Brandis-Sion 3:4

Trainer

EHC Brandis – HC Sion-Nendaz 4 Vallées 3:4 (2:3, 0:1, 1:0)     

Brandis verliert gegen starkes und eiskaltes Sion

Von Päscu Müller

Es war eine durchaus attraktive Partie, die sich der EHC Brandis und der HC Sion-Nendaz lieferten. Die Walliser erwiesen sich vor allem im Powerplay, als äusserst effizient und erzielten dabei zwei Tore. Die Emmentaler hatten durchaus ihre Chancen, nutzten sie aber zu wenig konsequent.

Das Publikum, kam im ersten Drittel zwischen dem Zentral-Schweizermeister und dem West-Schweizermeister sicherlich auf ihre Kosten. Ob die beiden Trainer Andreas Beutler und Dany Gelinas gleichermassen begeistert waren, lassen wir einmal unkommentiert. Mehr gefallen haben, dürfte die Effizienz im Powerplay dem Trainer des HC Sion. Zwei Treffer bei drei Strafen, wurden in Überzahl erzielt. „Dort lag heute der Unterschied“, meinte auch Head-Coach Andreas Beutler kurz und bündig. „Ab dem zweiten Drittel haben wir unseren Job gut gemacht, wir haben uns viele Chancen erarbeitet, für diesen Aufwand wurden wir schlecht belohnt“, meinte Beutler weiter. „Fünf gegen fünf und über einen Grossteil des Spiels haben wir mehr gemacht, als der Gegner“. In der Tat muss sich der EHC Brandis gegen diesen HC Sion nicht verstecken. Nicht, dass der EHC Brandis keine Chancen gehabt hätte. Ganz und gar nicht. Im zweiten und dritten Drittel, aber wollte die Scheibe den Weg ins Netz einfach nicht finden. Nur Matthias Seematter traf noch zum 3:4 Anschluss-Treffer sechs Minuten vor dem Ende der Partie.
Um einen Gegner wie den HC Sion zu bezwingen, muss aber alles passen. Dies hat es heute nicht. Noch bleibt den Emmentalern, die Chance in den Spielen vor allem gegen Frauenfeld, die Finalissima um den Titel doch noch zu erreichen. „Es ist erst ein Spiel verloren, wir haben noch drei und dies in den eigenen Händen“, blickte Andreas Beutler zuversichtlich in die nahe Zukunft. Einzigen Vorwurf, den sich die Emmentaler in diesem Spiel gegen Sion, vorwerfen lassen müssen, ist die mangelnde Chancenauswertung, auch in Überzahl.

Attraktives erstes Drittel mit fünf Toren

Attraktive Partie bereits ab den Startminuten, Sven Nägeli beispielsweise gräbt eine Scheibe hinter dem Walliser-Tor aus, spielte in den Slot, wo leider kein Emmentaler aufgerückt war. Als nächstes tankte sich Marco Blaser durch, sein Schuss aber wurde eine Beute von Keeper Todeschini. Auf der Gegenseite wurde Michael Kaufmann ebenfalls geprüft, gespielt waren bis da, keine fünf Minuten. Keine Minute später, feuerte Sandro Hain ein Geschoss ab. Nach acht Minuten brannte es erstmals heftig vor dem Brandis-Tor. Mit Können und etwas Glück wurde ein Gegentreffer verhindert. Kurz darauf trifft Sion zum 0:1. Ein Schlenzer von Wyssen fand die Lücke. Das 0:2 knapp eine Minute später, war jetzt wirklich eine herrliche Kombination. Loeffel und Gailland tanzten die Emmentaler-Abwehr regelrecht aus. Die Antwort von Brandis folgte prompt. Nur sechzehn Sekunden später, bringt Yanick Kohler sein Team mit dem 1:2 Anschluss-Treffer wieder ins Spiel. Ab da war das Spiel richtig lanciert. Kurz darauf, sah sich Brandis in Unterzahl. Keine halbe Minute benötigte der HC Sion-Nendaz, um wieder ein zweites Tor vorzulegen. Es war Nendaz der zum 1:3 traf. Eines sei festgehalten: Die Walliser spielten nicht nur äusserst effizient, sondern auch sehr abgeklärt. Davon war vier Minuten vor der Sirene, dann aber wenig zu sehen. Adrian Steiner schloss eine Kombination über Sven Nägeli und Stefan Oberli, gekonnt zum 2:3 ab. Die Emmentaler waren zum zweiten Mal wieder im Spiel. Eine angeknabberte Minuten vor der ersten Sirene, durfte Brandis erstmals in Überzahl agieren. Der Ausgleich gelang aber nicht.

Unterschied im Powerplay

Kaum war der bestrafte Spieler des HC Sion wieder auf dem Eis, verpassten Patric Buri und Adrian Steiner das Tor nur um Millimeter. Zwei Minuten später wird Michael Gurtner von Sven Inniger angespielt, leider verpasste auch er knapp. Die Partie blieb äusserst spannend. Der EHC Brandis suchte vehement den Ausgleich. In der Offensive waren die Emmentaler jetzt tonangebend. Chancen waren durchaus vorhanden, beispielsweise verzog Marco Meyer seinen Schuss nur knapp oder Todeschini stoppte die Angriffe der Emmentaler. Bei Spielmitte gelang ihm gar ein Big-Save. Der Treffer für Brandis lag förmlich in der Luft. Doch selbst mit einem Mann mehr auf dem Eis, fiel der längst fällige Ausgleichs-Treffer nicht. Ganz anders die Walliser. Sie zeigen sich auch im Powerplay sehr effizient. Mit dem 2:4 durch Loeffel, erzielte der HC Sion bereits den zweiten Treffer in Überzahl, bei drei ausgesprochenen Strafen gegen die Emmentaler.
Bereits zu Beginn des dritten Drittels, hielt Michael Kaufmann Brandis weiter im Spiel, er unterband in Extremis einen Konter der Walliser. Kurz darauf vergab Janick Holzer eine erstklassige Möglichkeit. Der nächste Hoffnungsschimmer, zeigte sich nach vier Minuten im Schlussdrittel. Brandis agierte erneut im Powerplay. An die Kaltschnäuzigkeit der Walliser kamen sie aber nicht heran. Das Tor blieb wie vernagelt. Ebenfalls bei der nächsten Strafe gegen Sion – rund zehn Minuten vor der Sirene – reüssierte der EHC Brandis ein weiteres Mal nicht. Erst sechs Minuten vor dem Ende, lässt Matthias Seematter seine Farben wieder jubeln. Er trifft satt zum 3:4 Anschluss-Treffer. Für mehr reichte es trotz hektischer Schluss-Phase gegen starke und vor allem sehr kaltblütige Walliser nicht mehr. (pmu)

Telegramm: EHC Brandis – HC Sion-Nendaz 4 Vallées 3:4 (2:3, 0:1, 1:0)
Sportbetriebe Brünnli, Hasle BE. – 718 Zuschauer – Schiedsrichter: Maddaloni; Frei / Remund

Torfolge:
9. Wyssen (Matewa) 0:1, 10. Loeffel (Gailland) 0:2, 10. Kohler (Holzer, P.Meyer) 1:2, 13. Nendaz (Bonnet) 1:3 (PP), 16. Steiner (Oberli, Nägeli) 2:3, 36. Loeffel (Gailland) 2:4 (PP), 54. Seematter (Holzer, Prinz) 3:4.

Strafen:
Brandis 3-mal 2 Minuten ; Sion-Nendaz 6-mal 2 Min, 1-mal 10 Minuten (Locher)

Brandis:
Kaufmann; Markus Schütz, Schaad; Mosimann, Malicek; Seematter, Oberli; Prinz, Reinhard; Renato Schütz, Blaser, Marco Meyer; Steiner, Buri, Nägeli; Kohler, Holzer, Patrick Meyer; Gurtner, Hain, Inniger.

Sion-Nendaz:
Tordeschini; Oudelet, Bonnet; Cheseaux, Matewa; Pelletier, Kalbermatten; Gut, Bitz;Seydoux, Nendaz, Kevin Dayer; Gailland, Loeffel, Guex; Locher, Wyssen, Rimann; Depraz, Curty, Sven Dayer.

Bemerkungen:
Brandis ohne Dähler, Liechti (beide rekonvaleszent)
Sion-Nendaz keine Angaben