Thun- Brandis 3:4

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EHC Thun – EHC Brandis 3:4 (0:1, 2:2, 1:1)             Stand: 1:3

Brandis ist erstmals Zentral Schweizer Meister !!

Von Päscu Müller

Die Beutler-Truppe macht in Thun alles klar und gewinnt den Final in vier Spielen. Für die Emmentaler ist es der erste Zentral Schweizer Meistertitel der Vereinsgeschichte. Dieser Titel kann nicht hoch genug gewertet werden. Das ganze Team hat dafür sehr hart gearbeitet. Das Team will aber mehr, das Team will Amateur-Schweizermeister werden.

Es war ein hartes Stück Arbeit, welche der EHC Brandis auch heute zu leisten hatte. Nach einer souveränen Qualifiaktion, einem Abnützungskampf gegen Bellinzona, einem missglückten Start in den Halbfinal gegen Zuchwil, wankten die Emmentaler auch kurz gegen Thun in Spiel drei. Was aber das Team jeweils als Ganzes, als Reaktion gezeigt hat, verdient grossen Respekt. Selbst im Spiel vier, schienen die Emmentaler nach dem 3:3 Ausgleich durch Thun in der 46.Minute, zu wanken. Sie fielen aber nicht. Vier Minuten später führten sie durch Renato Schütz wieder. Trotz einer sehr hektischen und nervenaufreibenden Schlussphase, behielt der EHC Brandis den Sieg am Stock und sichert sich damit den ersten Zentral Schweizer Meistertitel der Vereinsgeschichte. Das Team gibt sich damit aber nicht zufrieden, das Team will mehr. Nach dem kleinen Kübel, ist das Ziel nun der grosse Kübel. Gegner sind der EHC Frauenfeld und der HC Sion-Nendaz-4-Vallées. Am nächsten Samstag spielt der EHC Brandis im Brünnli gegen die Walliser.

Hart umkämpft und weniger nervös

Mit leicht veränderten Linien startet Brandis in dieses wichtige Playoff-Final-Spiel vier. Auch bei Thun waren leichte Retouchen in ihren Reihen erkennbar. Nichts desto Trotz, starteten beide Equipen konzentriert in dieses Spiel. Nach etwas mehr als vier Minuten, war erstmals Brandis-Keeper Michael Kaufmann gefordert. Zwei Minuten später, stand sein Gegenüber Steiner im Mittelpunkt des Geschehens. Es waren die einzigen Szenen in den Startminuten. Beide Teams versuchten sich weitgehend zu neutralisieren. Brandis gelang sogar eine kleine Druckphase in der offensiven Zone aufzuziehen. Nach genau zehn Minuten, schepperte es. Adrian Steiner zog über links davon, sein platzierter Schuss fand die Lücke zum 1:0 ins Netz. Damit dürfte das Spiel definitiv lanciert worden sein. Thun keineswegs geschockt, suchte vermehrt die Offensive. Die Emmentaler aber blieben vorerst ohne gravierende Fehler in der Abwehr. Es gab eine Szene, in der Brandis auch etwas das Glück beanspruchen musste. Mit vereinten Kräften überstand man auch dies.
Das erste Drittel war erstens hart umkämpft und zweitens seitens des EHC Brandis viel weniger nervös, als noch am Donnerstag. Auffallend auch, die Schiedsrichter mussten trotz hohem Rhythmus und viel Kampf, keine Strafe aussprechen.

Krimi wieder bis zum Ende

Dieselbe Spielweise war zu Beginn des Mitteldrittels zu sehen. Hoch konzentriert und viel Kampf. Nach knapp vier Minuten verpassen es Marco Blaser und Renato Schütz ihre Kombination erfolgreich abzuschliessen. Danach verpassten die Thuner im Sekundentakt den Ausgleich. Es waren die heikelsten Aktionen vor Michael Kaufmann. Im Gegenzug entwischte Verteidiger Matthias Seematter, er liess Thuns Steiner keine Chance und erzielte das wichtige 2:0. Dieser Zwei-Tore-Vorsprung, hatte aber nicht lange Bestand. Nur zwei Minuten später schliessen Lüthi und Rossel eine herrliche Kombination zum 1:2 ab. Auch dieses Resultat war nicht lange aktuell. Nur 37 Sekunden später, trifft Patrick Meyer mit einem Buebetrickli zum 1:3. Es war eine sehr wichtige Reaktion auf den Anschluss-Treffer. Die nächste Szene war nicht minder von Brisanz. Bei einem Konter entwischten zwei Thuner, Schaad konnte sich nur regelwidrig wehren, den anschliessenden Penalty verwertete Neff aber nicht. Das erste Powerplay des Spiels, fand erst ab Minute 35 statt. Es betraf den Torschützen zum 1:3 Patrick Meyer. Die Box von Brandis liess dabei wenig zu. Kaum war diese Strafe abgelaufen, gelingt Thun dennoch das 2:3-Anschusstor. Die letzten Minuten in diesem Drittel, erneute Überzahl Thuns. Die Emmentaler brachten den Ein-Tore-Vorsprung aber in die zweite Pause. Gleich zu Beginn des Schlussdrittels, Überzahl EHC Brandis, die erste für die Emmentaler in diesem Spiel. Ausser Schüssen aus dem Hinterhalt, liessen die Thuner nichts zu. Je mehr Zeit auf der Matchuhr ablief, desto druckvoller spielten die Thuner. In der 46. Minute erliegen die Emmentaler diesem Druck und müssen das 3:3 durch Eicher entgegen nehmen. Thun hielt diesen Druck hoch, Brandis kam kaum mehr aus der eigenen Zone. Doch Brandis legte wieder ein Tor vor, es war wiederum Renato Schütz mit einem sehr wichtigen Tor. Die Nerven waren angespannt, bis zum geht nicht mehr, um so mehr als sich die Emmentaler kurz darauf in Unterzahl wehren mussten. Dies überstehen sie. Die letzten fünf Minuten können kaum beschrieben werden, Thun mit allem nach Vorne, was sie zu bieten haben, Brandis unter Dauerdruck am abwehren. Die letzten zwei Minuten wieder Luft für Brandis, da im Powerplay. Dann brechen alle Dämme.... Brandis ist zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte Zentral Schweizer Meister. (pmu)

Telegramm: EHC Thun – EHC Brandis 3:4 (0:1, 2:2, 1:1)
KEB Grabengut, Thun BE. – 1185 Zuschauer – Schiedsrichter: Gäumann; Schlegel / Bichsel

Torfolge:
10. A.Steiner (Nägeli) 0:1, 27. Seematter (P.Meyer) 0:2, 29. Rossel (R.Lüthi) 1:2, 30. P.Meyer (Gurtner) 1:3, 37. R.Lüthi (Alleman, Reymondin) 2:3, 46. Eicher (Schlapbach) 3:3, 50. R.Schütz (M.Schütz, Blaser) 3:4

Strafen:
Thun 2-mal 2 Min   ;   Brandis 4-mal 2 Minuten

Thun:
Gregory Steiner (ab 30. Küenzi); Martin Keller, Florian Lüthi; Hebeisen, Stefan Keller; Weber, Studerus; Bigler, Nicolas Steiner; Eicher, Rossel, Boss; Neff, Remondin, Bärtschi; Allemann, Schlapbach, Raffael Lüthi; Joch, Stettler, Pascal Kohler.

Brandis:
Michael Kaufmann; Markus Schütz, Schaad; Mosimann, Malicek; Seematter, Prinz; Reinhard, Oberli; Renato Schütz, Blaser, Marco Meyer; Adrian Steiner, Buri, Nägeli; Yanick Kohler, Holzer, Patrick Meyer; Gurtner, Hain, Inniger.

Bemerkungen:
Brandis ohne Dähler (verletzt), Liechti (rekonvaleszent)
Thun ohne Bartlome