Thun-Brandis 1:2

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EHC Thun – EHC Brandis 1:2 (0:0, 1:1, 0:1)             Stand: 0:2

Brandis in Thun mit dem besseren Ende

Von Päscu Müller

Das Spiel in Thun wies nie dieselbe Intensität auf, wie noch am Samstag in Spiel eins. Beide Teams wollten offenbar primär keine Fehler begehen. An Spannung bisweilen mangelte es aber nicht. Der Game-Winner von Brandis wurde im Powerplay neun Minuten vor Schluss erzielt. Damit führen die Emmentaler in der Serie mit 2:0

Ein ganz anderes Spiel, als noch am Samstag in Hasle beim Auftakt zur dieser Playoff-Final-Serie. Von Intensität kaum eine Spur. Offenbar wollten beide Teams primär Fehler verhindern. Dies gelang mehrheitlich oder die Stürmer agierten beidseitig zu kompliziert. Ein weiterer Faktor, waren bestimmt zwei starke Torhüter. Eines hatte das Spiel auf jeden Fall, nämlich Spannung bis zum Ende der Partie. Nach der 2:1-Führung neun Minuten vor Schluss durch Renato Schütz im Powerplay, wurde die Partie erst richtig intensiv. Ob jetzt intensiv oder nicht, spielt in den Playoffs schlussendlich keine Rolle. Das einzige was zählt ist der Sieg und den haben sich die Emmentaler erarbeitet. Dies sah auch Renato Schütz so: „Es ist ein Sieg, wir führen dadurch 2:0 in der Serie. Um die Serie zu gewinnen, brauchen wir aber drei“. In der Tat wäre es fatal diese Führung jetzt auf die leichte Schulter zu nehmen. Am Donnerstag braucht es noch einmal eine sehr engagierte Leistung, um die Thuner in die Ferien zu schicken. Den Game-Winner heute erzielte eben dieser Renato Schütz nach einem Bully-Gewinn. „Die Scheibe lief über den Flügel an die blaue Linie, von dort hinters das Tor, wieder hoch und nach einem Querpass, kann ich den Puck reinhauen“, schilderte er die entscheidende Szene dieses Spiels. Es dürfte in dieser Serie ein sehr wichtiger Treffer gewesen sein.

Alles offen nach dem Startdrittel

Auch im zweiten Spiel dieser Serie, war von Abtasten oder dergleichen, nichts zu spüren. Beide Teams suchten den Vorwärtsgang und durften sich in den Startminuten je eine Chance notieren. Nach knapp vier Minuten war die erste Strafe fällig, Thuns Joch musste in die Kühlbox. Das Powerplay der Emmentaler, aber funktionierte nicht wirklich. Bei der zweiten Strafe gegen den EHC Thun, agierte Brandis gefährlicher. Es war Sven Nägeli, der eine erstklassige Möglichkeit im Slot, nicht an Thuns Keeper Küenzi vorbei brachte. Nach rund zehn Minuten, tankte sich Patrick Meyer elegant durch, doch auch er scheiterte beim Abschluss. Auf der Gegenseite durfte sich Michael Kaufmann gegen Neff auszeichnen. Kurz darauf wanderte der erste Emmentaler in die Kühlbox. Richtig brenzlig, wurde es aber auch vor dem Brandis Tor nicht. Das Spiel verlor zunehmend an Gehalt, kein Team wollte offenbar den ersten Fehler begehen. Jedenfalls kam die Spielintensität vom letzten Samstag, in diesen ersten zwanzig Minuten, nicht auf. Kurz vor der Sirene prüfte Reymondin abermals Michael Kaufmann, der wie gewohnt sicher parierte.

Eher harziges Spiel – Erst die Schlussminuten intensiv

Das Niveau der Partie stieg zu Beginn des Mitteldrittels nicht. Das Spiel blieb eher harzig, mit etwas mehr Spielanteilen für den EHC Thun. Auch die Chancen-Häufigkeit lag eher bei den Oberländern. Nach acht Minuten im zweiten Drittel, sah sich Brandis in Unterzahl. Doch ausser Schüssen aus dem Hinterhalt, liess die Box von Brandis nichts zu. Kaum war die Strafe abgelaufen, fiel das erste Tor. Diesmal liess sich die Abwehr, der Emmentaler überlaufen und Neff traf zum 1:0 für Thun. Kaum war die Führung erzielt, wanderte der Torschütze Neff für eine Behinderung auf die Strafbank. Die erste Hälfte dieses Powerplays, war richtig gut, die Zweite dann überhaupt nicht. Irgendwie fehlte bei allem in diesem Spiel, der letzte Zacken. Aus dem Nichts, war aber Brandis wieder im Spiel. Patric Buri traf nur fünf Minuten später zum 1:1 Ausgleich.
Kurz darauf rettete Michael Kaufmann, gegen den alleine auf in zu stürmenden Rossel, mit einem Big-Save. Eine erstklassige Möglichkeit zur Führung, verpasste zu Beginn des Schlussdrittels, Adrian Steiner. Nach einem Vorstoss von David Malicek über links, war er alleine im Slot und das Tor sehr offen. Ab da nahm das Spiel etwas mehr an Fahrt auf, ohne dass weitere Toren fielen. Im Mittelpunkt des Geschehens, stand vermehrt der Keeper des EHC Brandis. Zehn Minuten vor dem Ende der Partie, hatten die Emmentaler die Gelegenheit das Spiel in Überzahl in die richtige Richtung zu lenken. Dies gelang auch, Renato Schütz zeichnete sich für die 2:1-Führung für Brandis verantwortlich. Es sollte gar der Game-Winner des Spiels werden. Die Partie war ab diesem Zeitpunkt lanciert. Viel mehr Tempo und eine gesteigerte Intensität waren zu sehen. Erst jetzt wurde um jeden Zentimeter Eis gekämpft. Trotz dieser intensiven Schlussphase, behalten die Emmentaler das bessere Ende am Schluss für sich. Entschieden ist diese Serie aber noch längst nicht.
(pmu)

Telegramm: EHC Thun – EHC Brandis 1:2 (0:0, 1:1, 0:1)
KEB Grabengut, Thun BE. – 776 Zuschauer – Schiedsrichter: Gäumann; König / Lambert

Torfolge:
31. Neff (Y.Kaufmann) 1:0, 36. Buri (Mosimann) 1:1, 52. R.Schütz (Malicek, P.Meyer) 1:2 (PP)

Strafen:
Thun 4-mal 2 Min;
Brandis 2-mal 2 Minuten

Thun:
Küenzi; Martin Keller, Kaufmann; Hebeisen, Stefan Keller; Weber, Studerus; Nicolas Steiner, Bigler; Schlapbach, Rossel, Boss; Neff, Reymondin, Bärtschi; Raffael Lüthi, Florian Lüthi, Eicher; Joch, Allemann, Pascal Kohler.

Brandis:
Michael Kaufmann; Markus Schütz, Liechti; Mosimann, Malicek; Seematter, Oberli; Reinhard, Schaad; Renato Schütz, Blaser, Patrick Meyer; Adrian Steiner, Buri, Nägeli; Yanick Kohler, Holzer, Marco Meyer; Gurtner, Prinz, Inniger.

Bemerkungen:
Brandis ohne Hain, Dähler (verletzt)
Thun ohne Bartlome, Stettler