Brandis-Bellinzona Spiel 3 5:6 n.V.

Brandis Bellinzona6

EHC Brandis – GDT Bellinzona 5:6 n.V. (3:1, 1:2, 1:2, 0:1) – Stand: 2:1

Brandis gelingt die Entscheidung (noch) nicht

Von Päscu Müller

Wiederum war es kein einfaches Spiel für den EHC Brandis. Anfangs kalt erwischt, zeigten die Emmentaler eine tolle Reaktion, müssen aber kurz vor der Sirene doch noch den Ausgleich zum 5:5 hinnehmen. In der Verlängerung stand das Glück dann auf Seite der Tessiner.

Wer glaubte die GDT Bellinzona nehme dieses dritte Spiel in dieser Serie auf die leichte Schulter, sah sich arg getäuscht. Wie am Dienstag im Tessin, wehrten sie sich sehr hartnäckig. Eine gute Minuten vor der vermeintlichen Schlusssirene, gelingt den Tessinern der Ausgleich zum 5:5. In der Verlängerung gar der Siegestreffer. Brandis führte 3:1, 4:2 und 5:3. Bitter, dass diese Führungen nicht zum Sieg reichten. „Wir waren unerklärlich nervös in diesem Spiel“, versuchte Assistenz-Coach Daniel Bieri das Spiel zu erklären. „Auch waren wir zu kompliziert mit der Scheibe“, erklärte er weiter. „Zudem verpassten wir es dreimal, Bellinzona mit einem dritten Tor den Ko zu verpassen“, analysierte Bieri. „Wir waren heute nicht die clevere Mannschaft, die wir eigentlich sein wollen, um einen zwei Tore Vorsprung nach Hause zu spielen“, fügte er kritisch bei. Genau diese Cleverness ist dem EHC Brandis heute nicht gelungen. Anfangs kalt erwischt, nach dem frühen Time-Out von Headcoach Andreas Beutler, wieder in der Spur, liessen sich die Emmentaler doch noch die Butter vom Brot streichen. „Das Spiel ist einfach“, sagte Daniel Bieri „denn wer dreimal gewinnt ist eine Runde weiter und da sind wir immer noch mit 2:1 vorne“. Etwas Positives wollte Bieri doch noch erwähnt haben: „Der vierte Block hat seinen Job gemacht, die haben den Anderen gezeigt, dass in jedem Einsatz gekämpft werden muss.“ Diese Niederlage ist kein Untergang, dennoch braucht es am Samstag in Bellinzona eine Leistungssteigerung, um nicht noch in die Bredouille zu fallen.

Ein Time-Out mit Wirkung

Kaltstart für den EHC Brandis. Nach bereits 74 Sekunden gehen die Tessiner durch Bianchi in Führung. Auch danach stand eher Brandis-Keeper Michael Kaufmann im Mittelpunkt, als sein gegenüber Calanca. Drei Minuten später wurde es richtig gefährlich vor dem Tessiner Tor. Hains Pass in den Slot verpasste Nägeli nur knapp. Doch Brandis war damit immer noch nicht in der richtigen Spur. Vor Kaufmann wurde es ebenfalls sehr heiss, die Defensive agierte zu wenig konsequent. Den Tessinern winkte dann gar die Chance in Überzahl, ihre Führung auszubauen. Glücklicherweise überstand Brandis diese Phase, trotz Chancen seitens von Bellinzona. Die Löcher in der Abwehr von Brandis blieben aber bestehen. Ab da war klar, dass dies für die Emmentaler kein leichtes Spiel werden wird. Coach Beutler reagierte sofort und versammelte sein Team, bereits nach zehn Minuten im ersten Drittel, zum Time-Out. Diese Massnahme trug umgehend Früchte. Erst traf Sven Inniger aus dem Slot zum Ausgleich, Sekunden später Marco Blaser mit einem Knaller zur 2:1-Führung für den EHC Brandis. Zwischen den beiden Treffer vergingen gerade einmal zwölf Sekunden. Weitere 68 Sekunden später stand es gar 3:1 für Brandis. Im Powerplay traf Marco Meyer nach einer tollen Kombination von Janick Holzer und Renato Schütz. Trotz diesem Rückstand blieben die Tessiner äusserst hartnäckig.

Lange hart umkämpft

Kaum wieder im Spiel verpasste Florian Dähler eine erstklassige Möglichkeit. Beim nächsten Einsatz Sandro Hain und Adrian Steiner, es hätten die Entscheidungen sein können. Im anschliessenden Powerplay, erzeugte Brandis weiterhin grossen Druck. Kaum zu glauben, dass aber Bellinzona das Tor erzielte. Mit einem klassischen Konter, sind die Tessiner durch diesen Shorthander wieder im Spiel. Doch auch da fiel die Reaktion von Brandis vehement aus. Patric Buri verwertete nur zwei Minuten später ein Zuspiel von Michael Reinhard zum 4:2. Sekunden danach verpasste Patrick Meyer eine Vorentscheidung nur knapp. Das Spiel blieb hart umkämpft und eng. Es brauchte in dieser Phase nicht nur einmal die sicheren Interventionen von Michael Kaufmann, gegen Luca Balerna beispielsweise rettete er – wieder bei einem eins zu eins Konter – mirakulös. Wie aus dem Nichts gelingt Bellinzona erneut der Anschlusstreffer. Ends Weitschuss durch alle hindurch fand den Weg ins Netz. Die Tessiner liessen einfach nicht locker. Kurz vor Ende des Mitteldrittels hatte Bellinzona den Ausgleich sogar mehrmals auf dem Stock. Das Spiel weiter ein ständiges Auf und Ab. Brandis bemüht, wieder einen Treffer vorzulegen, Bellinzona sich mit Händen und Füssen wehrend und – zum Leidwesen von Brandis – mit Torchancen. Auch auf Seiten der Emmentaler wurden Chancen im Minutentakt versiebt. Bis Renato Schütz nach Zuspiel von Yanick Kohler endlich zum 5:3 in den Kasten traf. Es war ein Treffer, der die Nerven wieder etwas beruhigte. Trotzdem war es immer noch nicht die Entscheidung, denn bei Strafe gegen Brandis, gelingt den Tessinern zum dritten Mal der Anschlusstreffer, diesmal zum 5:4. Es war Scheidegger, der eine Unaufmerksamkeit ausnutzte und gleich drei Brandis-Spieler düpierte. Die Partie blieb nervenaufreibend. Schlappe 79 Sekunden vor der vermeintlichen Sirene trifft Bellinzona doch tatsächlich noch zum 5:5 Ausgleich. Die Partie musste wie bereits am Dienstag in die Verlängerung. In dieser verpasste Brandis die Entscheidung in Überzahl. Nicht so Bellinzona: Sie verwerten einen Konter nach Ablauf der Strafe durch Topscorer Balerna nicht unverdient zum 5:6. (pmu)

Telegramm: EHC Brandis – GDT Bellinzona 5:6 n.V. (3:1, 1:2, 1:2, 0:1)
Brünnli, Hasle. – 245 Zuschauer – Schiedsrichter: Derada; Wittwer / Dumauthioz

Torfolge:
2. Bianchi 0:1, 12. Inniger (Gurtner) 1:1, 12. Blaser (Dähler) 2:1, 15. Marco Meyer (Holzer, Renato Schütz) 3:1 (PP), 24. S. Guidotti (Balerna, Scheidegger) 3:2 (SH), 26. Buri (Reinhard) 4:2, 33. End (Masa) 4:3, 47. Renato Schütz (Kohler) 5:3, 53. Scheidegger (Masa) 5:4, 59. Schena (Gianella, Masa) 5:5, 64. Balerna (Schena) 5:6

Strafen:
Brandis 5-mal 2 Minuten ; Bellinzona 6-mal 2 Minuten

Brandis:
Kaufmann; Mosimann, Malicek; Markus Schütz, Reinhard; Seematter, Oberli; Prinz; Dähler, Blaser, Patrick Meyer; Buri, Holzer, Marco Meyer; Steiner, Hain, Nägeli; Gurtner, Renato Schütz, Inniger; Kohler

Bellinzona:
Calanca; Gianella, Mengoni; S.Guidotti, End; Gianinazzi, Scheidegger; Bianchi, Juri, Balerna; Rosselli, Isabella, Masa; Schmid, F.Guidotti, Schena; Albisetti, Pinana.

Bemerkungen:
Brandis ohne Schaad (verletzt), Liechti (krank)
Bellinzona ohne Mengoni, Christen