Bellinzona-Brandis 4:7

Brandisauswärts3

GDT Bellinzona – EHC Brandis 4:7 (0:1, 2:5, 2:1) – Stand: 1:3

Der EHC Brandis ist nach kampfbetontem Spiel im Halbfinal

Von Päscu Müller

In einem anfangs von Vorsicht geprägtem Spiel, drückte Brandis im Mitteldrittel der Partie den Stempel auf. Binnen wenigen Minuten eilten sie den Tessiner mit einem vier Tore Vorsprung davon. Diesmal liessen sich die Emmentaler den Sieg nicht mehr nehmen. Die Partie blieb aber bis zum Schluss hart umkämpft.

Entscheidend waren die Minuten kurz vor und nach Spielhälfte. Erst kassierte Brandis in einer druckvollen Phase der Tessiner, den Ausgleich zum 1:1, ehe Adrian Steiner mit einem Shorthander die Partie für Brandis wieder in die richtige Bahn lenkte. Bis zur 34. Minuten, zogen die Emmentaler mit vier Toren Vorsprung davon. Es war eine eindrückliche Reaktion der Emmentaler auf die bittere Niederlage vom letzten Donnerstag gegen Bellinzona. Selbst der zweite Tessiner Treffer wurde umgehend mit dem 6:2 beantwortet.
Die Partie blieb aber bis zum Schluss hart umkämpft. Dies sah auch Doppeltorschütze Adrian Steiner so:“Bellinzona hat bis zum Schluss nie aufgegeben, wir mussten das bis zum Ende durchspielen, das ist uns nicht ganz gelungen“, meinte er auch kritisch. „Vor allem in den Schlussminuten haben wir nicht mehr clever gespielt“. Trotzdem bringt Brandis den Sieg ins Trockene, dies ist ihnen am Donnerstag beispielsweise nicht gelungen. Zu seinem wichtigen Shorthander zum 2:1 meinte Steiner: „Die waren sich kurz nicht einig, da habe ich die Scheibe weg gestochen und da hatte ich genug Zeit, den rein zu machen“. Dieser Treffer sollte die Nerven beruhigen, hat es aber bis am Schluss nicht wirklich. Obwohl das Spiel ab Spielmitte eigentlich klar war, blieb es bis zum Ende hektisch. Damit war auch Headcoach Andreas Beutler nicht ganz zufrieden: „Wir hatten alles auf unserer Seite, auch das Glück den dritten Treffer zu erzielen“, meinte er. „Im letzten Drittel dürfen wir das nie und nimmer so anbrennen lassen“, sagte Beutler kritisch. Nichts desto Trotz steht der EHC Brandis nach einer intensiven Serie gegen Bellinzona vorzeitig im Halbfinal.

Brandis das aktivere Team

Es ist Patric Buri, der Keeper Calanca nach nicht einmal zwei Minuten zum ersten Mal prüfte. Die nächste vielversprechende Kombination zelebrierten Patrick Meyer und Marco Blaser. Letzterer verzog aber knapp. So richtiges Powerhockey wollte nicht aufkommen. Vorerst dominierte schnörkelloses und fehlerfreies Eishockey, denn zu sehr waren beide Teams bedacht, primär defensiv keine Fehler zu machen. Es war aber kaum zu übersehen, dass Brandis den Ton abgeben wollte. Nach neun Minuten, die nächste grosse Brandis-Chance, diesmal war es Patrick Meyer, der knapp verzog. Die erste richtige Tessiner-Chance, war erst nach elf Minuten zu sehen. Lukas Gasser machte diese aber mit seinem linken Beinschoner zunichte. In der ersten Überzahl-Situation des Spiels, agierte der EHC Brandis sehr druckvoll. Ausser Schüssen ab der blauen Linie, liess Bellinzona aber nichts zu. Kaum war dieses Powerplay vorüber, durften die Emmentaler ein zweites Mal mit einem Mann mehr auf dem Eis spielen. Diesmal klappte es auch mit dem Torerfolg. Es war Janick Holzer mit dem 1:0 für Brandis im Nachschuss. Kurz darauf verpasste Renato Schütz nur knapp, die Führung weiter aus zu bauen. Die nächste Möglichkeit verpasste kurz vor der Sirene Sven Inniger. Mit einer verdienten, wenn auch knappen Führung, ging es in die Pause. Brandis war im ersten Drittel eindeutig das aktivere Team.

Entscheidendes Mitteldrittel mit vier Toren Vorsprung

Zu Beginn des Mitteldrittels, waren es zunächst die Tessiner, die aufs Gaspedal drückten. Dabei fiel auch prompt der Ausgleich zum 1:1. Es war Albisetti, der für Bellinzona einschob. Ein anschliessendes Powerplay ermöglichte den Tessiner gar die Chance zur Führung. Es kam aber ganz anders. Erst bringt Adrian Steiner seine Farben mit einem Shorthander wieder in Führung, 48 Sekunden später doppelte Patrick Meyer gleich zum 3:1 nach. Eine weitere Überzahl-Situation für Brandis später, stand es bereits 4:1 für die Emmentaler. Es war Markus Schütz mit einem Riesenhammer ab der blauen Linie, der von Janick Holzer noch entscheidend abgelenkt wurde. Für Brandis war dies die erste Führung mit mindestens drei Toren in dieser Serie. Es sollte nicht die Letzte bleiben. Denn es kam für die Emmentaler noch besser. Mit seinem zweiten Shorthander düpierte Adrian Steiner Bellinzonas Keeper Clanca elegant zum 5:1 aus. Trotz immer noch vehementer Gegenwehr seitens der Tessiner, gab es ab diesem Zeitpunkt kaum einen Zweifel mehr am Sieg des EHC Brandis. Ein Funken Hoffnung kehrte in die Reihen der Tessiner zurück, denn Bianchi erzielte den zweiten Treffer für Bellinzona im Powerplay nur zwei Minuten vor der Pause. Doch nur 57 Sekunden später, führte Brandis aber wieder mit vier Toren. Inniger drückte die Scheibe nach einem Gestocher im Slot über die Linie. Trotz deutlichem Rückstand, gaben sich die Tessiner nie auf. Elf Minuten vor der Schlusssirene verkürzten sie durch Schmid auf 3:6. Der EHC Brandis durfte sich kaum auf den Lorbeeren ausruhen, denn gar bei Unterzahl Bellinzona, liessen sich die Tessiner in der Schlussphase exzellente Torchancen notieren. Es war aber schliesslich Blaser, der das Powerplay von Brandis doch noch erfolgreich zum 7:3 abschloss. Kaum war diese Aktion abgeschlossen, sahen sich die Emmentaler einer doppelten Überzahl gegenüber. Dabei trafen die Tessiner das Tor nicht, bei anschliessender Unterzahl aber doch. Es war Bianchi mit seinem zweiten persönlichen Treffer, der noch zum 4:7 verkürzte. Mit diesem Sieg steht der EHC Brandis im Halbfinal. Der Gegner wir erst nach den Spielen Zuchwil – Basel und Thun – Lyss vom Dienstag bekannt . (pmu)

Telegramm: GDT Bellinzona – EHC Brandis 4:7 (0:1 2:5, 2:1)
Centro Sportivo, Bellinzona TI. – 142 Zuschauer – Schiedsrichter: Derada; Dumauthioz / Wittwer

Torfolge:
17. Holzer (Marco Meyer, Markus Schütz) 0:1 (PP), 23. Albisetti (Schmid, Gianinazzi) 1:1, 26. Steiner 1:2 (SH), 27. Patrick Meyer (Dähler) 1:3, 29. Holzer (Markus Schütz, Buri) 1:4 (PP), 34. Steiner (Nägeli) 1:5 (SH) , 38. Bianchi (Balerna, Schena) 2:5 (PP), 39. Inniger(Kohler) 2:6, 49.Schmid (Gianella, Balerna) 3:6, 54. Blaser (Dähler, Patrick Meyer) 3:7 (PP), 58. Bianchi (Balerna) 4:7 (SH).

Strafen:
Bellinzona 8-mal 2 Min, 1-mal 10 Minuten (Gianella) ; Brandis 8-mal 2 Min

Bellinzona:
Calanca; S.Guidotti, Scheidegger; Gianella, End; Mengoni, Gianinazzi; Balerna, Bianchi, Schena; Albisetti, Juri, Schmid; Pinana, Christen, Rosselli.

Brandis:
Gasser; Mosimann, Malicek; Markus Schütz, Reinhard; Seematter, Oberli; Liechti; Dähler, Blaser, Patrick Meyer; Buri, Holzer, Marco Meyer; Steiner, Hain, Nägeli; Kohler, Renato Schütz, Inniger; Gurtner.

Bemerkungen:
Bellinzona ohne Masa, Cerinotti, Schnüriger, Celio, Camarda
Brandis ohne Schaad, Prinz (beide verletzt)