Thun-Brandis 2:3

Brandisauswärts2

EHC Thun – EHC Brandis 2:3 (1:2, 1:1, 0:0)

Brandis gewinnt den Spitzenkampf in Thun

Von Päscu Müller

Brandis führte nach dem ersten Drittel mit 2:1, das Spiel war bis dahin ziemlich ausgeglichen. Im Mitteldrittel hätte das Resultat durchaus kippen können, denn Thun agierte beinahe dominant. Den Game-Winner zum 3:2 Sieg, erzielte Brandis Verteidiger Lukas Mosimann 38 Sekunden vor der zweiten Pause.

Im ersten Drittel war dieser Spitzenkampf ziemlich ausgeglichen. Die 2:1-Führung für Brandis auf Grund der höheren Effizienz noch erklärbar. Dass die Emmentaler aber nach 40 Minuten immer noch führten, kann durchaus als glücklich bezeichnet werden. Denn das zweite Drittel gehörte spielerisch eindeutig den Thunern. Keine Minute vor der Sirene war Lukas Mosimann für den Game-Winner verantwortlich. Für ihn waren aber vor allem die letzten zehn Minuten entscheidend: „In dieser Phase liessen wir defensiv nichts mehr anbrennen, zuvor war das ein hin und her mit Fehlern auf beiden Seiten“, analysiert Mosimann das Spiel. In der Tat wurden die Angriffe des EHC Thun im letzten Drittel früh unterbunden. Falls sie doch noch ein Durchkommen fanden, stand Lukas Gasser sicher im Brandis-Tor. „Wir haben das als Team clever runter gespielt“, lobt der Keeper die Teamarbeit. „Sicherlich hatte das Spiel Momente, wo Thun bis vor Tors kam, meine Vorderleute haben mich da aber gut abgeschirmt“. Gasser liebt solche Spiel: „Da bin ich auch mal im Spiel und habe was zu halten, das hält mich warm“, meinte er schmunzelnd. Die Temperaturen dürften tatsächlich nicht nur für die Torhüter eine Rolle gespielt haben. Richtig heiss, war dieser Spitzenkampf nicht, spannend bis zum Schluss aber alle Mal.

Diszipliniertes Startdrittel von beiden Teams

Von einer Abtastphase war in diesem Spitzenkampf wenig zu sehen. Beide Teams suchten vehement den Vorwärtsgang, wobei die Thuner etwas mehr offensive Aktionen hatten. Doch die gefährlichen Schüsse, sahen die Zuschauer zu Beginn des Spiels nicht. Beide Teams agierten äusserst diszipliniert. Nach knapp sechs Minuten, gewinnt Blaser dann das Bully, Patrick Meyer eroberte sich die Scheibe, tankte sich links elegant durch und bediente im Slot Florian Dähler, der zum 0:1 einschob. Mit diesem Tor war die Partie definitiv lanciert. Der Ausgleich für die Thuner liess auch nicht lange auf sich warten. Drei Minuten nach der Emmentaler Führung trifft Rossel nach Zuspiel von Schlapbach zum 1:1. Die anschliessende Überzahl für Brandis – Thuns Steiner sass wegen Beistellens auf der Strafbank – wurde trotz Chancen nicht genutzt. Die nächste grosse Chance, hatte der Thuner Allemann. Gasser im Tor von Brandis, blieb aber in der unübersichtlichen Situation ruhig und hatte seinen Fänger zur rechten Zeit auf dem Puck. Die nächste Aktion gehörte wieder dem EHC Brandis. Nägeli bediente Adrian Steiner, dieser tanzte Thuns Keeper Küenzi regelrecht aus und trifft zur 2:1 Führung für die Emmentaler nach dem ersten Drittel.

Druckvolle Thuner im Mitteldrittel – Brandis behält die Nase vorne

Die Thuner starteten fulminant ins Mitteldrittel. Jedenfalls gelang es Brandis kaum die Scheibe aus dem eigenen Drittel zu befreien. Nicht in dieser Druckphase, sondern mit einem Konter glich Thun die Partie verdient aus. Als Torschütze durfte sich der Langnauer Remo Schlapbach feiern lassen. Auch nach diesem Ausgleich, war Thun das bessere Team. Der Druck auf die Defensive der Emmentaler nahm zu. Brandis konnte sich nur gelegentlich aus der eigenen Zone lösen. Es blieb Gasser zu verdanken, der beispielsweise ein gefährliches Buebe-Trickli in Extremis zunichte machte, dass Brandis im Spiel blieb. Diese Phase gefiel Brandis-Coach Andreas Beutler offenbar gar nicht. Er nahm vor Spielmitte sein Time-Out. Brandis wirkte danach etwas geordneter, gefallen konnte das Spiel der Emmentaler aber weiterhin nicht. Thun führte eindeutig die feinere Klinge. Nach einem dummen Foul von Thuns Kohler an Inniger, bot sich Brandis die Gelegenheit wieder einen Treffer vorzulegen. Holzer hatte in dieser Überzahl eine erstklassige Chance, die Emmentaler wieder in Führung zu bringen, doch er versiebte die Möglichkeit beinahe fahrlässig. Mit der Führung klappte es dann doch noch. Verteidiger Lukas Mosimann liess ab der blauen Linie einen Hammer los, der den Weg ins Tor fand. Die 3:2-Führung für Brandis darf durchaus als schmeichelhaft bezeichnet werden. Nach knapp zwei Minuten im Schlussdrittel, durften die Thuner im Powerplay agieren, doch anders als noch im zweiten Drittel, liess Brandis kaum Druck zu. Die Emmentaler zeigten sich überhaupt wesentlich engagierter, als noch zuvor. Die Thuner war kaum mehr in der Lage, den Druck zu erzeugen, der sie im Mitteldrittel so stark gemacht hat. Ebenfalls die nächste Überzahl Thuns, überstand Brandis schadlos. Fünf Minuten vor der Schlusssirene versiebte bei einem Konter Thun eine weitere erstklassige Möglichkeit zum Ausgleich. Trotz hektischer Schlussphase und Thun mit einem 6. Feldspieler, liess Brandis keinen weiteren Treffer zu und gewinnt den Spitzenkampf etwas glücklich mit 3:2, auch weil sie im Schlussdrittel wieder stabiler agierten und das Spiel recht gut kontrollierten. (pmu)

Telegramm: EHC Thun – EHC Brandis 2:3 (1:2 1:1, 0:0)
KEB Grabengut, Thun. – 285 Zuschauer – Schiedsrichter: Blum; Cantamessi / Wittwer

Torfolge:
6. Dähler (Patrick Meyer) 0:1, 9. Rossel (Schlapbach) 1:1, 20. Adrian Steiner (Nägeli) 1:2, 23. Schlapbach 2:2, 40. Mosimann (Patrick Meyer) 2:3

Strafen:
Thun 5-mal 2 Min, 1-mal 10 Minuten (Kohler) ; Brandis 5-mal 2 Minuten, 1-mal 10 Minuten (Buri)

Thun:
Küenzi; Martin Keller, Weber; Hebeisen, Stefan Keller; Kohler, Nicolas Steiner; Bigler; Schlapbach, Rossel, Boss; Neff, Lüthi, Bärtschi; Joch, Allemann, Bartlome; Stettler.

Brandis:
Gasser; Mosimann, Malicek; Markus Schütz, Schaad; Seematter, Oberli; Reinhard, Prinz; Dähler, Blaser, Patrick Meyer; Buri, Holzer, Marco Meyer; Adrian Steiner, Hain, Nägeli; Gurtner, Renato Schütz, Inniger.

Bemerkungen:
Thun ohne Remondin, Studerus, Eicher, Kaufmann, Lüthi (alle verletzt), Gregory Steiner (krank)
Brandis ohne Rüfenacht (rekonvaleszent), Liechti, Kohler (abwesend)