Bellinzona-Brandis 3:4 n V

33 kaufmann

GDT Bellinzona – EHC Brandis 3:4 n.V (0:1, 2:0, 1:2, 0:1) – Stand: 0:2

Brandis siegt im Tessin in der Verlängerung

Von Päscu Müller

Das Spiel wurde erst gegen Ende der Partie ein richtiger Krimi. Vom spielerischen Gehalt her, war diese Partie nicht zu vergleichen mit der Partie vom Samstag. Brandis hätte die Partie vor der Overtime entscheiden müssen, hätte sie aber auch verlieren können. Bellinzona wehrte sich vehement.

Die Emmentaler taten sich schwer. Nicht nur im Toreschiessen, auch im gepflegten Spielaufbau. Mangelhaft war gegen Bellinzona bestimmt auch das Powerplay. Zwei, fünf gegen drei Überzahl-Situationen, wurden nicht ausgenutzt. Selbst diejenige zu Beginn der Verlängerung nicht. Es war auch unglaublich, wie vehement sich die Tessiner wehrten. Für den Game-Winner war dann Patrick Meyer verantwortlich. Seine Erleichterung war spürbar: „Endlich ging diese Scheibe rein, ich hätte das schon vorher tun müssen“. „Wir wussten, wie hartnäckig die sich wehren, trotzdem haben wir nicht ganz das gezeigt, was wir uns vorgenommen haben“, erklärt Patrick Meyer, die teilweise fahrige Spielweise. „Wir können uns glücklich schätzen, dass das noch gereicht hat“, präzisiert er. „Mit Wille und Leidenschaft, haben wir dieses Spiel noch gedreht“. In der Tat war das Spiel im letzten Drittel und der Overtime ein richtiger Krimi. Das Spiel hätte Brandis aber schon vorher – vor allem in diversen Powerplays entscheiden müssen. Gegen einen sich hartnäckig wehrenden Gegner war dies nicht einfach. In diesem Moment zählt nur eines: Der Sieg.

Spielerisch eher magere Kost

Das Tempo im Tessin war nicht so hoch, wie am letzten Samstag in Hasle. Bis zum ersten Schuss, dauerte es weit über fünf Minuten. Dabei wurde nicht Calanca im Tor von Bellinzona, sondern Michael Kaufmann geprüft. Brandis lief mit der Scheibe, statt diese laufen zu lassen. Über mangelnde Treffsicherheit, kann sich dann aber Brandis nicht beklagen. Mit dem ersten Schuss aufs Tor, gehen nämlich die Emmentaler durch Patrick Meyer in Führung. Beim diesem Führungstreffer, war eben eine Strafe gegen Brandis abgelaufen, an dem sich der bestrafte Malicek ebenfalls am Angriff beteiligte. Das Spiel wurde aber nicht wirklich besser. Selbst in zwei Überzahl-Situationen gelang es dem EHC Brandis nicht, die Führung auszubauen. Zu ungenau wurden die Schüsse aufs Tor der Tessiner abgegeben. In der letzten Phase des Drittels, sah sich Brandis in Unterzahl, doch die Box stand wie gewohnt sicher. Nach einem spielerisch eher bescheidenen Drittel und mageren acht abgegebenen Schüsse auf das Tessiner Tor, brachte Brandis die 1:0-Führung in die Pause.

Krimi gegen Schluss

Keine Minute war im Mitteldrittel gespielt, da brauchte es einen starken Michael Kaufmann, ohne seinen Big-Save wäre Bellinzona zum Ausgleich gekommen. Es war bei weitem nicht die einzige Situation, die der Brandis-Keeper entschärfte. Beim nächsten Tessiner-Angriff war er dann aber machtlos. Luca Balerna nutzte eine Unaufmerksamkeit an der offensiven blauen Linie von Brandis. Er zog alleine auf Kaufmann los und verwertete eiskalt. Dies zu allem Ungemach, in einem Powerplay von Brandis. Kaum zwei Minuten später lagen die Bellenzer gar in Front. Auch da wurde zu wenig konsequent gearbeitet. Coach Andreas Beutler nahm nach diesen eher schwachem Minuten zu Beginn des Mittelabschnittes sein Time-Out. Bei Spielmitte bot sich Brandis die Chance in doppelter Überzahl wieder ins Spiel zu finden. Doch selbst da war das Spiel zu wenig bissig, zu wenig konsequent. Es war nicht das erste Powerplay in diesem Spiel, dass nicht genügen konnte. Bei der 7. Strafe gegen Bellinzona brannte es dann vor Calanca lichterloh. Es passt aber irgend wie zum bisher gezeigten, dass die Scheibe den Weg ins Tor nicht fand. Zu Beginn des Schlussdrittels nahm sich Brandis selber aus dem Spiel. Anstatt in der Offensive den Ausgleich suchen zu können, füllte sich die Strafbank durch teilweise dumme Strafen. Doch unverhofft kommt oft: Nachdem Brandis ohne Gegentor diese Phase übersteht, läuft Prinz auf und davon, markierte nach einem Gestocher den überraschenden Ausgleich zum 2:2. Anschliessend bot sich Brandis zum zweiten Mal an diesem Abend eine doppelte Überzahl. Endlich fiel auch der Treffer. Nach einem erstmals überzeugenden Powerplay trifft Marco Blaser zum 3:2 für Brandis. Bei diesem Treffer sass noch ein Tessiner in der Kühlbox. Wie zuvor Brandis, nahm sich fortan Bellinzona mit zu vielen Strafen selber aus dem Spiel. Doch anstatt den Sack zu zumachen, kassieren die Emmentaler 98 Sekunden vor der Sirene das 3:3 durch Albisetti. Der Krimi ging tatsächlich in die Verlängerung, zu Beginn für 70 Sekunden Brandis sogar mit zwei Mann mehr auf dem Eis, doch auch da fiel die Entscheidung nicht. In der 7. Minute der Overtime erlöste Patrick Meyer endlich sein Team mit dem Game-Winner. (pmu)

Telegramm: GDT Bellinzona – EHC Brandis 3:4 n.V (0:1 2:0, 1:2, 0:1)
Centro Sportivo, Bellinzona TI. – 38 Zuschauer – Schiedsrichter: Leimgruber; Cantamessi / Pfister

Torfolge:
8. Patrick Meyer (Blaser, Malicek) 0:1, 25. Balerna 1:1 (SH), 27. Massy 2:1, 46. Prinz (Malicek, Patrick Meyer) 2:2, 50. Blaser (Buri, Patrick Meyer) 2:3 (PP), 59. Albisetti 3:3, 67. Patrick Meyer (Blaser, Malicek) 3:4.

Strafen:
Bellinzona 14-mal 2 Min, 1-mal 5 Min (Masa), 1-mal 10 Min (Bianchi) ; Brandis 8-mal 2 Min

Bellinzona:
Calanca; Gianella, Mengoni; S.Guidotti, End; Gianinazzi, Scheidegger; Bianchi, Juri, Balerna; Rosselli, Isabella, Masa; Schmid, F.Guidotti, Schena; Albisetti, Pinana.

Brandis:
Kaufmann; Mosimann, Malicek; Markus Schütz, Schaad; Seematter, Oberli; Reinhard, Prinz; Dähler, Blaser, Patrick Meyer; Kohler, Holzer, Marco Meyer; Steiner, Buri, Nägeli; Gurtner, Renato Schütz, Inniger.

Bemerkungen:
Bellinzona ohne Cerinotti, Schnüriger, Christen, Celio, Camarda
Brandis ohne Liechti (abwesend), Hain (rekonvaleszent nach Nasenbeinbruch)