Brandis-Lyss 6:3

Brandis Lyss5

EHC Brandis – SC Lyss 6:3 (2:2, 2:0, 2:1)

Brandis siegte in animierter und ruppiger Partie gegen den SC Lyss

Von Päscu Müller

Für die Zuschauer war dies eine durchaus animierte Partie. Dass der EHC Brandis im Detail und schlussendlich eben das bessere Spiel ablieferte als der Gegner, war ebenfalls kaum zu übersehen. Trotz Attraktivität, im Playoff-Modus war diese Partie erst gegen Ende des Spiels. Am Sieg gibt es dennoch wenig zu husten.

Einfach haben es die Seeländer dem EHC Brandis – wenigstens im ersten Drittel – nicht gemacht. Mit zunehmender Spieldauer, wurden die Emmentaler aber stärker und hatten schlussendlich kaum Mühe einen weiteren Sieg nach Hause zu fahren. „Die spielen am Anfang immer gut, hinten mussten wir einen guten Job machen“, sagte Sven Inniger, der Torschütze zum 6:2 über das erste Drittel. Über den Treffer acht Sekunden vor der Sirene zum 2:2, findet Inniger deutliche Worte: „Das darf uns schlicht nicht passieren!“. Dass sich Brandis schlussendlich doch deutlich durchsetzte, sah Sven Inniger in folgenden Gründen: „Wir haben hinten nicht viel zu gelassen, vorne rotiert und die Schüsse gesucht. Schliesslich fanden diesen auch den Weg ins Tor“, analysiert er. „Irgendwann mussten die rein“, fügt er an. Zu den Schiedsrichtern wollte sich Inniger nur zögerlich äussern: „Ich lamentiere nicht gerne über die Schiris, aber die waren nicht wirklich bereit, dass hat das Spiel zunehmend gehässig gemacht“. Ein anfangs flüssiges und animiertes Spiel wurde zunehmend ruppiger, wie es wahrscheinlich dann auch in den Playoffs zur Sache gehen könnte. Es änderte nichts an einem weiteren, deutlichen Sieg des EHC Brandis. Dieses beidseitig meist flüssig geführte Spiel, dürften dem anwesenden Publikum gefallen haben. Nicht gefallen hat die Leistung der Schiedsrichter. Sie waren vor allem gegen Ende der Partie überfordert. Auf beiden Seite hat der eine oder andere Spieler seine Blessuren zu tragen.

Flüssiges und animiertes erstes Drittel

Die zuvor im Brünnli torlosen Lysser, eröffneten nach vier Minuten das Score nur vermeintlich. Obwohl die Scheibe im Tor landete, wurde der Treffer nicht anerkannt. Der Linesman hatte die Partie vor dem Tor, per Handzeichen unterbrochen. Auch danach versteckten sich die Seeländer keineswegs. Sie kreierten gar die besseren Chancen als Brandis. Jedenfalls wurden die ersten zehn Minuten relativ flüssig und ohne grosses taktisches Konzept abgespielt. Vier Minuten vor der ersten Pause, trifft Lyss, was ihnen zuvor während zwei Spielen im Brünnli nicht gelungen ist. Neun Sekunden bevor Patrick Meyer das Eis wieder hätte betreten dürfen, eröffnete Oliver Beer das Skore im Powerplay zum 0:1. Die Antwort von Brandis liess nicht lange auf sich warten. Bei einem vehement ausgeführten Angriff, trifft Renato Schütz nach Pass von Sven Inniger nur zwei Minuten später zum 1:1. Keine weiteren zwei Minuten später geht Brandis – ebenfalls im Powerplay – sogar in Führung. Für das Tor zeichnete sich Patric Buri aus. Doch auch dieses Resultat hatte nicht lange Bestand. Acht Sekunden vor der Sirene gleicht Lyss die Partie durch Gerber zum 2:2 aus.

Das Spiel blieb unterhaltsam und wurde ruppig

Die Spielweise im Mitteldrittel änderte sich kaum. Brandis wirkte optisch zwar um Einheiten dominanter, richtig zwingend waren die Chancen aber kaum. Einzig Dählers Schuss nach vier Minuten verfehlte das Ziel nur knapp. Es war schön anzusehen, was Brandis aufs Eis zelebrierte, effizient war es aber nicht. Bei einem in dieser Phase seltenen Angriffe der Lysser, trifft Gerber nur den Pfosten. Mit der Effizienz klappte es für den EHC Brandis nach 29 Minuten dann endlich. Ein Angriff über Steiner und Nägeli, schloss Sandro Hain zum 3:2 ab. Das anschliessende Spiel in Unterzahl überstand der EHC Brandis schadlos. Einzig ein bisschen Hektik kam auf, als Keeper Kaufmann im Torraum angegangen wurde. Die Gemüter beruhigten sich relativ rasch. Für das nächste Highlight im Spiel, war Adrian Steiner verantwortlich. Er umkurvte mit viel Tempo praktisch die gesamte Lysser Verteidigung und traf trocken zum 4:2. Mit dem 5:2 durch Buri – eine Bogenlampe – nach zwei Minuten im letzten Drittel, war die Partie praktisch entschieden. Beim nächsten Treffer für Brandis, traf der Ex-Lysser Sven Inniger zum 6:2. Die Lysser versuchten immer wieder an diesem Resultat zu rütteln. Erst scheiterte Krebs mit einem Penalty am stark haltenden Kaufmann, dann traf Schlup zur 6:3 Resultat-Kosmetik. Dass die Partie gegen Ende etwas ruppig geführt wurde, dürfte den eher schwachen Schiedsrichtern zu zuschreiben sein. Am Resultat änderte sich trotz zahlreich ausgesprochener Strafen nichts mehr. (pmu)

Telegramm: EHC Brandis – SC Lyss 6:3 (2:2, 2:0, 2:1)
Sporthalle Brünnli, Hasle b.B. – 204 Zuschauer – Schiedsrichter: Aegerter; Cantamessi / Schlegel

Torfolge:
16. Beer (Joss, Schlup) 0:1 (PP), 18. Renato Schütz (Inniger) 1:1, 20. Buri (Markus Schütz, Schaad 2:1 (PP), 20. Gerber (Krebs) 2:2, 29. Hain (Nägeli, Steiner) 3:2, 32. Steiner 4:2, 43. Buri 5:2, 47. Inniger (Reinhard, Renato Schütz) 6:2, 49. Schlup (Von Dach) 6:3

Strafen:
Brandis 14-mal 2 Minuten, 2-mal 10 Minuten ; Lyss 9-mal 2 Minuten

Brandis:
Kaufmann; Mosimann, Malicek; Markus Schütz, Schaad; Seematter, Liechti; Reinhard, Prinz; Dähler, Blaser, Patrick Meyer; Buri, Holzer, Marco Meyer; Adrian Steiner, Hain, Nägeli; Gurtner, Renato Schütz, Inniger.

SC Lyss:
Liechti; Röthlisberger, Beer; Schwab, Robert; Joss, Leu; Siegenthaler, Weber, Dick; Von Dach, Schlup, Hojac; Gerber, Krebs, Blatter; Wälti, Balsiger, Mattioni.

Bemerkungen:
Brandis ohne Oberli, Kohler (abwesend)
Lyss ohne Gegenschatz, Schmid, Rieder