Brandis-Zuchwil 0:4

 Brandis Zuchwil1

 EHC Brandis – EHC Zuchwil-Regio 0:4 (0:1, 0:1, 0:2) - Stand: 0:1

Brandis taucht: Unterschied auch im Powerplay

Von Päscu Müller

Es war nicht der Abend des EHC Brandis. Zu viel passte nicht zusammen. Zudem war das Powerplay in der Ausbeute völlig ungenügend. Anders bei Zuchwil, die Solothurner erzielen ihre wichtigen Treffer alle samt in Überzahl. Es ist erst ein Spiel in dieser Serie verloren. Eine vehemente Reaktion von Bandis ist aber nötig.

Es war über die ganze Saison gesehen, eines der schlechtesten Spiele des EHC Brandis. Noch ist natürlich nichts verloren. Was aber in einem Spiel alles nicht zusammen passen kann, kam am heutigen Abend zusammen. Der Puck lief nicht für Brandis, dafür um so mehr für Zuchwil. „Wir rannten 60 Minuten an und erzielen kein Tor, das sagt genug über dieses Spiel“, meinte Coach Andreas Beutler. Wer keine Tore erzielt, gewinnt kein Spiel. Dabei hätte der EHC Brandis vor allem in Überzahl genügend Möglichkeiten gehabt, diese zu erzielen. „Klar, das war der Unterschied heute im Spiel, das Powerplay von Zuchwil hat funktioniert und unseres nicht“, hält Beutler kurz und bündig fest. Jedes Team kann ein solches Spiel abliefern, die Frage ist, was das Team daraus macht. „Wir haben genügend Spieler, die diese Situation kennen. Das zweite Spiel wird nun eminent wichtig für uns“ blickt Andreas Beutler bereits voraus. „Einfach wird dies bestimmt nicht, aber das muss unser Ziel sein, sonst stehen wir bereits mit dem Rücken zur Wand“.
Es ist erst ein Spiel, welches Brandis verloren hat. Angefangen bei einem völlig ungenügenden Powerplay. Bei elf kleinen Strafen gegen Zuchwil, gelang es Brandis nicht, genügend gefährliche Aktionen zu kreieren. Erst die Powerplays im letzten Drittel wussten zu gefallen, doch auch sie waren nicht von Erfolg gekrönt. Auch wenn die Aktion in Überzahl der Solothurner nicht brandgefährlich waren, sie waren zum Leidwesen der Heimtruppe dagegen erfolgreich. Zwei der drei Treffer erzielte Zuchwil im Powerplay. Um nicht vorentscheidend in dieser Serie zurück zu liegen, ist vom EHC Brandis am Dienstag in Zuchwil eine vehemente Reaktion gefragt.

Fünf Minuten druckvoll – Der Rest eher zahm

Eines vorne weg: Endlich eine gut besuchte Halle, toller mit Stimmung. Diese Stimmung schien auch das Team vorerst zu beflügeln, denn gleich zu Beginn der Partie nahm der EHC Brandis vehement das Zepter in die Hand. Es entwickelte sich ein schnelles Spiel. Die gefährlichste Chance verzeichnete aber Zuchwils Röthlisberger. Sein Abschluss verfehlte das Ziel nur knapp. Danach flaute das Spiel ab. Nach fünf Minuten bot sich Brandis die Möglichkeit in doppelter Überzahl das Skore zu eröffnen, doch das Powerplay war zu umständlich. Es sollte nicht das einzige umständliche Powerplay bleiben. Nach dieser Phase standen plötzlich die Emmentaler mit einem Mann weniger auf dem Eis. Obwohl das Überzahlspiel der Solothurner nicht zwingender war, erzielten sie durch Rohrbach den ersten Treffer der Partie. Diesem Treffer ging ein Stellungsfehler in der Defensive von Brandis voraus. Bei Spielmitte durfte Brandis erneut in Überzahl agieren. Doch auch hier, war das Powerplay mehrheitlich zu umständlich. So richtig gefährlich wurde es vor Zuchwil-Keeper Sandro Zaugg nicht. Die nächste Überzahl-Situation gehörte wieder Zuchwil. Glücklicherweise – aus Sicht der Emmentaler – stand diesmal die Box sicher. Erst in den letzten zwei Minuten des ersten Drittels, erzeugte Brandis wieder vehement viel Druck. Ein Tor indes gelang den Emmentalern aber nicht.

Das war nichts: Schwaches Kollektiv

Zu Beginn des Mitteldrittels, stand Brandis noch mit einem mehr Mann auf dem Eis, doch von druckvollem Powerplay, war da wenig zu sehen. Die beste Chance hatte kurz darauf Janick Holzer, sein Abschluss kullerte aber knapp am Tor vorbei. Besser machte es Zuchwil: Bei der dritten Strafe gegen Brandis, stellen die Solothurner auf 0:2. Es war bereits der zweite Treffer für Zuchwil in Überzahl. Eine Minute später, spielte wieder Brandis mit einem Mann mehr. Zum fünften Mal in diesem Spiel, war das Powerplay aber keine Waffe des EHC Brandis. Exakt zur Spielmitte, prüfte Seematter Zuchwils Zaugg. Der Langnauer in Diensten Zuchwils blieb Sieger. Die Angriffe von Brandis blieben meist Stückwerk. Noch einmal eine tolle Chance für Janick Holzer drei Minuten vor der Sirene. Sein harter Schuss blieb erneut hängen. Zuchwil dagegen spielte befreit auf, war stets gefährlich. Irgend wie wirkten die Solothurner wesentlich bissiger. Dabei brauchte es mehr als nur einmal die Fähigkeiten von Brandis-Keeper Lukas Gasser. Für die letzten zwanzig Minuten stellte Coach Andreas Beutler logischerweise die Linien um. Der Effekt war auch sofort ersichtlich. Endlich wurde gewirbelt und viel Druck erzeugt. In dieser Phase vergab Sven Nägeli Backhand in aussichtsreicher Position. Es war die beste Chance der Emmentaler nach sechs Minuten im letzten Drittel und seit langer Zeit überhaupt. Der Druck dann im Powerplay neun Minuten vor Schluss, war immens und nicht zu vergleichen mit den Überzahl-Situationen in Drittel eins und zwei. Doch selbst bei doppelter Überzahl blieb das Tor wie vernagelt. Es folgte gleich ein zweites doppeltes Powerplay. Auch da: Kein Tor. Dieses fiel vermeintlich drei Minuten vor Schluss durch Janick Holzer. Die Schiedsrichter aber sahen vorher ein Foul und gaben den Treffer nicht. Mit einem Konter kurz vor Schluss, den Leuenberger erfolgreich abschloss, machte Zuchwil den Deckel zu. Das 0:4 in leere Tor war höchstens noch eine Zugabe und ohne Relevanz. (pmu)

Telegramm: EHC Brandis – EHC Zuchwil-Regio 0:4 (0:1, 0:1, 0:2)
Sporthalle Brünnli, Hasle b.B. – 356 Zuschauer – Schiedsrichter: Leimgruber; Cantamessi / König

Torfolge:
9. Rohrbach (F.Steiner) 0:1 (PP), 26. Zigerli (Bösiger) 0:2 (PP), 59. Leuenberger 0:3, 60. Zigerli (Müller) 0:4 (SH)

Strafen:
Brandis 6-mal 2 Minuten, Zuchwil 11-mal 2 Minuten

Brandis:
Gasser; Mosimann, Malicek; Markus Schütz, Reinhard; Seematter, Oberli; Liechti, Prinz; Dähler, Blaser, Patrick Meyer; Buri, Holzer, Marco Meyer; Adrian Steiner, Nägeli, Gurtner; Kohler, Renato Schütz, Inniger.

Zuchwil-Regio:
Zaugg; Kühni, Bösiger; Hirsbrunner, Felder; Anderegg, Röthlisberger; Minder; Fabian Steiner, Vogt, Zigerli; Messerli, Müller, Born; Bättig, Nydegger, Leunenberger; Sahli, Scherrer, Rohrbach.

Bemerkungen:
Brandis ohne Schaad, Hain (beide verletzt)
Zuchwil ohne Hojac, Schär, Seifert