Zuchwil- Brandis 1:4

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EHC Zuchwil-Regio – EHC Brandis 1:4 (0:1, 1:1, 0:2) - Stand: 1:3

Der EHC Brandis ist im Fiiinaaaaaaleeeee

Von Päscu Müller

Die Emmentaler werden ihrer Favoritenrolle gerecht und machen einen erneuten Finaleinzug perfekt. Selbstverständlich ist dies nicht. Spiel vier war zwar nicht mehr so unwiderstehlich wie Spiel zwei und drei, dennoch kam am Sieger kaum Zweifel auf. Über die Serie gesehen, ist dieser Final verdient.

Die Favoriten aus Hasle setzen sich in vier Spielen gegen Zuchwil-Regio verdient durch. Das Spiel am Samstag, hatte drei Gesichter. Ein dominantes, ein chaotisches und ein schliesslich souveränes. Die chaotische Phase, war vor allem Ende des Zweiten und zu Beginn des dritten Drittels zu sehen. Da hätte die Partie durchaus kippen können. Sie kippte aber nicht. Verantwortlich dafür, war unter anderem das 3:1 durch Markus Schütz: „Nach einem Dump-Puck, sehe ich, dass der Verteidiger die Scheibe nicht kontrollieren konnte, komme vor ihm an die Scheibe, im Fallen gab ich dem Puck noch einen Zwick und das Ding kullerte rein“, beschreibt er den wichtigen Treffer zum 3:1. „Wir waren am schwimmen, dies gab dem Team sicherlich wieder einen Ruck“, unterstreicht auch Schütz, die eher chaotische Phase. In Euphorie wollte Markus Schütz nicht ausbrechen: „Klar wir haben Zuchwil gebodigt, für uns geht es aber jetzt weiter“. Wie weit und vor allem gegen wen es weiter geht, ist noch offen. „Es ist cool, geht es weiter“, fügte Markus Schütz noch grinsend hinterher. Dieser erneute Finaleinzug ist keine Selbstverständlichkeit. Trotz kleiner Wackler, hat sich der Favorit bestätigt. Die Brünnli-Truppe hat sich dies schlicht verdient.

Brandis im Fahrplan

Keine Minute war gespielt, als bereits ein Schuss von Adrian Steiner neben das Tor zischte. Eine Zeigerumdrehung später, entwickelte die Linie um Janick Holzer Druck auf das Zuchwiler Tor. Eine weitere Minute später, zappelte der Puck bereits im Netz. Eine Kombination über Patrick Meyer und Patric Buri, landete bei Matthias Seematter, der die Scheibe zum 0:1 versenkte. Der Verteidiger traf bereits am letzten Donnerstag. Es sollte in diesem Spiel nicht sein letzter Treffer gewesen sein. Zuchwil dagegen, tauchte erst nach sechs Minuten erstmals vor Michael Kaufmann auf. Angetrieben von lauten Kuhglocken, blieb Brandis spielbestimmend. Richtig brennen vor dem Tor, wollte es aber nicht mehr. Dies änderte sich nach einer Strafe gegen Brandis. Zuchwil konnte sich erstmals im Drittel der Emmentaler festsetzen. Nach neunzig Sekunden, musste ebenfalls ein Solothurner in die Kühlbox. Ausser einem Schuss von Marco Blaser, der äusserst knapp am Tor vorbeiflog, passierte nichts erwähnenswertes. Kurz vor der Pausensirene, feuerten David Malicek und Markus Schütz noch zwei Geschosse Richtung Zuchwil Keeper Sandro Zaugg ab. Die Brandis-Führung war verdient, sie war an den Chancen gemessen, eher etwas zu knapp. Für einen vorzeitigen Finaleinzug, waren die Emmentaler im Fahrplan.

Etwas chaotisch, dann souverän

Beim Start ins zweite Drittel, trat Brandis nicht mehr so dominant auf, wie noch im ersten Spielabschnitt. Dies lag aber primär nicht an nachlassenden Emmentalern, sondern an stärkeren Zuchwilern. In der 26.Minute verhinderte Michael Kaufmann den Ausgleichs-Treffer für Zuchwil in Extremis. Coach Andreas Beutler gefiel diese Phase seiner Truppe überhaupt nicht, er versammelte seine Akteure zum Time-Out. Nur eine Minute später, durften die Emmentaler mit einem Mann mehr auf dem Eis agieren. Die Kombination, die zum 2:0 für den EHC Brandis führte, verdient das Prädikat Weltklasse. Patric Buri monopolisierte die Scheibe, Matthias Seematter schlich sich Richtung Slot, wurde zum richtigen Zeitpunkt und schnell angespielt. Die rechte Torecke war offen. Seematter brauchte nur noch zu vollenden. Die ganze Aktion dauerte gerade einmal 22 Sekunden. Vier Minuten später, sahen sich die Emmentaler in Unterzahl. Kaufmann rettete mit einem Big-Save. Auch nach dieser Tat, konnte sich der Brandis-Keeper nicht über mangelnde Arbeit beklagen. Das Spiel glich mehr und mehr einem Auf und Ab. Zwei Minuten vor der Sirene, war es soweit, in einer Chaos-Phase gelang den Zuchwilern durch Messerli, der Anschlusstreffer zum 1:2.
Ebenfalls der Start ins letzte Drittel, wollte dem EHC Brandis nicht wirklich gelingen. Bis zur 45. Minute: Da brachte erneut ein Verteidiger – diesmal Markus Schütz – die Emmentaler wieder mit zwei Toren in Front. Der Treffer fiel quasi aus dem Nichts, was zählte: Er fiel. Vier Minuten später, zog Brandis gar auf 4:1 davon. Janick Holzer traf nach Zuspiel von Michael Gurtner, es war die Entscheidung. Dieser Vorsprung beruhigte nicht nur die Nerven, der zahlreichen Fans aus dem Emmental. Dass das Spiel aber noch nicht beendet war, zeigten folgende zwei Ereignisse: Erst geraten sich Malicek und Messerli auf der Spielerbank in die Haare. Malicek wurde mit zwei plus zwei Minuten bestraft. Dies bedeutete Überzahl für die Solothurner. Dabei nahm Zuchwil-Coach Reinhard sogar seinen Torhüter vom Eis. Ein Treffer gelang dabei den Zuchwilern in dieser Phase und auch bis zum Ende nicht mehr. Mit diesem Sieg in Spiel vier, qualifiziert sich der EHC Brandis vorzeitig für den Playoff-Final. Wer der Gegner, der Emmentaler sein wird, ist noch offen. Thun und Wiki-Münsingen bestreiten am Dienstag das entscheidende Spiel fünf. (pmu)

Telegramm: EHC Zuchwil-Regio – EHC Brandis 1:4 (0:1, 1:1, 0:2)
Sportzentrum Zuchwil, Zuchwil. – 342 Zuschauer – Schiedsrichter: Derada; König / Cantamessi

Torfolge:
4. Seematter (Buri, P.Meyer) 0:1, 27. Seematter (Buri, Nägeli) 0:2 (PP), 38. Messerli (Vogt, Born) 1:2, 45. Markus Schütz (Kaufmann) 1:3, 49. Holzer (Gurtner) 1:4

Strafen:
Zuchwil 3-mal 2 Minuten , Brandis 4-mal 2 Minuten

Zuchwil-Regio:
Zaugg; Minder, Felder; Anderegg, Röthlisberger; Hirsbrunner, Bösiger; Kühni; Fabian Steiner, Vogt, Bättig; Messerli, Müller, Born; Rohrbach, Hojac, Leunenberger; Sahli, Scherrer, Nydegger.

Brandis:
Kaufmann; Markus Schütz, Liechti; Mosimann, Malicek; Seematter, Oberli; Renato Schütz, Blaser, Patrick Meyer; Adrian Steiner, Buri, Nägeli; Kohler, Holzer, Marco Meyer; Gurtner, Inniger.

Bemerkungen:
Brandis ohne Schaad, Prinz, Hain, Dähler (alle verletzt), Reinhard (Ausland)
Zuchwil ohne Zigerli, Schär, Seifert