installiert und läuft flüssig. Die Kombination, die dann Patrick Meyer, Florian Dähler und Renato Schütz auf dem Eis zeigen, glänzt an russischen Zauber. Sechs Sekunden bevor Burgdorfs Strafe abgelaufen wäre, vollendete Patrick Meyer. Es war nicht der Treffer an sich, der zum Staunen veranlasste, sondern die ganze Aktion. Der Spielrhythmus blieb sehr hoch, die Partie äusserst attraktiv, ohne dass sich ein Team besonders hervorhob. Die zweite Möglichkeit in Überzahl, konnte von Brandis nicht genutzt werden. Auch Burgdorf durfte gegen Ende des 1. Drittels in Überzahl agieren. Für mehr als siebzig Sekunden sassen gar zwei Akteure des EHC Brandis in der Kühlbox. Die Dreier-Box aber stand sehr eng und was als Schüsse aufs Tor zugelassen wurde, wurde eine sichere Beute von Brandis-Keeper Kaufmann. Nicht nur die doppelte, auch die einfach Überzahl konnten die Burgdorfer nicht für ein Tor nutzen.

Shorthander bringt Burgdorf zurück

Diese Tatsache – ein 5 gegen 3 nicht genutzt zu haben – schien Burgdorf etwas zu lähmen. Jedenfalls gehörten rein optisch die Startminuten im mittleren Abschnitt dem EHC Brandis. Exakt nach 27 Minuten, nutzte Brandis dieses leichte optische Übergewicht, mit einem zweiten Tor. Es war Sven Nägeli, der den Puck nach Zuspiel von Patric Buri im Netz versenkte. Doch Burgdorf steckte keineswegs auf. Bei Überzahl Brandis zur Spielmitte, entwischte Kapitän Michael Ruch und liess Kaufmann nicht den Hauch einer Chance. Mit diesem lupenreinen Shorthander, war Burgdorf wieder im Spiel. Es bot sich ihnen gar die Chance zum Ausgleich in Überzahl, doch auch diese blieb ungenutzt. Zwei Minuten vor der Sirene, sah Brandis Verteidiger Mosimann seinen Schuss von der Latte zurück springen. Gleich zu Beginn des letzten Drittels, bot sich Burgdorf diese Gelegenheit im Powerplay erneut. Trotz gefälligem Spiel seitens von Burgdorf, überstand die Brünnli-Truppe diese Unterzahl. Kaum war diese Spielsituation durch, durfte Brandis einen Mann mehr aufs Eis stellen. Teilweise zischten die Schüsse gehörig ums Tor, aber eben nicht ins Tor. Das Spiel blieb spannend und sehr temporeich. Neun Minuten vor dem Ende hatte Nägeli den Matchpuck auf dem Stock. Sein Versuch blieb eine Beute von Silvan Delb. Auch Thierry Brunner vergab eine exzellente Chance für Burgdorf. Kurz darauf flog Florian Dählers Schuss knapp übers Gehäuse. Die Schlussphase hatte es punkto Spannung in sich. Trotz 6. Feldspieler gelang Burgdorf der Ausgleich nicht mehr. (pmu)

Telegramm: EHC Burgdorf – EHC Brandis 1:2 (0:1, 1:1, 0:0)
Localnet Arena, Burgdorf. – 268 Zuschauer – Schiedsrichter: Gäumann; Cadonau / Zimmermann

Torfolge:
7. P. Meyer (R. Schütz, Dähler) 0:1 (PP), 27. Nägeli (Buri) 0:2, 32. Ruch (Mühlemann) 1:2 (SH)

Strafen:
Burgdorf 4-mal 2 Minuten ; Brandis 4-mal 2 Minuten

Burgdorf:
Silvan Delb; Sandro Steiner, Dünser; Sulzberger, Christian Moser; Leuenberger, Mächler; Lüdi, Lars Delb; Manco, Hirsbrunner, Soltermann; Mühlemann, Brunner, Züttel; Bandiera, Stephan Moser, Sommer; Gugelmann, Ruch, Tanner.

Brandis:
Kaufmann; Mosimann, Malicek; Markus Schütz, Schaad; Seematter, Oberli; Liechti, Reinhard; Dähler, Blaser, Patrick Meyer; Buri, Holzer, Marco Meyer; Adrian Steiner, Hain, Nägeli; Inniger, Renato Schütz, Kohler.

Bemerkungen:
Brandis ohne Rüfenacht (rekonvaleszent), Prinz, Gurtner (krank)
Burgdorf ohne Knutti, Trüssel