Brandis-Thun 3:1

Brandis Thun3

EHC Brandis – EHC Thun 3:1 (1:0, 2:1, 0:0)            Stand: 1:0

Brandis gelingt der Auftakt in die Final-Serie

Von Päscu Müller

Es war eine spielerisch gute Partie, welche sich die beiden Teams zu Beginn dieser Finalserie lieferten. Die Emmentaler schossen früh das 1:0, zogen auf 3:0 davon, liessen aber die Thuner mit dem 3:1 nach 40 Minuten wieder heran. Obwohl es teilweise noch brenzlig wurde, liess sich Brandis diesen Sieg nicht mehr nehmen.

Brandis Verteidiger Matthias Seematter, eröffnete das Skore bereits nach 63 Sekunden. Bis zur 38. Minuten zogen die Emmentaler gar auf 3:0 davon. Adrian Steiner verwertete seinen Sololauf herrlich. Nur zwölf Sekunden vor der zweiten Sirene waren die Thuner durch Martin Keller aber wieder im Spiel. Diesen Treffer wollte Adrian Steiner, Torschütze zum 3:0, nicht dramatisieren: „Gut war da Pause, Thun bekam damit weniger Aufwind, als dass das sonst möglich gewesen wäre“, meinte er. Brandis liess sich tatsächlich, trotz teilweiser sehr brenzligen Situation vor dem eigenen Tor, den Sieg nicht mehr nehmen. Anders als im letzten Jahr, gelingt der Auftakt in die Finalserie zu Hause nach Wunsch. „Das erste Spiel einer Serie ist immer speziell, mit diesem wichtigen Sieg, lenken wir den Druck auf Thun“, analysierte Steiner die Wichtigkeit des Auftaktsieges. „Trotzdem ist es nur einer von drei Siegen, die es braucht um die Serie zu gewinnen“, relativierte er sofort. Wie wichtig dieser Sieg schlussendlich ist, wird sich wohl erst am Ende des Finals richtig abschätzen lassen. Dennoch zeigte das Spiel in die richtige Richtung. Auf diesem konzentrierten und schnörkellosem Spiel, vor allem in den ersten zwanzig Minuten muss Brandis am Dienstag in Thun anknüpfen.

Seematter trifft schon wieder

Das Spiel ging ab wie die Feuerwehr. Bereits in der ersten Minute, rettete Michael Kaufmann zweimal, unter anderem mit einem Big-Save. Kaum vorbei, erfolgte der erste Angriff von Brandis und die Scheibe zappelte doch tatsächlich im Netz. Es war Matthias Seematter der ein Zuspiel von Janick Kohler zur 1:0-Führung eiskalt ausnutzte. Für den Verteidiger war es bereits der fünfte Treffer in den Playoffs. Die nächste Chance für die Emmentaler hatte Michael Gurtner, er brachte aber Backhand im Slot zu wenig Druck auf den Puck. Beide Teams überzeugten in den Startminuten, durch eine konzentrierte und gradlinige Spielweise. Nach knapp neun Minuten, wurde Sven Nägeli lanciert, sein harter Schuss, wurde aber eine Beute des Thun Keepers Steiner. Kurz darauf, das erste Powerplay des Spiels – Thuns Rossel sass draussen. Trotz gutem Überzahl-Spiel, reüssierte Brandis dabei nicht. Kaum war Rossel wieder auf dem Eis, wurde Ralph Prinz in die Kühlbox verbannt. Die Emmentaler-Box stand exzellent und liess kaum etwas zu. Vier Minuten vor der Pause, verpasste Thuns Fabian Boss eine gute Möglichkeit. Für einen kurzen Moment, liess sich die Brandis Defensive überspielen. Die nächste Szene betraf erneut ein Powerplay zu Gunsten der Emmentaler. Diesmal war dieses Überzahl-Spiel jedoch nicht so gefährlich, wie noch beim Ersten.

Offen bis zum Schluss

Zu Beginn des Mitteldrittels hatte Brandis eine Unterzahl zu überstehen. Was heisst hier überstehen, nach einem Bully in der offensiven Zone, geht Brandis mit einem Mann weniger, gar mit 2:0 in Führung. Die Scheibe versenkte Renato Schütz. Bei wieder ausgeglichenem Stand, was die Anzahl Spieler betrifft, hatte nach dieser Phase, der EHC Brandis etwas mehr vom Spiel. Aber selbst bei einem Mann mehr, konnte dies nicht in ein weiteres Tor umgemünzt werden. Das Spiel blieb dennoch hochstehend und natürlich spannend.
Fünf Minuten vor der zweiten Sirene, verhinderte wieder einmal Michael Kaufmann den Thuner Anschlusstreffer. Viel Eis bot sich Brandis kurz danach. Ein Emmentaler und zwei Oberländer sassen auf der Strafbank. Die Dreier-Box der Thuner, liess aber kaum etwas zu. Es war aus Thuner Sicht ein hervorragend gespieltes Boxplay. Ein weiterer Treffer fiel kurz darauf. Adrian Steiner wurde aus dem eigenen Drittel an der roten Linie angespielt, zog Richtung Thuns Keeper Gregory Steiner und liess diesem mit dem 3:0 keine Chance. Auch keine Chance hatte Michael Kaufmann beim 3:1 Anschlusstreffer durch Martin Keller zwölf Sekunden vor Ende des Mitteldrittels. Die Thuner waren mit diesem Treffer wieder im Spiel. Über das gesamte Drittel gesehen, ging die konsequente, gradlinige Spielweise aus dem ersten Drittel etwas verloren.
Im Schlussdrittel hatte der EHC Brandis mehrere Möglichkeiten das Spiel in Überzahl zu entscheiden. Genutzt wurden diese aber nicht. Das Spiel blieb somit auf Messers Schneide. Thun nutzte die Möglichkeit in Überzahl ebenfalls nicht. Ihr Powerplay acht und sechs Minuten vor dem Ende, war aber wesentlich gefährlicher, als jenes von Brandis zuvor. Die letzten hundert Sekunden, musste Brandis einmal mehr mit einem Mann weniger auskommen. Am Resultat und somit Sieg für den EHC Brandis änderte sich aber nichts mehr. (pmu)

Telegramm: EHC Brandis – EHC Thun 3:1 (1:0, 2:1, 0:0)
Sportbetriebe Brünnli, Hasle BE. – 538 Zuschauer – Schiedsrichter: Fausel; Schlegel / Bichsel

Torfolge:
2. Seematter (Holzer) 1:0, 21. R.Schütz (Malicek, Mosimann) 2:0 (SH), 38. Steiner 3:0, 40. M.Keller (Bärtschi, Boss) 3:1

Strafen:
Brandis 8-mal 2 Minuten ; Thun 8-mal 2 Min, 1-mal 10 Minuten (Rossel)

Brandis:
Kaufmann; Markus Schütz, Liechti; Mosimann, Malicek; Seematter, Oberli; Prinz; Renato Schütz, Blaser, Patrick Meyer; Adrian Steiner, Buri, Nägeli; Yanick Kohler, Holzer, Marco Meyer; Gurtner, Inniger.

Thun:
Gregory Steiner; Martin Keller, Kaufmann; Weber, Stefan Keller; Bigler, Studerus; Nicolas Steiner, Hebeisen; Bärtschi, Rossel, Boss; Neff, Reymondin, Raffael Lüthi; Joch, Florian Lüthi, Eicher; Schlapbach, Allemann, Pascal Kohler.

Bemerkungen:
Brandis ohne Schaad, Hain, Dähler (verletzt), Reinhard (Ausland)
Thun ohne Bartlome, Stettler